27.03.2020 - 14:34 Uhr
AmbergOberpfalz

Ältere und das Coronavirus: Selbstverständlich Hilfe

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Einige Einsätze hat die Freiwilligenagentur nach dem AZ-Aufruf schon vermitteln können - und es sollen noch mehr werden. Mehr als 120 Amberger warten darauf, um Älteren und Kranken in der Coronakrise helfen zu können.

Mehr als 120 Engagierte hat die Freiwilligenagentur in Amberg in ihre Liste aufnehmen können: Einige Einsätze hat die Verantwortliche dort schon vermitteln können. Oft geht es darum, für jemanden einen Einkauf zu übernehmen, der sich in der Coronakrise nicht mehr vor die Tür traut.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Für Matthias Binster ist es selbstverständlich, wie er sagt. Schon zum zweiten Mal in dieser Woche greift er einer 73-jährigen Ambergerin unter die Arme, die unter Asthma leidet und damit zu einer Gruppe von Risikopatienten zählt. "Ich habe bisher ein gesundes und glückliches Leben geführt. Wenn ich Hilfe gebraucht habe, waren Freunde und Familie immer für mich da." Mit seinem Engagement bei der Freiwilligenagentur wolle er etwas zurückgeben. Erfahren von der Aktion hatte er durch einen Aufruf der Amberger Zeitung.

Darin hatte unser Haus alle Amberger animiert, sich zu melden, wenn sie aufgrund ihres Alters oder einer Erkrankung in diesen Tagen des Coronavirus nicht unnötig aus dem Haus gehen wollen. Gleichzeitig suchten wir nach gesunden und jungen Freiwilligen, die Besorgungen und Botengänge wie Wocheneinkäufe oder einen Arzt-Gang übernehmen können. Mehr als 120 Freiwillige meldeten sich.

Wer braucht Hilfe?

Amberg

Begeistert von der Bereitschaft ist Elisabeth Triller, die Verantwortliche der Aktion bei der Freiwilligenagentur. Es seien so viele, dass es Sinn mache, Patenschaften zu etablieren, sagt sie. "Noch können wir uns das vom Verhältnis her leisten." Es sei auf eine dauerhafte und nicht sporadische Lösung angelegt. "Keiner weiß ja, wie lange diese Coronakrise dauern wird."

Binster holte Anfang der Woche ein Rezept für die ältere Dame und Brot vom Reformhaus. "Das klappte reibungslos." Im Laufe der Woche bekam er dann eine Einkaufsliste mit Lebensmitteln, die er der 73-Jährigen gern vorbeibrachte. Milch, Butter, Käse, Joghurt. "Sie hat sich gefreut, als ich an der Tür stand." Und für ein kurzes Pläuschchen an der Türschwelle war auch noch Zeit. "Wenigstens ein bisschen Abwechslung", sagt Binster.

Triller vermittelt dabei bewusst Helfer und Hilfebedürftige: Sie sortiert unter anderem nach Wohnortnähe. Binster und die Dame wohnen nur einen Steinwurf voneinander in Amberg entfernt. Auch wichtig sind Fremdsprachen. "Ich konnte zum Beispiel eine Freiwillige vermitteln, die Russisch spricht und nun einer alleinerziehenden Frau mit vier Kindern unter die Arme greift." Eine andere Frau hat angeboten, beim Ausfüllen von Hilfsanträgen zu unterstützen oder wenn Einzelhändler Hilfe bei Formularen brauchen. "Vor allem haben sich viele Studenten gemeldet und Menschen, die jetzt etwas mehr Freizeit durch Home-Office haben."

Patenschaften anbieten

Hilfe bekommt die Expertin nun auch in technischer Hinsicht. Eine Datenbank unterstützt Triller dabei, bei einer Anfrage den geeigneten Partner zu finden, etwa weil er ganz in der Nähe wohnt. Das sei vor allem für die Zukunft ein probates Mittel. "Ich hoffe, dass sich die Hälfte der Freiwilligen auch nach dem Coronavirus weiter engagieren kann und will."

Triller hat sich vor allem über den Anruf der 73-Jährigen vor zwei Tagen gefreut. "Sie war ganz begeistert, dass sich so schnell jemand gemeldet hatte." Und nett sei der Herr auch noch gewesen. "Sie zeigte sich wahnsinnig dankbar und genau deshalb mache ich gern weiter."

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Dankbar für Hilfe

Kontakt:

Wer Unterstützung brauchen kann, wendet sich an Elisabeth Triller bei der Freiwilligenagentur der Stadt Amberg, Spitalgraben 3, E-Mail: engagiert[at]amberg[dot]de, Telefon 0 96 21 / 10 15 13 oder 101 342.

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