"Achtung, 100 Prozent, Schulz-Alarm", ruft ein Spaßvogel dazwischen, als sich der mit allen Stimmen gekürte Spitzenkandidat gerührt bedankt - nicht das einzige Gelächter an diesem langen Abend, bei dem trotz Bayern Münchens Championsleague-Gala gut 70 Altendorfer den Schiesl-Saal füllen - und den bisherigen zweiten Bürgermeister zum Listenführer wählen.
"Das hat schon was von repräsentativ", freut sich der 46-jährige Landwirt über die Unterstützung von rund 10 Prozent der Wahlberechtigten. "Das Wir in Altendorf zählt", motiviert der bisherige zweite Bürgermeister und Energiewirt die ebenfalls neu gewählten 16 Kandidaten der Freien Wählergemeinschaft Gemeinde Altendorf und die drei Ersatzkandidaten.
"Alle an einem Strang"
Eigentlich richtet sich der Appell aber an alle Altendorfer: "Wir wollen keine parteipolitische Spaltung, sondern alle an einem Strang ziehen, um nicht nur Altendorf, sondern alle Ortsteile unserer Gemeinde nach vorne zu bringen." Dazu verspricht der Vize der Freiwilligen Feuerwehr baldige Initiativen mit Bürgerbeteiligung: "Wir wollen Themen sammeln, die den Leuten unter den Nägeln brennen - und daraus unser Programm stricken", sagt Schiesl.
Nach der Aufstellung und Wahl der Listenkandidaten freut sich der Spitzenkandidat über die gelungene Mischung aus Alt und Jung, politischer Erfahrung und neuem Wind aus den Ortsteilen: "Damit sind alle Bevölkerungsgruppen auf der Liste vertreten - je mehr sich beteiligen, desto besser für die Gemeinde."
"Wir vertrauen deiner Gesundheit"
Besonders wichtig ist dem gelernten Zerspannungsmechaniker ein lebenswertes Altendorf, das neue Familien anzieht: "Eine soziale Infrastruktur mit Kita, Kindergarten und Schule ist langfristig nur aufrecht zu erhalten, wenn ein kontinuierlicher Zuzug den demografischen Faktor ausgleicht."
Einen potenziellen Stellvertreter für den Kandidaten wollten die Altendorfer trotz Anregung von Wahlleiter Stefan Götz nicht nominieren. Dafür musste Schiesl das Frotzeln der gut gelaunten Versammlung aushalten: "Wenn er mal ausfällt, haben wir keinen Stellvertreter", erkennt ein Zwischenrufer. "Gesundheitlich hat er in letzter Zeit ja ned so gut ausg'schaut!" Gelächter im Publikum. "Naa, Gspaß, wir vertrauen deiner Gesundheit."
Alt und Jung in Altendorf
Gute Stimmung bei den FWGGA-Kandidaten auch noch kurz vor Mitternacht – nicht mit im Bild ist Josef Schieder (Schirmdorf, Landwirt): (im Bild von links) Josef Forster (Fronhof, Schlosser), Tina Gietl (Altendorf, Behindertenhilfe), Andreas Pamler (Altendorf, Zimmerermeister), Johannes Setzer (Fronhof, Abteilungsleiter Metallbau), Thomas Haimerl (Marklhof, Landwirtschaftsmeister), Florian Forster (Murglhof, Betonbauer), Anja Graf (Murglhof, Krankenschwester), Stefan Prey (Willhof, IT-Berater), Christian Gschrei (Altendorf), Werner Forster (Stabhof, Industriemechaniker), Markus Schiesl (Altendorf, Landwirt, 2. Bürgermeister), Reinhold Merkl (Altendorf, Diplom-Ingenieur, Betriebsrat), Daniel Meierhofer (Altendorf, Anlagenbediener), Michael Zapf (Altendorf, Technischer Einkäufer, Gemeinderat), Maria von Stern (Altendorf, freie Journalistin), Johann Wendl (Willhof, Prototypenbau) und Alexander Prey (Altendorf, Wirtschaftsinformatiker).













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