"Am 17. Mai 1927 wurde ich als fünftes Kind des Hausmeisters Georg Prechtl und der Hebamme Therese Prechtl in Amberg geboren." Diesen Satz schrieb Franz Prechtl 1969 in seinem kurzen Lebenslauf, mit dem er sich für das Amt des Oberbürgermeisters bewarb. Zu diesem Zeitpunkt hatte er schon eine beachtliche politische Karriere in seiner Heimatstadt hinter sich gebracht. Seit zehn Jahren saß er im Stadtrat, neun Jahre davon war er Fraktionsvorsitzender der CSU - seiner CSU, der er immer eng verbunden blieb. Franz Prechtl hatte das Humanistische Gymnasium (heute: Erasmus) in Amberg besucht, bis 1943 die Einberufung zu den Luftwaffenhelfern, zum Reichsarbeitsdienst und schließlich zur Wehrmacht seine Schulzeit unterbrachen. 1947 machte Franz Prechtl Abitur, studierte Germanistik für das höhere Lehrfach und wurde Gymnasiallehrer - seit 1956 am Max-Reger-Gymnasium. Damals existierte noch der schöne Titel "Studienprofessor".
In 46 Vereinen
Irgendjemand hat es einmal nachgezählt: In 46 Vereinen, Organisationen und Verbänden war Franz Prechtl einst Mitglied oder gar Vorsitzender. Er war ein zutiefst politischer Mensch, tief verwurzelt in der katholischen Kirche. Verheiratet, Vater dreier Kinder. Und seit 1970 Oberbürgermeister seiner Heimatstadt. Der ersten Wahl ging ein heftiger Wahlkampf mit Georg Weich von der SPD voraus, die zweite 1972 nach der Gebietsreform war dann nur noch "Formsache". Mit dem Weich Schorsch verstand sich Franz Prechtl dann aber wieder prächtig, kein festlicher Anlass, bei dem der SPD-Mann fehlen durfte. 1990 erfolgte dann die nahtlose Übergabe an Wolfgang Dandorfer, der ein gut bestelltes Feld übernehmen und ausbauen durfte.
Der Beginn der Altstadtsanierung, der Neubau des Kurfürstenbads, die Erweiterung des Erasmus-Gymnasiums, die neue Kläranlage, die Wiedereröffnung des Stadttheaters - es sind nur ein paar Schlagworte, die den Oberbürgermeister Franz Prechtl charakterisieren. Und immer blieb er in seinen Entscheidungen Amberger. Auch später noch, als er als Alt-OB an seinen Erinnerungen schrieb und für die Sanierung von St. Martin kämpfte. Dabei sprach er sich nie frei von Schuld oder wollte auf einen Sockel gestellt werden. Franz Prechtl wusste, dass auch er nicht unfehlbar war.
Der erste Diener
Er war sich immer bewusst, dass er gemäß seinem eigenen Wahlspruch zu leben hatte, den er bei seiner Antrittsrede als Oberbürgermeister formuliert hat: "Ich will der Erste sein, um allen dienen zu können." Zuletzt lebte Franz Prechtl mit seiner Resi im Wallmenichhaus - das Alter. Resi Prechtl ist vor einiger Zeit gestorben, jetzt ist ihr Franz Prechtl nachgefolgt.





































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