17.11.2019 - 16:11 Uhr
WunsiedelDeutschland & Welt

Rote Karte für Neonazis in Wunsiedel

Bis zu 500 Menschen protestieren am Samstag friedlich gegen einen Aufmarsch der Rechtsextremisten. In Wunsiedel geht ein breites Bündnis auf die Straße. Die Polizei ist mit einem starken Aufgebot vor Ort.

Die Antifa marschiert durch Wunsiedel.
von Autor FPHProfil

Ein klares Signal für Toleranz, Frieden, Demokratie und Menschenrechte hat die Stadt Wunsiedel am Samstag gesetzt. Mit einem dichten Kulturprogramm und vielen Aktionen, an denen über den Tag verteilt 400 bis 500 Menschen teilgenommen haben, zeigte das Bündnis "Wunsiedel ist bunt" den Neonazis die Rote Karte: Denn in einer Wohnsiedlung im Wunsiedler Norden - abseits der zentralen Plätze in der Innenstadt - fand das alljährliche sogenannte Heldengedenken der rechtsextremen Kleinstpartei "Der dritte Weg" statt.

"Die Demokratie ist nicht vom Himmel gefallen. Wir müsse für sie immer wieder einstehen", sagte Bürgermeister Karl-Willi Beck bei einer Kundgebung auf dem Marktplatz. Nach Schätzungen der Polizei nahmen knapp 200 Personen am Aufzug der rechten Szene teil. Es waren damit gut 50 weniger als im Vorjahr. Die Neonazis marschierten mit Fackeln durch die Straßen. Viele trugen schwarze Windjacken mit einer aufgestickten römischen III im Lorbeerkranz, das Symbol der extremistischen Partei. Vor ihnen fuhren Streifenwagen der Polizei, dann kam eine Staffel der Bereitschaftspolizei mit Maschinenpistolen im Anschlag. Die Polizeipräsenz war gigantisch: Das Polizeipräsidium Oberfranken, die Bereitschaftpolizei und die Bundespolizei waren mit mehren hundert Einsatzkräften angerückt. Ein Grund dafür war, dass erstmals seit langem ein Antifa-Aktions-Bündnis im Internet massiv dafür geworben hatte, "in die oberfränkische Provinz" zu fahren. Man wolle den Nazi-Aufmarsch stören, sabotieren und angreifen, hieß es im Aufruf.

Die Antifa brachte schließlich tatsächlich mit mehr als 200 Teilnehmern eine große Gruppe auf die Straße. Zu Ausschreitungen kam es aber nicht, obwohl die Antifaschisten ebenfalls durch den Wunsiedler Norden zogen.

Anhänger der rechtsextremen Partei "Der III. Weg"
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