Trotz empfindlicher Kälte trafen sich Pflanzenbaufachberater Martin Schreyer sowie der Gewässerschutzbeauftragte Michael Lukas vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Weiden am Feld von Georg Bocka (Irlhof) gegenüber der ehemaligen Brennerei, um die dortige Demoanlage „Zwischenfruchtanbau“ zu inspizierten.
„Das Wasser ist unser wichtigstes Lebenselixier und wir sind dank auch unserer Wasserbauern auf einen guten Weg, den Nitratgehalt zu senken und so unseren Trinkwasserbrunnen zu erhalten“, sagte Bürgermeister Josef Beimler. Eine erhebliche Rolle spielen laut Beimler die 12 Landwirte im Wasserschutzgebiet Waldthurn (89 Hektar zwischen Lennesrieth und Albersrieth) sowie das AELF wegen seiner professionellen Betreuung in Kooperation mit Christine Griesbach, vom Sachgebiet Wasserschutz der Marktgemeinde Waldthurn.
„Die Hanfzwischensaat nimmt in unserem Wasserschutzgebiet doppelt so viel Stickstoff vom Boden auf als bei Parzellen ohne Zwischenfrucht“, erläuterte Griesbach. „Hanf ist als Zwischenfrucht konkurrenzfähig“, stellte auch Gewässerschutzbeauftragter Lukas fest. Im Landkreis Neustadt/WN sei das Einbringen von Hanf als Zwischenfrucht in der Marktgemeinde Waldthurn bisher einmalig und man könne es als "gelungen" sehen.
Interesse steigt
Über Jahrhunderte sei Hanf in Deutschland eine bedeutende Kulturpflanze. Wegen der berauschenden Wirkung seiner Blüten ist der Anbau von Cannabis sativa, so der botanische Name, in Deutschland zwischen 1982 und 1996 jedoch verboten worden. Seit 1996 darf Nutzhanf wieder angebaut werden, allerdings unter strengen Auflagen und nur dann, wenn der Gehalt an THC – das ist der in den Blüten enthaltende psychoaktive Wirkstoff, unter 0,2 Prozent liegt. Auch wenn der Hanfanbau seit seiner "Wiedergeburt" kontinuierlich zugenommen hat, in Deutschland sei Hanf noch eine Nischenkultur.
Unkraut unterdrückt
Laut Pflanzenbaufachberater Schreyer keimt Hanf schnell und beschattet den Boden frühzeitig. Insbesondere bei Faserhanf, der sehr dicht gesät wird, ist eine Unkrautregulierung nicht nötig. Die Pflanze stellt grundsätzlich keine besonderen Ansprüche an die Bodenqualität und gedeiht in hiesiger Region fast überall.
Hanf gilt als gute Vorfrucht, denn er unterdrückt Unkraut sehr gut, lockert den Boden durch sein tiefreichendes, weitverzweigtes Wurzelsystem und ist selbstverträglich.
Die Aussaatzeit soll bei Zwischenfruchthanf baldmöglichst nach der Ernte der Vorfrucht erfolgen. Die Saatgutkosten sind im Vergleich zu anderen Zwischenfruchtmischungen mehr als doppelt so teuer.
Durch sein dichtes Blätterdach vermindert er das Wachstum von Unkraut, sein einzigartiges riesiges Wurzelsystem schließt den Boden bis in mehrere Meter Tiefe auf und für sein Wachstum nimmt er Nährstoffe auf, die aus unbewachsenem Boden ausgespült werden könnten. Im Wasserschutzgebiet Waldthurn zeigt sich dies durch niedrige Reststickstoffmengen.















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.