11.09.2019 - 09:48 Uhr
AltendorfOberpfalz

Kultobjekte auf Knatter-Tour

Sie sind in den 1960er Jahren der Wunschtraum junger Leute: Kreidler, Herkules, Zündapp oder DKW. Und sie knattern immer noch. Mit über 250 Zweirädern wird Altendorf zum Eldorado für Oldtimer-Mopeds.

Altendorf im blauen Benzindunst mit Zwei-Takt-Duft, lautem Knattern und bedächtigen Tuckern: Die zweite Auflage des Oldtimer-Moped-Treffens der "Bavarian Barbarians" am Festplatz in Murglhof stellt die gelungene Premiere vom September 2018 mit 200 Zweirädern deutlich in den Schatten.

Über 250 Mofas ließen sich heuer registrieren. Dazu kamen auch noch schwereres Gerät jenseits der 50-Kubikzentimeter-Klasse, alte Schlepper und auch Autos. Bereits am Sonntagmorgen ratterten die Gefährte schier unaufhörlich über die Schwarzachbrücke zum Festplatz in Murglhof. Petrus ließ die Wolkendecke aufreißen und schickte sogar einige Sonnenstrahlen. Schade, dass es am späten Nachmittag zu regnen begann. Aber da war das meiste schon gelaufen. Die "Hartgesottenen" ließen sich von der nasskalten Mischung nicht beeindrucken und harten noch lange im schützenden Zelt aus.

Schon zum Weißwurst-Frühschoppen war der Andrang enorm. Die "Weißen" gingen weg wie die sprichwörtlich warmen Semmeln und zu den Melodien der "Allerscheynsten" ließ es sich gut aushalten. Zu einem besonderen Spektakel wurde die Ausfahrt der alten Vehikel durch umliegende Dörfer. Hunderte von Zuschauern beklatschten die knatternden Kultobjekte und nahmen die Oldtimer dann auch ganz genau unter die Lupe. Und da gab es einiges zu bestaunen.

Auch Autos und Schlepper

Zur Freude der "Bavarian Barbarians" tuckerten auch einige alte Schlepper auf das Festgelände. Darunter ein Lanz-Glühkopf-Bulldog, der am Schanderlhof beheimatet ist und im besten Lack erstrahlte, als hätte er erst die Fabrik verlassen. Mit Fendt, Güldner und Eicher waren die Altötting-Traktor-Wallfahrer vertreten. Neben einem 105 PS staken Schlüter mit sechs Zylindern und hydraulisch kippbarer Kabine nahm sich der 14-PS-Bautz recht bescheiden aus. Ähnlich ging es da dem VW-Jetta und dem Opel-Ascona neben den Straßenkreuzern von Buick und dem Ford Galaxie, die vermutlich in keine Norm-Garage passen.

Immer wieder erstaunlich ist die breite Markenvielfalt der angereisten Mopeds. Zündapp, Kreidler, Herkules, DKW und NSU sind noch recht eingängige Namen, die in den 1960er Jahren der Wunschtraum vieler junger Leute waren. Bei der "Wanderer 98" setzt es schon ein wenig aus. Mit dem Baujahr 1939 ist ein Modell dabei, dessen guter Originalzustand erstaunt. Wer weiß schon, dass die 1885 in Chemnitz gegründeten Wanderer-Werke bedeutende Hersteller von Fahrrädern, Motorrädern, Autos und sogar von Werkzeug- und Büromaschinen waren.

Seltene Marken

Nicht so häufig produziert wurden Marken wie Simson, Puch oder Moto Guzzi, die beim Treffen eher zu den Raritäten zählten. Genauso wie die Motom (Baujahr 1961) von Florian Raabe, der für sein Gefährt aus der Hand von Thomas Deml einen Preis für den besten Originalzustand erhielt. Für seine Kreidler, Baujahr 1958, bekam Markus Dirschwigl eine Urkunde für das älteste Moped in der 50-Kubikmeter-Klasse. Die weiteste Anreise hatten die "Wild Hogs" aus dem Steinwald und die meisten Teilnehmer stellten die "Wildstoiner Boina".

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