05.12.2018 - 15:39 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

Zahl der Asylbewerber in Bayern geht weiter zurück

Tendenz klar sinkend: Im Freistaat gibt es immer weniger Asylbewerber. Auch der Familiennachzug liegt deutlich unter der Prognose aus dem Jahr 2017.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).
von Jürgen UmlauftProfil

Die Zahl der in Bayern gestellten Asylanträge ist weiter rückläufig. Bis zum Jahresende rechnet Innenminister Joachim Herrmann mit rund 22 000 Erstanträgen. Das wären gut 2000 weniger als im Vorjahr. Der Wert läge damit sogar unter den Zahlen aus der Zeit vor der Flüchtlingskrise. 2014 gab es in Bayern gut 25 600 Asylanträge. "Wir haben weiter eine leicht abnehmende Tendenz", erklärte Herrmann in München. Die Lage entspanne sich von Monat zu Monat weiter. Auch bundesweit werde der Zuzugskorridor von 180.000 bis 220.000 Flüchtlingen und Asylsuchenden wohl "deutlich unterschritten".

Mit rund 16.000 wird auch heuer die Zahl der beendeten Aufenthalte von abgelehnten Asylbewerbern in etwa auf dem Niveau der Vorjahre liegen. Etwa 13.000 Personen werden dem Ausreisebescheid freiwillig gefolgt sein, dazu kommen rund 3000 Abschiebungen. Man werde also heuer per Saldo nur noch einen Zugang von 6000 bis 7000 Personen aus dem Kreis von Flüchtlingen und Asylbewerbern haben, sagte Herrmann. "Wir haben das jetzt alles verfahrensmäßig im Griff." Es sei sichergestellt, dass jeder Zugang ordnungsgemäß registriert werde. Neu hinzukommende Asylbewerber hätten nun in der Regel nach spätestens drei Monaten ihren Aufenthalts- oder Ablehnungsbescheid. Inklusive möglicher Klagen vor den Verwaltungsgerichten seien die Verfahren jetzt binnen eines Jahres abgeschlossen.

Der Rückgang der Zugangszahlen ist laut Herrmann vor allem auf internationale Absprachen zur Eindämmung der Flüchtlingsströme zurückzuführen. Die Zugänge über die Balkanroute seien weiter niedrig, auch über Italien kämen weniger Menschen. Personen, die über Spanien Richtung Mitteleuropa unterwegs seien, landeten nur selten in Bayern an. Auch der Familiennachzug sei auf "viel viel niedrigerem Niveau", als das in "Spektakelmeldungen" im vergangenen Jahr prognostiziert worden sei, hob Herrmann hervor. Man sei bundesweit "weit weg vom sechsstelligen Bereich".

In bayerischen Asyl-und Flüchtlingsunterkünften leben nach den Zahlen Herrmanns gegenwärtig noch rund 97.000 Personen, 9500 davon in den Ankerzentren zur Erstaufnahme und Registrierung. In den Unterkünften sinke die Zahl der Untergebrachten kontinuierlich, berichtete Herrmann. Ende 2017 seien es noch fast 107.000 Personen gewesen, Ende 2016 mehr als 133.000. Etwa ein Drittel der Untergebrachten seien derzeit "Fehlbeleger", die trotz Anerkennung in den Unterkünften geduldet seien, weil sie noch keine eigene Wohnung gefunden hätten.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.