05.05.2019 - 08:36 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

159 Dokumentationen aus aller Welt

Im vergangenen Jahr sorgt die Schönsee-Dokuserie "Früher oder später" beim "Dok.fest" für Aufsehen. Heuer zeigt das Festival keinen Film aus der Region, dafür 159 Dokumentationen aus 51 Ländern.

Das „Dok.fest“ zeigt einen Film über die britische Musikerin Kate Nash.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Den FFF-Förderpreis in er Kategorie Dokumentarfilm, kontroverse Diskussionen, viel Lob (aber auch Tadel): "Früher oder später" schlug im vergangenen Jahr hohe Wellen. Bei der "Dok.tour" waren die Filmemacher im Herbst sogar im Amberger Cineplex zu Gast. "Dok.fest"-Leiter Daniel Sponsel erklärte im Gespräch mit Oberpfalz-Medien: "Der Film kam unglaublich gut an beim Publikum."

Tausende Zuschauer

In diesem Jahr wird die nördliche Oberpfalz beim Münchener Dokumentarfestival nicht vertreten sein. Dafür gibt es wieder eine ganze Bandbreite an Themen, die in insgesamt 159 Filmen abgebildet werden. Es werden beispielsweise der Eröffnungsfilm "The Whale and the Rave", "Mission Lifeline" und "Die Rote Linie - Widerstand im Hambacher Forst" gezeigt. Sponsel sprach von den "drei Metakonflikten, die wir gerade auf der Welt haben: Natur und Umwelt, Flüchtlingskrise, bürgerlicher Widerstand". Es sei kein Zufall, dass diese Filme beim Festival laufen.Das Spektrum sei aber um einiges weiter gefasst. "Wir haben Filme über eine Boxerin aus Italien, die unbedingt zu den olympischen Spielen will. Oder zum Beispiel das Porträt der Musikerin Kate Nash und ,Die Kinder der Utopie', in dem es um Inklusion geht."

Meinungen zur Doku "Früher oder später"

Schönsee

Das Festival dürfte auch in diesem Jahr wieder viele Besucher anziehen. Im vergangenen Jahr lockte das "Dok.fest" 45 500 Zuschauer. Damit ist es mittlerweile das größte Dokumenarfilmfestival Deutschlands. "Dokumentarfilme sind in den letzten 10, 15 Jahren generell präsenter und wichtiger geworden in der Filmlandschaft", erklärt Sponsel. "Festivals haben ganz besondere Möglichkeiten und Chancen jenseits des normalen Kinobetriebs." Das sei laut dem Festivalleiter auch wichtig, denn das Gesamtangebot an Unterhaltung und "Laufbildkultur" sei viel größer geworden. Mehr Fernsehsender, Plattformen wie Youtube - "da braucht es viel größerer Aufmerksamkeit und einen viel größeren Rahmen, als das Kino im Alltag herstellen kann". Ein Festival könne etwa mit Filmgesprächen punkten. Sponsel erklärte: "Das Dokumentarfestival bietet eine besondere Begegnungsstätte - interkulturell und international gesehen."

Virtuelle Realität

In diesem Jahr musste das Kuratorenteam bei 1079 Einreichungen eine Auswahl treffen. Vor allem Filme mit relevanten Themen, interessanten Menschen und einer cineastischen Machart schafften es letztlich aufs Festival. "Es kommt auf eine gewisse Diversität an - das wir ein großes Spektrum spiegeln an Themen, Ländern und Geschichten."

Beim Festival werden auch Filme gezeigt, bei denen Besucher eine VR-Brille (Virtuelle Realität) aufsetzen müssen. "Die Filme in der Brille ermöglichen eine Interaktion durch die eigene Körperbewegung, die individuell ist." Eine Konkurrenz fürs Kino sieht Sponsel in der neuen Technik nicht. Er sieht sie eher im Heimkino- und vor allem im Gaming-Bereich angesiedelt. Für die Besucher des "Dok.fest" ist es aber eine Gelegenheit, erstmals in die virtuelle Realität einzutauchen: "Es gibt viele Leute, die noch nie so eine Brille aufgehabt haben. Die sind dann total happy, dass sie das ausprobieren können. Die Neugierde ist echt groß." www.dokfest-muenchen.de www.dokfest-muenchen.dee

www.dokfest-muenchen.de

"Dok.fest":

Das "Dok.fest" läuft in diesem Jahr von 8. bis 19. Mai. Insgesamt gibt es 20 Spielorte. In drei Wettbewerbsreihen konkurrieren Filme um den Viktor. Es werden 15 Preise verliehen, darunter der VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis, der die beste deutsche Dokumentarfilmproduktion des Jahres auszeichnet. Das Gastland beim Dokumentarfilmfestival ist in diesem Jahr Russland, das mit sechs Filmen vertreten ist.

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