Jedes Jahr vergibt die OTH Amberg-Weiden Förderpreise an Studierende, Lehrende und Forschungsteams, um innovative Ideen und besonderes Engagement zu würdigen. Darunter auch den Hochschulpreis "best project" - dotiert mit 10 000 Euro.
"Vier starke Projekte standen zur Auswahl", sagte Kanzler Ludwig von Stern am Montagabend bei der Preisverleihung in Amberg. "Die Entscheidung fiel sehr schwer." Doch letztendlich habe das für 2020 ausgeschriebene Projekt von Professor Burkhard Stolz, Professor Jörg Holzmann und Alexander Herzner die Jury überzeugt. Vorschusslorbeeren in Form der stattlichen Summe gibt es für "ein medizinisches Gerät, das in Entwicklungsländern für Verbesserung sorgen soll", verkündete von Stern. Mit einem Elektrokardiogramm (EKG) bewerten Ärzte die Gesundheit des Herzens und stellen zum Beispiel Herzrhythmusstörungen fest. Gemeinsam mit Studierenden des Masterstudiengangs Medizintechnik arbeiten die drei Dozenten an einem Gerät für diese Untersuchung.
Kostengünstige Produktion
"Unser EKG soll möglichst einfach aufgebaut und günstig in der Produktion sein", erzählt Professor Holzmann, der im Lehrgebiet Systems Engineering an der OTH tätig ist. Das hat einen ganz bestimmten Grund. Das Gerät, ausgestattet mit einigen Zusatzfunktionen zur Messung des Pulses oder der Sauerstoffsättigung, soll möglichst einfach nachgebaut werden können. In allen Ländern dieser Welt. Stichwort: Open Source.
Das heißt wörtlich übersetzt "offene Quelle" und bedeutet in diesem Fall, dass die Pläne für das medizinische Gerät irgendwann kostenlos und für jedermann zugänglich ins Netz gestellt werden sollen. Aus ethischen und nachhaltigen Gründen. "Wir wollen das EKG zur Serienproduktion bringen, haben aber keinerlei Gewinnabsichten", sagte Holzmann.
Damit beteiligt sich die OTH an der Med-Tech-One-World-Initiative der TU München. "Hier soll Medizintechnik kostenlos in aller Welt verfügbar gemacht werden", erklärt Burkhard Stolz. Der Studiengangsleiter für Medizintechnik erzählt, dass durch die TU bereits Kontakte zu einer Hochschule in Äthiopien geknüpft worden seien. "Personen vor Ort sollen in die Entwicklung eingebunden werden."
Stolz ist glücklich über die finanzielle Unterstützung der OTH, die Auszeichnung - und auch über die Aufmerksamkeit, die der Hochschulpreis dem Projekt bringt. "Denn wir wollen auf alle Kompetenzen an der OTH zurückgreifen und Studierende aus allen Fakultäten einbeziehen."
Preisgeld schafft Möglichkeiten
Eine der fünf Studentinnen, die bereits daran mitarbeiten, ist Anni Müller. Die Würdigung sei eine große Motivation. "Der Leistungsdruck ist natürlich gestiegen, aber wir freuen uns sehr. Mit dem Geld haben wir viel mehr Möglichkeiten und müssen Ideen nicht mehr grundsätzlich verwerfen."














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