15.07.2020 - 15:41 Uhr
AmbergOberpfalz

ACC Amberg: Unklar, wie sich die Tagungsbranche entwickelt

Die Buchungen im ACC für 2020 stimmten zuversichtlich. Dann kam Corona. Und damit der Lockdown. ACC-Geschäftsführerin Petra Strobl geht von wesentlichen Ertragseinbußen aus. Einen Ausblick, wie sich die Branche entwickelt, wagt sie nicht.

Alljährlich ein Publikumsmagnet: die Baumesse im ACC. Heuer war sie eine der ersten Großveranstaltungen, die wegen der Coronavirus-Pandemie in Amberg abgesagt wurden.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Bei der Sitzung des Verwaltungsrats der Amberger Congress Marketing am Dienstagabend im ACC ging es zwar um den Geschäftsbericht 2019, doch am Ende ihrer Ausführungen gab ACC-Geschäftsführerin Petra Strobl einen Ausblick auf 2020. Und der stimmte nicht optimistisch. Anfangs sei man angesichts der Veranstaltungsnachfragen und der Festbuchungen sehr zuversichtlich für das laufende Jahr gewesen. Doch dann kam die Coronavirus-Pandemie und damit ab 17. März auch die Schließung der Veranstaltungsräume für den Publikumsverkehr. Somit sei für 2020 von wesentlichen Ertragseinbußen auszugehen. Positive Nachholeffekte nach dem Ende der pandemiebedingten Einschränkungen erwartete Strobl wegen der begrenzten Kapazitäten des ACC nicht. "Eine Entwicklung der Tagungsbranche für die Jahre 2020/21 ist momentan nicht absehbar", sagte die Geschäftsführerin.

Das Geschäftsjahr 2019 hingegen hatte an die positive Entwicklung der Jahre zuvor angeknüpft. Strobl sprach von 337 erfolgreichen Veranstaltungen, "die über 59.000 Gäste generierten". Trotz einer achtwöchigen Modernisierung, in der das Haus geschlossen war, erreichte das ACC laut Strobl eine gute Auslastung von 75 Prozent. Dreiviertel des Gesamtvolumens an Veranstaltungen im Kongresszentrum entfiel auf den Bereich Tagungen und Kongresse, wobei man im Vergleich zu 2018 nochmals zugelegt habe: von 195 auf 210. Die Anzahl an mehrtägigen Veranstaltungen sei von 48 im Vorjahr auf 52 gestiegen. Strobl merkte an, dass das auch für Hotellerie, Gastronomie und die Stadt selbst sehr positiv sei. In ihrem Rückblick auf die Tagungen und Kongresse erwähnte Strobl die Kundgebung der CSU-Landesleitung mit Manfred Weber, den bayerischen Imkertag und den Landesparteitag der FDP. Im Bereich Ausstellungen, kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen gab es laut Strobl einen leichten Rückgang. Sehr gut besucht waren ihren Worten nach die Auftritte von Josef Hader im Januar, Six Pack a Capell im März, "Immer wieder sonntags ... unterwegs" mit Stefan Mross im Oktober sowie Bülent Ceylan im Oktober und Reinhold Messner im November.

Wegen Corona abgesagt: die Baumesse

Amberg

Bei den Ausstellungen erwähnte die ACC-Geschäftsführerin die Oberpfälzer Baumesse, die Messe "FrauenSache" und den "50 plus fit und aktiv"-Tag der Stadt. Strobl blickte auch zurück auf die Sportlerehrung der Stadt, den Kinderfasching der Narrhalla und diverse Tanzkurs-Abschlussbälle. "Das zeigt, wie vielfältig das Programm ist", kommentierte sie. Bei den Eigenveranstaltungen der Amberger Congress Marketing (ACM) hob sie den ersten Fachkongress Digitale Bildung Bayern hervor. Für dessen Organisation zollte Oberbürgermeister Michael Cerny dem ACC-Team um Petra Strobl großen Respekt. Wie er ausführte, sei zunächst angedacht gewesen, diesen Fachkongress jährlich zu organisieren. Wegen Corona aber müsse man schauen, ob man ihn alle zwei oder drei Jahre abhalte, so der OB.

Die ACM betreut auch das Dult- und Messegelände an der Bruno-Hofer-Straße. Für dieses Areal listete Strobl 19 Veranstaltungen auf – von Flohmärkten bis hin zu den beiden Dulten. Auch auf letztere blickte Strobl kurz zurück und erwähnte insbesondere, dass die neue Festwirtsfamilie Gschrey bei der Michaeli-Dult im Herbst eine Ladies Night eingeführt habe. Ebenso verantwortet das ACM-Team die Organisation des Altstadtfestes. Bereits zum vierten Mal gab es zum Auftakt das Campus-Fest an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH), informierte Strobl den Verwaltungsrat. Das 45. Altstadtfest selbst sei wieder sehr gut besucht gewesen, bilanzierte die ACC-Geschäftsführerin. Weiter ging Strobl auf das Marketing ein und erklärte, dass man erstmals bei der Messe Locations in München vertreten gewesen sei.

Sowohl Daniel Müller (CSU) als auch Elke Winkel (Bündnis 90/Die Grünen) und Hannelore Zapf (Die Liste Amberg) lobten die hervorragende Arbeit des ACC-Teams. Oberbürgermeister Michael Cerny sagte angesichts des Rückblicks auf Großveranstaltungen, dass es schon fast unwirklich sei, "sich das vorzustellen". Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass Großveranstaltungen irgendwann wieder erlaubt seien. "Es fehlt etwas in unserem gesellschaftlichen Miteinander", sagte er im Bezug auf die Corona-bedingten Absagen.

Info:

Das ACC modernisiert

ACC-Geschäftsführerin Petra Strobl erwähnte in ihrem Geschäftsbericht 2019, den sie am Dienstagabend den Verwaltungsräten der Amberger Congress Marketing (ACM) verlegte, auch die Modernisierung des Kongresszentrums, die sich vom 22. Juli bis 19. September erstreckt hatten. In diesen acht Wochen sei das Haus geschlossen gewesen. Im Zuge dieser Arbeiten sei auch die Küche der Gastronomie modernisiert worden.

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