14.08.2018 - 11:53 Uhr
AmbergOberpfalz

7000 Wespen unter dem Dach

Sie gilt als lästig und aggressiv: die Wespe. Dabei sind es nur die Deutsche und die Gemeine Wespe, die auf Menschen und ihr Essen wortwörtlich fliegen. Ein Schädlingsbekämpfer sagt, was zu tun ist.

Wespen sind für viele kleine Quälgeister. Doch eigentlich sind sie sehr nützlich: Sie fressen Blattläuse und andere schädliche Insekten und sind selbst eine gute Nahrungsquelle für Vögel.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

(anv) Mit Ratten, Käfern und anderen Ungeziefern verdient er sein Geld: Harald Biersack aus Nittenau (Kreis Schwandorf) ist Schädlingsbekämpfer. Sein Vater gründete den Familienbetrieb, seit 21 Jahren ist Biersack selbst im Geschäft.

Zur Zeit füllen ganz bestimmte Tierchen seinen Terminkalender: Wespen. "Ich habe sieben bis zehn Termine täglich. Pro Termin entferne ich meistens zwei bis drei Nester", sagt Biersack. In einem etwa fußballgroßen Nest wohnen bis zu 7000 Wespen. Im Herbst legen sie ihre Eier ab, etwa 200 Stück. "Im Winter sind sie also auch noch da", räumt Biersack mit einem weit verbreiteten Irrtum auf. Sie suchen vor allem in den kälteren Monaten den Weg ins Warme, fressen sich zum Beispiel durch die Isolierung eines Daches. Ab Mai schlüpfen dann die Ersten.

Dieses Jahr herrschen im August extreme Bedingungen: Das Obst ist früher reif und es ist sehr heiß. Ideal für die Wespen, sie vermehren sich rasend. Vor Aufträgen kann sich Biersack momentan kaum retten. "So viele Wespen wie heuer gab's noch nie." Wenn er gerade keine Wespen bekämpft, telefoniert er, um Aufträge abzusprechen. Sein Einzugsgebiet ist sehr groß. In der ganzen Oberpfalz und sogar in Niederbayern ist er unterwegs.

Nicht selbst handeln

Wenn jemand ein Nest entdeckt, rät er zunächst einmal, Fenster und Türen in diesem Bereich geschlossen zu halten. Es sei wichtig, die Nester möglichst bald zu entfernen. "Ich rate aber niemandem, das selbst wegzumachen." Denn das sei hochgefährlich. Er selbst arbeitet in Schutzkleidung und hat jahrelange Erfahrung. Wespen stehen zudem unter Artenschutz. Dass sie einfach nur stören, reicht nicht, um sie entfernen zu lassen. Bauen sie das Nest aber im Haus, liegt meist eine Gefährdung vor. "Das Menschenwohl steht in diesem Fall über dem Tierwohl", erklärt Biersack. Wer nicht das Risiko eines Bußgelds eingehen will, lässt am Besten einen Experten die Lage einschätzen. Übrigens ist die Feuerwehr nicht für die Entfernung von Wespennestern zuständig. Die unrechtmäßige Entfernung eines Wespennests kann unter Umständen mit einer vierstelligen Strafe geahndet werden. Die Vernichtung eines Hornissennests sogar mit bis zu 50 000 Euro.

Wespenstich - was tun?

Wespen sind nicht von Grund auf aggressiv. Sticht eine Wespe doch zu, hilft es, die Schwellung zu kühlen, auch eine aufgeschnittene Zwiebel lindert den Schmerz. Im Klinikum St. Marien in Amberg sind im August bisher sechs Wespenopfer behandelt worden. Dass es dieses Jahr sonderlich viel wären, kann Marc Bigalke, Leiter der Notaufnahme, nicht sagen. "Da müssen wir den August abwarten. Ich könnte mir vorstellen, dass es bisher so heiß war, dass die Leute gar nicht so viel draußen waren. Ich persönlich habe noch nicht draußen gegessen - das reduziert die Gefahr eines Wespenstichs natürlich."

Treten nach einem Stich Kreislaufprobleme, Schwindel, Schock oder Atemnot auf, muss sofort der Notarzt gerufen werden. Bigalke: "Das ist sonst lebensgefährlich." Angemerkt

Harald Biersack besprüht ein Wespennest im Dach. Bild: Reiner Fröhlich

Der Schädlingsbekämpfer ist seit 21 Jahren im Geschäft.

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