01.07.2021 - 15:44 Uhr
Altglashütte bei BärnauOberpfalz

Revierförster mahnt: Keine Lagerfeuer im Wald

Kürzlich entdeckte Förster Oswald Hamann in seinem Revier selbstgebaute Hütten. Obwohl das verboten ist, duldete er die Unterstände. Als an einem aber jemand versuchte, ein Lagerfeuer zu entzünden, musste der Revierförster tätig werden.

Revierförster Oswald Hamann entdeckte vor rund fünf Wochen bei Markierungsarbeiten eine dritte selbstgebaute Hütte nahe Altglashütte mitten im Wald. Hier wurde auch gezündelt. Der Förster bittet, dies angesichts der Hitze und der Waldbrandgefahr dringend zu unterlassen.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Oswald Hamann aus Georgenberg betreut seit 2003 das Waldrevier bei der Altglashütte nahe Bärnau. Seit 2007 ist der 46-Jährige gebürtige Konnersreuther auch zuständig für die Flächen von der Silberhütte bis Flossenbürg. Insgesamt kümmert sich der Revierförster um 2000 Hektar Wald - von Hohenthan und Thanhausen über Altglashütte sowie Silberhütte bis Waldkirch.

Lagerfeuer geht zu weit

Vor etwa fünf Wochen entdeckte Hamann bei Markierungsarbeiten nahe Altglashütte eine notdürftig zusammengebaute Hütte. Der dritte illegal errichtete Unterstand in seinem Revier. Das Holz für die Hütte sei zusammengeklaubtes Totholz, teils mit Kabelbindern zusammengezurrt, daneben eine zusammengefaltete Plane. Auch bei einem weiteren Unterstand fand der Förster Paketband und Plastikfolien. "Nicht sehr ordentlich", stellt Hamann fest. "Vielleicht Jugendliche", vermutet er. Die Verschläge mitten im Gestrüpp, weit ab vom Forstweg, könnte der 46-Jährige noch tolerieren, auch über das Plastik in der Natur hinwegsehen. Dass aber der unbekannte Erbauer versuchte, ein Lagerfeuer zu entzünden, geht Hamann zu weit. Denn es besteht weiterhin Waldbrandgefahr.

In der Feuerstelle fand der Förster sogar noch Überreste von Kerzen oder Grillanzündern. "Seit ich die Hütte entdeckt hab, war hier niemand mehr", berichtet Hamann, der jeden Tag mit Rosa, seiner Brandlbracke-Hündin, in seinem Revier unterwegs ist. Dennoch bereitet ihm die Feuerstelle Sorgen. Zwar konnte der Wald sich durch die diesjährigen Regenfälle erholen, aber auch mooriges Nassgebiet, wie rings um den Verschlag, kann bei der andauernden Hitze schnell austrocknen und sich dann umso schneller entzünden und das Feuer sich ausbreiten. Dabei soll gerade dieses Waldstück als nächstes fit für den Klimawandel gemacht werden. Zu den vielen Fichten werden zusätzlich etwa Erlen und Tannen gepflanzt.

Vermehrt Böschungsbrände

In den vergangenen zwei bis drei Jahren hatte der Förster in seinen Revieren vermehrt immer wieder mit Böschungsbränden zu tun. Diese würden hauptsächlich verursacht durch glühende Zigarettenkippen, die Autofahrer im Sommer aus dem Fenster schnippten.

Zudem erinnert sich der gebürtige Konnersreuther, der im Juni sein 25. Dienstjubiläum feierte, an einen Waldbrand vor über zehn Jahren nahe Altglashütte. Jugendliche seien im Jugendgästehaus auf Orientierungstagen gewesen und machten nahe des Waldes ein Feuer - um mit dem Rauch Mücken abzuwehren. Tage später entzündete sich das Feuer wieder von selbst und breitete sich rasch aus. Etwa 200 Quadratmeter Wald seien damals laut Hamann abgebrannt.

Anzeige erstattet

Warum jemand überhaupt so weit abgeschieden auf moorigem Untergrund eine Hütte baut, kann sich der Revierförster nicht erklären. Einen ersten Unterstand entdeckte Hamann vergangenen Herbst bei Baumfällarbeiten. Dieser liegt am Kirchensteig bei Hohenthan, mittig zwischen den Orten Hohenthan, Thanhausen und Altglashütte. Die Hütten stehen Luftlinie grob zwei Kilometer weit auseinander. Hamann glaubt nicht, dass es sich hier um Jugendliche handelt, die den Unterstand erbauten, sondern um jemanden, der die Natur genießen will. "Es ist schon ein romantisches Plätzchen hier", gibt Hamann zu. "Sehr abgeschieden, vielleicht Waldbaden", vermutet der Förster. Der Erbauer hinterließ eine Nachricht: "Bitte lassen Sie den Unterstand stehen. Er ist zu 100 Prozent ökologisch abbaubar." Die Hütte am Silberbach sei immer ordentlich, der Verschlag selbst nur mit natürlichen Materialien gebaut, betont Hamann. Und der Erbauer mache kein Feuer. Grundsätzlich hat der 46-Jährige nichts gegen diese Unterstände. Vor allem nicht, wenn sich die Leute ruhig und ordentlich verhalten. Er will auch nicht mit erhobenem Finger ermahnen. "Aber es ist eigentlich Fremdgrund und da hat keiner eine Hütte hinzubauen." Die illegalen Bauten brachte er trotzdem zur Anzeige, falls doch mal was passieren sollte, sagt er.

Hamann appelliert an die Waldbesucher, Spaziergänger, Wanderer und Fahrradfahrer, für Rasten und Pausen die offiziellen Rastplätze der Wandervereine zu benutzen, sich an die Wege zu halten und die dafür vorgesehenen Bänke und Sitzplätze zu nutzen.

Aufgrund des trockenen Wetters ordnete die Regierung der Oberpfalz Waldbrandluftbeobachtungen an

Tirschenreuth

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.