Im Gegenteil: An diesem Abend bringen sie ihr klassisches Gefolge auf die Bühne. Und sorgen im Musikomm für ein ausverkauftes Kulturwerk.
"Simon & Garfunkel meets classic" ist mehr als nur eine musikalische Begegnung von Stilrichtungen. Es ist ein harmonisches Zusammenspiel zwischen den aufgeschlossenen und exquisiten Persönlichkeiten. Sie sind virtuos in ihrem Metier, der Streich scheint im Takt so spielend leicht von der Hand zu gehen, dass eine schwungvolle Bühnenshow mit Jubel und tosendem Applaus belohnt wird.
Alte Traditionen gehen neue Wege. Es entstehen spannende Interaktionen, musikalisch und in Kommunikation mit dem Publikum. Acht Musiker kreieren das Abenteuerliche, das längst mit einem David Garrett mithalten kann. Dabei verlieren sie nie den ursprünglichen Sanftmut von Paul Simon und Art Garfunkel.
Mit Leichtigkeit
Ob leichte Höhenflüge oder bedachte Traurigkeit aus den Melodien schwingt - ihren auserwählten Stimmen bleiben Thomas Wacker und Thorsten Gary treu. Die Entwicklung ihrer Interpretationen mit herausfordernden Stilelementen vollzieht sich nicht nur an der Lockerung verkrusteter Strukturen, sondern zollt auch dem gesellschaftlichen und kulturellen Wandel Tribut. Mit Leichtigkeit erobern sie alle Publikumsschichten.
Damit der Schulterschluss aus Ernstem und Unterhaltendem gelingt, bedarf es ungewohnter Konzepte, unkonventioneller Programmgestaltungen und einer fachkundigen Auswahl. "Simon & Garfunkel meets classic" erfüllt alle diese Kriterien. Zwischen den Schubladen spielen Bratschist Vadim Razumnyy und Cellist Vasily Bystroff aus Karlsruhe. Äußerst außergewöhnliche und unterschätzte Streicher. Sie ergänzen sich grenzenlos und spielen eine Welle von bedachtem Rückhalt zur unterhaltsamen Darbietung.
Viele Überraschungen haben sie in petto. Auch ungeplante. Spätestens als im Abklang von "Sound of Silence" der Cellist niest und ein flüsterndes "Gesundheit" durch die Reihen raunt, lockert sich die bedachte Stimmung, und Bystroff läuft zur Hochform auf. Bratschist Razumnyy schlägt im "Hummelflug" dagegen den Rekord von David Garrett. So ganz nebenbei und unabhängig. Weil er es kann. Auf einen Eintrag im Guinness Buch hat er bisweilen verzichtet. Eine Seltenheit in der Musikszene: Eine Frau übernimmt den Bass. Martina Berenz verpasst den Zuhörern diese wohligen Hiebe in die untere Bauchregion mit tiefen, pumpenden Läufen. Als Fan des Graceland-Duos träumte sie davon, als Bassistin mit ihnen auf der Bühne zu stehen. Wacker und Gary erfüllten ihr den Traum. Seit drei Jahren ist Martina Berenz nun festes Band-Mitglied.
Wohlklingende Konstante
Gutes Timing, ein konstanter Fluss und songdienliches Spielen sind dem Schlagzeuger Lars Vollmer als Attribute zuzuschreiben. Violinist Andrea Barla übernimmt die erste Geige. Den gleichberechtigten Gegenpart hat die zierliche Hiroko Tamaki inne. Zusammen erreichen sie an diesem Abend durch ihren Saitenwechsel eine wohlklingende Konstante.
Authentisches Auftreten aller Musiker und die daraus resultierende Harmonie dringen durch Mark und Knochen. Dieses Klangerlebnis ist eine absolute Empfehlung - nicht nur für Fans des guten Folks.
















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