Ärger über rote Gebiete beim BBV-Kreisverband Amberg-Sulzbach

Altmannshof bei Poppenricht
24.11.2022 - 13:21 Uhr
Bezirksvorsitzender Ely Eibisch, Kreisobmann Peter Beer und Kreisbäuerin Erika Loos (von links) informieren die Ortsbäuerinnen und Ortsobmänner über die Neuigkeiten der Verbandsarbeit.

Zur gemeinsamen Tagung der Ortsobmänner und Ortsbäuerinnen mit Stellvertretern hatte der Kreisverband Amberg-Sulzbach des Bayerischen Bauernverbandes nach Altmannshof geladen. Bezirkspräsident Ely Eibisch, der seit Oktober auch das Amt des stellvertretenden Landesvorsitzenden bekleidet, sprach sogleich eines der prägendsten Themen des Abends an: die Neuordnung der „roten Gebiete“. Er sagte, dass die Ausweisung der roten Gebiete „einer Enteignung der Landwirte gleichkomme“. Kreisobmann Peter Beer zeigte anhand von Karten die betroffenen Gebiete im Landkreis auf. Besonders monierten die Anwesenden, dass die neue Richtlinie ab 1. Dezember in Kraft tritt, jedoch noch keine genauen Informationen durch die Wasserwirtschaftsämter vorliegen. Genauso kritisiert wurde, dass die Gebiete wahllos gewählt seien und die weiteren Verursacher der Nitratbelastung aus Sicht der Landwirte gar nicht ermittelt würden. Eibisch versicherte den Anwesenden, dass man hierzu im Austausch mit der Staatsregierung sei.

Im Vorfeld der Tagung hatte der neue Kreisvorstand Fragebögen verschickt, auf denen die Ortsdelegierten ihre Wünsche und Anregungen an den Verband – insgesamt und auf Kreisebene – formulieren sollten. Diese Punkte wurden thematisch sortiert und bei dem Treffen von Eibisch, Beer und Kreisbäuerin Erika Loos dem Gremium erörtert. Ungewöhnlich war an diesem Tagesordnungspunkt auch, dass die Funktionäre die Anwesenden darum baten, „ihre Komfortzone zu verlassen“ und sich im Saal umzusetzen, damit Gespräche und Diskussionen zustande kommen, welche im Normalfall nicht entstehen. Ein Anliegen war den Versammelten die „Wahrnehmung des Bauernstandes in der Öffentlichkeit“. Eibisch räumte hierzu ein, dass „der BBV das Thema Öffentlichkeitsarbeit in sozialen Netzwerken in den letzten Jahren verschlafen hat", es werde wohl eine Zeit dauern, das aufzuholen. Beklagt wurde auch das mangelnde Wissen der Bevölkerung über landwirtschaftliche Themen und die fehlende Aufklärung in den Schulen, speziell auch das mangelnde Wissen und Interesse der Lehrerschaft.

Aufgrund der Länge der Diskussionen stellte Obmann Peter Beer den Tagesordnungspunkt „10 Thesen für die Landwirtschaft 2040“ schließlich auf einen späteren Termin zurück.

 
 

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