Eigentlich thematisierte der Film "Queen of Katwe" das Thema Schach. Bevor der Film über die Leinwand flimmerte, mussten die Veranstalter allerdings die Besucher in die Kinosessel puzzeln. Weil freie Platzwahl galt, entwickelte es sich zum Geduldsspiel, um allen Gästen des Afrikanischen Kinoabends einen Platz zuzuweisen.
Alleine das zeigt, dass sich die Veranstaltung – mittlerweile die achte Auflage – etabliert hat. Mehr als das sogar. Karin Neumüller hätte locker noch 20, 30 Karten mehr im Vorfeld verkaufen können. Das Telefon sei nicht mehr stillgestanden. Am Freitagabend mussten die Veranstalter zudem einige Interessenten abweisen, weil es keine Karten mehr zu kaufen gab. Neumüller, eine der drei Vorsitzenden des Vereins Socialis for The Gambia, erklärte: "Wir sind überwältigt von dem großen Andrang."
Fingerfood und Spendenkörbe
Das dürfte auch für den zweiten Organisator des Kinoabends gelten: die Projekthilfe Dr. Luppa. Beide Vereine nutzten im Ringtheater die Gelegenheit, um auf ihre Arbeit aufmerksam zu machen. Projekthilfe-Vorsitzender Ulrich Siebenbürger zeigte Bilder von der im Jahr 2018 gebauten Realschule in Bassar (Togo). Heuer soll ein Gymnasium an der Grenze zu Ghana fertiggestellt werden. Auch Thomas März-Kronfeld, einer des Vorsitzenden-Trios von Socialis for The Gambia, gab einen Einblick in die Arbeit seines Vereins. Er erinnerte an das 20-jährige Bestehen, das der Verein im vergangenen Jahr feierte und sprach über Projekte, die in naher Zukunft angegangen werden sollen: Schutzimpfungen, Zahnhygiene und Stipendien für Schulabgänger. Im frisch gestrichenen Foyer des Ring-Theaters waren nicht nur Fingerfood und Getränke zu finden, sondern auch Spendenkörbe. März-Kronfeld erklärte: "Ohne finanzielle Unterstützung können wir die Projekte nicht wuppen."
Dokumentarfilm-Festival im März
Einige der Kinobesucher spendeten also Geld, ausnahmslos alle Beifall nach dem Film. Sicher wegen der gelungenen Veranstaltung, ganz bestimmt aber auch wegen der Filmauswahl. Der von Disney produzierte „Queen of Katwe“ basiert auf der wahren Geschichte von Phiona Mutesi. Sie wächst in einem der elendsten Slums von Kampala, der Hauptstadt Ugandas, auf. Der Missionar Robert Katende bringt ihr das Schachspielen bei. Für die talentierte Mutesi eröffnen sich Chancen, der Armut zu entkommen. Der 2016 erschienene Film wurde für einige Oscars gehandelt, letztlich aber nicht nominiert. Unter anderem spielt Lupita Nyong’o (Oscar 2014 als beste Nebendarstellerin für ihre Leistung in „12 Years a Slave“) in „Queen of Katwe“ mit.
Die Kinoabende – ob nun Afrikanische oder Französische – füllen das eigentlich 2015 geschlossene Ring-Theater regelmäßig. Die nächste Gelegenheit, in dem altehrwürdigen Kino Filme zu sehen, bietet das Dokumentarfilm-Festival,, das vom 6. bis 8. März (Freitag bis Sonntag) stattfindet.



















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