08.02.2019 - 16:25 Uhr
Altenstadt an der WaldnaabOberpfalz

Hilfe bei den kleinen Dingen

Altenstadt hat ein besonderes Angebot für Bürger: Die Nachbarschaftshilfe unter Federführung von Daniela Joachimstaler unterstützt bei den Problemen des Alltags.

Bürgermeister Ernst Schicketanz und Daniela Joachimstaler haben immer eine offene Tür für Nachbarn, die Unterstützung brauchen.
von Externer BeitragProfil

Im Alter ist Vieles nicht mehr so einfach: Wie komme ich zum Arzttermin? Wer hilft mir, schwere Einkaufstüten zu tragen? Wenn Verwandte und Bekannte berufstätig sind oder weit weg wohnen, stellen sich Senioren oft diese Fragen. In Altenstadt gibt es die Antwort: Daniela Joachimstaler von der Nachbarschaftshilfe der Gemeinde.Schon von Anfang an, seit 2013, ist sie ehrenamtliche Organisatorin des Projekts - und selbst Helferin. Der Gedanke dahinter ist, schnell und unbürokratisch zu unterstützen, wo sie gebraucht wird. Das können Arztfahrten mit Senioren sein, aber auch Gassigehen und Blumengießen stehen auf Joachimstalers To-Do-Liste.Arbeiten wie Rasenmähen oder Putzen übernimmt sie jedoch nur für kürzere Zeiträume, zum Beispiel während des Urlaubs oder während sich der Hilfesuchende von einer Verletzung erholt. Langfristig geht das nicht: "Dafür gibt es ja auch andere Dienstleister, denen mache ich da keine Konkurrenz", erklärt die Ehrenamtlerin. Sie sieht die Nachbarschaftshilfe eher als "Feuerwehr": Wenn's es einen Notfall gibt, springt Joachimstaler eben ein.Die Helferin hat Spaß dabei, für die Nachbarschaftshilfe unterwegs zu sein. "Die Senioren sind immer gut drauf", erklärt sie. Einkaufsfahrten stehen dabei ganz oben auf ihrer Liste der Lieblings-Hilfeleistungen. Seit Dezember geht sie zum Beispiel 14-tägig mit mehreren Senioren aus dem betreuten Wohnen zum Einkaufen. Negative Erfahrungen hat Joachimstaler dagegen nicht wirklich gemacht - abgesehen davon, dass vielleicht auch mal Arbeiten erledigt werden müssen, die ihr nicht unbedingt Freude machen. Wie im eigenen Haushalt eben auch. Jeder, der die Hilfe der Mutter in Anspruch nimmt, sei auch immer dankbar - ärgern musste sie sich noch nie über einen ihrer "Kunden". Obwohl Joachimstaler auch noch berufstätig ist, bereitet ihr das zusätzliche Engagement keinen Zeitdruck: Sie kann die Nachbarschaftshilfe gut in ihren Alltag integrieren. Wenn Daniela Joachimstaler Einkaufsfahrten macht, verbindet sie das einfach mit ihrem eigenen Einkauf. Gassigehen muss sie sowieso mit ihren eigenen beiden Hunden, dann kann sie noch einen weiteren Vierbeiner mitnehmen. Und Arzttermine müssen die Senioren dann eben auf ihre arbeitsfreien Tage legen - die Stammkundschaft weiß darüber sowieso schon Bescheid. Sollte es doch mal knapp werden, kann die Leiterin auf eine weitere ehrenamtliche Helferin zurückgreifen. In Anspruch nehmen das Angebot übrigens nur Senioren, obwohl es grundsätzlich für jeden offensteht. Höchstens in den Ferien muss Joachimstaler sich auch mal um Haustiere oder Pflanzen kümmern, wenn jemand in den Urlaub fährt.Auch Bürgermeister Ernst Schicketanz ist glücklich, dass seine Gemeinde als eine der wenigen in der Umgebung so ein Projekt anbieten kann, über das die Anspruchnehmer sich auch sehr freuen. "Das ist eine super Sache", findet er. 2013 sei er auf Fördermittel für das Projekt hingewiesen worden. Nachdem Bedarf da war, wurde das Projekt auch zwei Jahre später ohne die Gelder ehrenamtlich weiter betrieben. "So etwas steht und fällt natürlich mit den Ehrenamtlichen", ist sich der Rathauschef bewusst. Er freut sich, mit Daniela Joachimstaler einen Glücksgriff gemacht zu haben. Die ist ihm beim Start des Projekts sofort als genau die Richtige dafür in den Sinn gekommen - und hat auch direkt zugesagt.

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