Nahezu 30 Jahre hatten die Vertreter der Stadt weder Kosten noch Mühen gescheut, um die Eisenbahn-Frage im positiven zu lösen. Die Oberpfalz verdankt ihre moderne Erschließung der Bayerischen Ostbahn-Gesellschaft, die in den knapp zwei Jahrzehnten von ihrer Gründung bis zur Verstaatlichung die Grundlage des Oberpfälzer Eisenbahnnetzes schuf. König Maximilian II. genehmigte am 12. April 1856 die Gründung der Königlich privilegierten Actiengesellschaft der Bayerischen Ostbahnen und erteilte ihr die beantragte Konzession zum Bau von vier Linien.
Umfangreiches Netz aufgebaut
In zwei Jahrzehnten baute man im bisher vom Schienenverkehr weitgehend unberührten Ostbayern, der Oberpfalz und Niederbayern ein umfangreiches Bahnnetz. Es entstanden vier Stammstrecken mit 453 Kilometern Länge von Nürnberg über Amberg nach Regensburg, von München über Landshut an die Donau, von Regensburg über Straubing nach Passau an die Landesgrenze sowie ausgehend von der Amberg-Regensburg-Linie an die Landesgrenze gegen Pilsen. Der Standort des Amberger Bahnhofes war zunächst umstritten. Der Magistrat favorisierte eine Anlaufstelle im Westen der Stadt. Der Wunsch der Ostbahngesellschaft am heutigen Sitz wurde durchgesetzt. Das Stadtbild veränderte sich gravierend. Der Mauerring musste großzügig geöffnet werden. Zeitgleich verschwanden mehrere Wohnhäuser. Auch das Allee-Dreieck in Richtung Mariahilfberg fiel dem Neubau zum Opfer. Der Bahnhof wurde im Dezember 1859 eröffnet und entsprach 30 Jahren allen Anforderungen. 1895 wurde das gesamte Ostbahngleisnetz ausgewechselt und verlängert. Ebenso wurden zusätzliche Gleise für den Lokalbahnverkehr geschaffen. 1898 erhielt der Hauptbahnsteig ein Eisendach. Bahn und Post waren gemeinsam untergebracht. In den 1950er-Jahren registrierte der Bahnhof täglich 130 Zug- und 500 Rangierfahrten. Der Bahnhof war schließlich überaltert und man schritt zur bis heute umstrittenen Radikallösung. Nach dem Abriss wurde am 8. September 1962 der neue Bahnhof eingeweiht.
Erste Lokalbahn 1898
Die erste Lokalbahn war am 8. Oktober 1898 mit einer Streckenlänge von 21,52 Kilometern Richtung Schnaittenbach eröffnet worden. Damit begann der Aufschwung im Kaolinrevier. Die Verbindung wurde bald zu einer der verkehrsreichsten und rentabelsten Nebenbahnen. Die Einstellung des Personenverkehrs erfolgte am 30. Mai 1976. Im Jahr 1910 wurde die letzte Lokalbahn mit einer Gesamtlänge von 23,7 Kilometern ab Amberg nach Schmidmühlen eröffnet. Der Personenverkehr endete am 1. Juli 1966, der Güterverkehr endgültig 1988.

















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