18.09.2020 - 12:20 Uhr
Altenstadt an der WaldnaabOberpfalz

Die Weichen sind gestellt: Sauernlohe wird erschlossen

Die Planung für das neue Gewerbe-/Mischgebiet „Sauernlohe“ steht. Der Gemeinderat passt den Landschaftsplan an und entwickelt einen Bebauungsplan. Als Nächstes folgen nun die Beteiligung der Fachstellen und die erste öffentliche Auflegung.

Die Gemeinde plant auf der westlichen Seite (Sauernlohe) der B22 ein Misch-/Gewerbegebiet. Dieses umfasst drei große Gewerbeareale und südlich angrenzend ein "Urbanes Gebiet""
von Werner SchmolaProfil

Im Mittelpunkt der Gemeinderatsitzung am vergangenen Mittwoch standen diverse Gutachten. Insgesamt fünf Experten präsentierten dem Gremium ihre Stellungnahmen. Am Ende waren sich alle einig, den Flächennutzungsplan entsprechend anzupassen und einen Bebauungsplan „Sauernlohe“ zu erstellen.

Die Architekten Ralph Statter und Klaus Stiefler vom Büro RSP aus Bayreuth informierten zum Flächennutzungsplan und zum geplanten Bebauungsplan. Dieser sei aus dem Flächennutzungsplan zu entwickeln und dieser wiederum an den geplanten Bebauungsplan anzupassen. Geplant seien drei Bereiche als Gewerbegebiet und ein südlich angrenzendes „Urbanes Gebiet“. Statter nahm das Ergebnis der Stellungnahmen der Experten vorweg: „Dem vorliegenden Vorentwurf werde zugestimmt und die Gemeinde könne die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange durchführen.“

Markus Schieder vom Büro Zwick aus Weiden befasste sich anschließend mit der Erschließungsplanung (Straßen, Kanal, Wasser). Als „äußerst positiv“ bezeichnete er die Bodenverhältnisse. „Der Boden ist versickerungsfähig, Regenwasser kann also versickern“. Das erspare einen zusätzlichen Kanal fürs Regenwasser. Dieses müsse ortsnah auf den Grundstücksflächen, Grünflächen oder auf den Flächen neben den Erschließungswegen (Straßengraben) versickern. Auch eine Speicherung in Zisternen sei möglich.

Gemeinde plant neues Baugebiet

Altenstadt an der Waldnaab

Wolfgang Herrmann vom Büro Obermeyer aus München stellte sein Schallgutachten vor. Er beschäftigte sich aber auch mit dem Verkehr stellvertretend für seinen verhinderten Kollegen. Herrmann untersuchte neben dem Gewerbelärm auch den Verkehrslärm. Dabei stellte er fest, dass Schallschutzmaßnahmen unbedingt erforderlich sind. Er empfiehlt eine 376 Meter lange und vier Meter hohe Schallschutzwand östlich der B22. Eventuell seien auch Änderungen an Gebäuden erforderlich. Für das urbane Gebiet empfiehlt der Lärmexperte im östlichen Bereich eine 3,5 Meter hohe Lärmschutzwand. Er stellte zugleich fest, dass diese Maßnahmen auch die jetzige Lärmsituation entlang der B22 verbessern. Herrmann verwies aber auch darauf, dass sich durch das Gewerbegebiet das derzeitige Verkehrsaufkommen auf der B22 um rund zehn Prozent erhöhen wird.

Susanne Ullmann-Wiesend vom Büro „Planen und beraten“ aus München beschäftigte sich mit der Grünordnung und mit dem Umweltbericht. Die Expertin für Landschaftsökologie und Landschaftsplanung beschäftigte sich mit den Schutzgütern Boden und Fläche, Klima und Luft sowie Mensch. Um das 15,6 Hektar große Gebiet „Sauernlohe“ zu erschließen, seien rund 5,4 Hektar Ausgleichsflächen erforderlich. Dafür stünden rund 5 Hektar in Schmidmühlen, die bereits im Eigentum der Gemeinde sind, zur Verfügung. Die restliche Ausgleichsfläche wird im Bebauungsplan integriert.

Am Ende erkundigte sich Gemeinderat Bernhard Pscheidt noch über das zeitliche Vorgehen. Bürgermeister Ernst Schicketanz erklärte, dass nun die öffentliche Auslegung mit der Fachstellenbeteiligung erfolge, dann die Abarbeitung der Stellungnahmen und die zweite Beteiligung. Am Ende stehe die Genehmigung. „Wenn alles gut läuft, dann können wir Ende 2021 mit den Erschließungsmaßnahmen starten“, meinte Bürgermeister Schicketanz. Geplant sei zudem, zeitgleich mit der Umgestaltung der B22 mit der Ampellösung zu beginnen. Der Gemeinderat stimmte schließlich dem Vorentwurf zu und er beschloss, die öffentliche Auflegung und die Fachstellenbeteiligung durchzuführen.

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