14.02.2020 - 10:44 Uhr
Altenstadt bei VohenstraußOberpfalz

Durchschnittliches Imkerjahr 2019

Imker sind das ganze Jahr beschäftigt. Dieser Einsatz kann mit dem Kauf eines Honigglases belohnt werden. Wer einheimischen Honig bei den Imkern kauft, bekommt den süßen Brotaufstrich in seiner reinsten Form.

Johann Balk (Dritter von links) steht wieder dem Imkerverein Altenstadt vor. Angelika Meier aus Leuchtenberg ist seine Stellvertreterin. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer (Zweiter von rechts) und Kreisvorsitzender Alois Habeck aus Weiherhammer (Zweiter von links) loben dieses großartige Engagement.
von Elisabeth DobmayerProfil

Fleißig wie die Honigbienen sind die 20 Mitglieder des Imkervereins Altenstadt, unter Vorsitz von Johann Balk. Eine Honigbiene fliegt bis zu drei Kilometer weit und sucht etwa fünf Millionen Blüten auf. Allein diese beeindruckenden Zahlen beweisen ihren unvorstellbaren Fleiß. Bei der Jahreshauptversammlung am Mittwochabend im Gasthaus „Schloßwirt“ blickte Balk auf ein durchschnittliches Imkerjahr zurück.

Die elf aktiven Imker betreuen aktuell 92 eingewinterte Bienenvölker und sind nicht erst seit dem Volksbegehren im vergangenen Jahr das unter dem Motto „Rettet die Bienen“ stand, äußerst aktiv. Die Altenstädter Imker liegen mit ihren 92 Völkern über dem bayernweiten Landesdurchschnitt von 6,66 Völker pro Imker. Sie kommen im Durchschnitt auf 8,36.

Balk zeichnete das arbeitsreiche Jahr eines Imkers auf. Auch im Winter 2018/19 gab es wieder Völkerverluste, informierte Balk über das Bienenjahr. Doch die Einbuße fiel je nach Standort unterschiedlich aus. Der Winterbeginn war nass, und es gab kaum Frost. Erst Mitte Januar setzte der Winter mit Frost und Schnee ein. Der Februar war dann teilweise sehr sonnig. Schon am 25. Februar 2019 brachten die Bienen die ersten Pollen von der Zaubernuss ein. Leider präsentierte sich der März recht regnerisch und in der zweiten Märzhälfte waren bereits Pollen vom Haselstrauch vorhanden. Negativ wirkte sich allerdings dann der Kälteeinbruch Mitte April aus, da zu diesem Zeitpunkt bereits die Obstblüte in Pracht stand. Es gab in dieser Zeit noch mehrere Spätfrostnächte. Die Imker verzeichneten nicht zuletzt deshalb eine geringe bis durchschnittliche Ernte.

An manchen Standorten trat im Juli Melizitose-Honig auf, der sich nur schwer bis gar nicht schleudern lässt, sagte Balk. Bei Melizitose handelt es sich um einen Dreifachzucker, der im Honigtau vorkommt und von den Bienen aufgenommen wird. Deshalb könne der Honig bei zu hohem Anteil nicht mehr ausgeschleudert werden, weil er zu fest ist. Da die Trachten (das Angebot an Nektar, Pollen und Honigtau, den die Honigbienen in den heimischen Bienenstock eintragen) wegen der Trockenheit früh endeten, konnte früh abgeschleudert und der Wintersitz eingerichtet werden.

Für einige Mitglieder gab es im Spätherbst eine böse Überraschung: Die Bienenbeuten, wie die Behausungen im Fachjargon genannt werden, waren leer. Jetzt hoffe man auf eine gute Auswinterung. Lobend erwähnte der Vorsitzende die Mitglieder, die sich Weiterbildungen unterzogen und somit auch zu Multiplikatoren werden. Sehr wertvoll sei der monatliche Stammtisch. Bei dieser Zusammenkunft werde sehr intensiv gefachsimpelt und Neuigkeiten untereinander ausgetauscht. Christian Busch legte einen erfreulichen Finanzbericht ab.

„Der Imkerverein ist ein kleiner und rühriger Verein“, lobte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer. Er habe sich den Appell des Vorsitzenden, der bei der letzten Jahreshauptversammlung an die Bevölkerung appellierte, einheimischen Honig zu kaufen, zu Herzen genommen.

Seit der Aktion „Rettet die Bienen“ habe Wutzlhofer ein gewisses Umdenken in Sachen Umwelt festgestellt. Die Stadt habe zum Beispiel im gesamten Gemeindegebiet ihren Mährhythmus deutlich zurückgenommen und das Aussäen von Blumenwiesen und Beeten forciert. Mit 20 396 gemeldeten Bienenvölkern in Bayern zeigte sich Kreisvorsitzender Alois Habeck zufrieden. Der Kreisverband Weiden mit seinen 246 Mitgliedern betreut 1402 Bienenvölker. „Das ist eine schöne Sache“, versicherte Habeck.

Bei den Neuwahlen bestätigte die Versammlungsrunde für die nächsten drei Jahre erneut Balk als Vorsitzenden. Ihm zur Seite steht als Stellvertreterin Angelika Meier aus Leuchtenberg. Die schriftlichen Angelegenheiten nimmt Wolfgang Schaller wahr, und um die Finanzen kümmert sich Christian Busch. Peter Kleber legt weiterhin als Kassenprüfer ein wachsames Auge auf die Buchführung.

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