08.01.2018 - 15:18 Uhr
KemnathOberpfalz

Vortrag über "Zukunft der Robotik im Zeitalter der Digitalisierung" bei Siemens in Kemnath Mehrwert für Gesellschaft

Die Begriffe Digitalisierung und Industrie 4.0 sind mittlerweile allgegenwärtig. Je nach Betrachtung ergeben sich unterschiedliche Sichtweisen und Ausprägungen.

Bei den Siemens Healthinieers in Kemnath sprach Dominik Bösl über die "Zukunft der Robotik im Zeitalter der Digitalisierung". 100 geladene Vertreter aus Wirtschaft, Forschung, Politik, Schulen und Hochschulen verfolgten gespannt den Vortrag. Bild: hwk
von Autor HWKProfil

Auf der einen Seite geht es für viele Unternehmen darum, den technologischen Anschluss nicht zu verlieren, um weiterhin Wertschöpfung vor Ort generieren zu können. Anderseits geht es aber auch darum, die damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen zu verstehen und damit umzugehen.

Wie technisch ist die Welt von morgen?

Fragen, mit denen sich Siemens Healthineers in Kemnath in Kooperation mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden (OTH) auseinandersetzt. Auf Einladung von Standortleiter Alfred Koch und Prof. Dr. Franz Magerl referierte Dipl. Ing. Dominik Bösl über "Zukunft der Robotik im Zeitalter der Digitalisierung". Bösl ist bei der Kuka AG in Augsburg im Bereich Innovation und Technology Management tätig und Mitglied der Geschäftsleitung bei Kuka Laboratories. Das Unternehmen ist für viele ein Begriff, wenn es um Industrieroboter geht. Kuka beschäftigt sich auch mit der Gesamtplanung von Fertigungen oder weiteren Einsatzfeldern der Automatisierung außerhalb einer Produktion. Hier ist die Frage, wie technisiert die Welt von morgen sein wird und an welchen Stellen Roboter zum Einsatz kommen.

Es geht darum, wie technisiert und automatisiert Arbeitsabläufe in Fertigungen ausgestaltet werden können und welche technischen Helfer im Haushalt zu finden sein werden. "Heute gibt es bereits Roboter, die Staub saugen oder den Rasen mähen", sagte Bösl. "Aber wer sagt uns denn, dass wir in 10 oder in 20 Jahren nicht einen Roboter haben, der uns die gesamte Hausarbeit abnehmen wird."

Automatisierte Hilfen für Senioren

Laut Bösl lasse sich Innovation nicht bis ins Detail planen oder vorhersagen. Im weiteren Verlauf zeigte Bösl zahlreiche bahnbrechende Innovationen auf, die bis vor wenigen Jahrzehnten undenkbar gewesen sind. Deshalb müsse man heute genau hinschauen, wie sich Trends entwickeln und welche Möglichkeiten bzw. Herausforderungen sich daraus ergeben. Nicht nur für den Haushalt wären multifunktionale Helfer denkbar, sondern auch für die Alten- und Krankenpflege. Dabei verwies Bösl auf Studien, die besagen, dass sich die Lebenserwartung deutlich erhöhen wird. "Da wären Geräte von Vorteil, die Senioren als vollautomatische Gehhilfen dienen und wenn sie nach 500 Metern zu schwach zum Gehen sind, dann setzen sie sich einfach darauf und das Gerät fährt die Personen wieder nach Hause."

Vorsicht vor zu starker Digitalisierung

Dennoch müsse man bei den technischen Weiterentwicklungen und den sich daraus ergebenden Veränderungen aufpassen. "Die Digitalisierung muss einen Mehrwert schaffen und wir müssen uns dabei täglich fragen, was ist am Ende eines solchen Prozesses der Mehrwert für den Kunden bzw. für die Gesellschaft." Eine zwanghafte Digitalisierung von Prozessen oder Abläufen, ohne den Mehrwert im Blick zu haben ist aus seiner Sicht der falsche Weg. "Entscheidend bei diesen Prozessen ist darüber hinaus auch, dass wir Lösungen im Bereich Weiterbildung bzw. Weiterqualifikation für die Arbeitnehmer schaffen. Denn es werden andere Arbeitsplätze mit anderen Anforderungen an die Mitarbeiter entstehen." Dieses Thema müsse man offensiv angehen und alle Betroffenen in ein Boot holen.

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