Altenstadt an der Waldnaab
03.06.2018 - 21:16 Uhr

Wasser abgegraben

Einen Brunnen mit sieben Fontänen wird es auf dem Pfarrplatz nicht geben. Der Bürgerentscheid am Sonntag ist eindeutig ausgefallen: Von 1334 Wählern haben sich 1015 gegen die Wasserspiele ausgesprochen.

Der Pfarrplatz in Altenstadt/WN. gsb
Der Pfarrplatz in Altenstadt/WN.

"Sind Sie dafür, dass auf dem Pfarrplatz ein Brunnen mit Wasserfontänen gebaut wird?", war die zur Abstimmung gestellte Frage. 1015 Stimmberechtigte stimmten dagegen. Mit "Ja" antworteten nur 319. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von rund 35 Prozent.

Zur Wahl gegangen sind trotz des heißen Sommertages nicht ganz 35 Prozent aller Wahlberechtigten in der Gemeinde (34,83 Prozent). Damit ist das Quorum mehr als erreicht, für das 768 Stimmen genügt hätten. Es liegt nicht mehr in der Hand des Gemeinderats, der Bürgerwille ist zum Ausdruck gebracht: kein Brunnen mit Fontänen wie vom Bayreuther Planungsbüro Klaus Stiefler vorgeschlagen.
Das Briefwahlergebnis weicht deutlich von den Ergebnissen in den beiden Wahllokalen in den Schulen ab, was den Schluss zulässt, dass die Gegner des Brunnens am Sonntag in deutlich größerer Zahl zur Wahl gegangen sind als die Befürworter. Unter den 484 zugelassenen Briefwahlscheinen standen 148 Ja-Stimmen einer Mehrheit von 334 Nein-Stimmen gegenüber, das sind nicht ganz 31 Prozent. Damit sind unter den Briefwählern auffallend mehr Befürworter als unter den Wählern, die erst am Sonntag direkt ihre Stimme abgegeben haben.
In den beiden Wahllokalen kamen die Befürworter jeweils nur auf circa 20 Prozent. In Stimmbezirk 1 (Grundschule) stimmten von den 478 Wahlberechtigten 380 mit "Nein", 98 mit "Ja". In Stimmbezirk 2 (Hauptschule) fast identische Prozentzahlen: Von den 375 Wahlberechtigten stimmten 301 mit "Nein", 73 mit "Ja". Das sind jeweils 80 Prozent Nein-Stimmen. Bürgermeister Ernst Schicketanz (SPD) hatte sich vor dem Bürgerentscheid nicht eindeutig festgelegt, hatte die Pläne des Büros Stiefler jedoch als "gute Sache" bezeichnet. Im Rathaus sagte er am Sonntag gegenüber den Oberpfalzmedien, der Entscheid sei eine demokratische Entscheidung, die zu akzeptieren sei; im übrigen werde am heutigen Montag wie beabsichtigt mit der Umgestaltung des Pfarrplatzes begonnen, der Entscheid betreffe schließlich nur den Brunnen.
Was nun die Stelle des Brunnens einnehmen wird, ist wieder vollkommen offen. Der Gemeinderat wird sich in seiner Sitzung am Mittwoch, 13. Juni, mit der Frage neu beschäftigen. Als Alternativen genannt wurden bisher ein kleinerer Brunnen ohne die umstrittenen Wasserspiele, ein Baum als Mittelpunkt einer Sitzgruppe, eine Bleikristallskulptur, ein Metallband als Symbol für Waldnaab und Goldene Straße und eine Barcode-Installation, die Altenstadt als IT-Standort ausweisen würde.
Die Freien Wähler, die den Bürgerentscheid unterstützt haben, favorisieren einen Platz für den Maibaum und den Christbaum. Von allen Seiten ausgeschlossen wird die Möglichkeit, dort Parkplätze zu schaffen, dafür sei der Platz zu schade.

 

 
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