31.01.2020 - 14:36 Uhr
AmbergOberpfalz

Absage aus Ursensollen: Cerny "maßlos enttäuscht"

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Der Amberger Oberbürgermeister Michael Cerny ist richtig sauer. Auch darüber, dass er vom Aus für das interkommunale Gewerbegebiet mit Ursensollen aus der Zeitung erfahren muss.

Oberbürgermeister Michael Cerny.
von Uli Piehler Kontakt Profil

"Ich bin persönlich maßlos enttäuscht, denn Bürgermeister Mädler hat mir in den letzten Jahren mehrfach erklärt, dass der gesamte Gemeinderat hinter dem interkommunalen Gewerbegebiet steht und dies ein für die gesamte Region sehr wichtiges Projekt ist." Dass er über den Antrag der beiden Ursensollener Fraktionen nicht einmal informell informiert worden sei, enttäusche ihn. "Wir haben als Stadt viel Zeit und Aufwand in die Entwicklung einer Zweckvereinbarung gesteckt, diese mehrfach abgestimmt und juristisch prüfen lassen", erklärt Cerny. "Die interkommunale Zusammenarbeit lebt natürlich auch von Verlässlichkeit und vom Vertrauen darauf, dass Zusagen gelten. Eine einseitige Aufkündigung eines solchen Projektes über die Zeitung ist ein wohl einzigartiger Vorgang."

Amberg

Mehrfach sei öffentlich artikuliert worden, dass Amberg und Ursensollen gemeinsam die Voraussetzungen für ein gemeinsames Gewerbegebiet schaffen wollen, dessen tatsächliche Umsetzung sicher noch viele Jahre dauern werde. "Eine tatsächliche Erschließung und Nutzung würde nur in Verbindung mit der Ansiedlung eines großen und attraktiven Betriebes erfolgen", verdeutlicht der Amberger Rathauschef. "Der Zeitpunkt kurz vor der Wahl scheint daher eher parteipolitisch und vom kurzfristigen Blick auf die Wahl getrieben."

Cerny weist auch auf den Gemeindeverbund "Wirtschaftsraum Amberg", dem auch Ursensollen seit 2018 angehört. Gerade dieser Zusammenschluss solle dazu beitragen, den Flächenverbrauch zu steuern und zu begrenzen. Für diese vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Wirtschaftsregion wäre der Beschluss in Ursensollen ein herber Rückschlag. Wenn die Fraktionsvertreter in Ursensollen mit Flächensparen argumentieren, habe dies angesichts der "sehr intensiven Flächenausweisung und massiven Bebauung der letzten Jahre" wohl eher rhetorischen Charakter. Cerny gibt die Hoffnung nicht auf und warnt: "Ich hoffe, dass in Ursensollen jetzt nicht unnötig kurz vor der Wahl viel Porzellan zerschlagen wird, das die gemeinsame Arbeit nach der Wahl belastet." Außerdem vertraue er darauf, "dass der Handschlag eines Bürgermeisters weiterhin einen echten Wert hat".

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.