08.08.2018 - 13:31 Uhr
AmbergOberpfalz

Aggressiv gegen Hund und Menschen

Glaubt man Betroffenen und Zeugen, dann handelt es sich um eine Bestie auf vier Pfoten. Fest steht: Es gibt ein reales Opfer. "Aico" - ein acht Jahre alter Zwergdackel lebt nicht mehr. Tot gebissen! Das ist aber noch nicht alles.

Nur ein Bild bleibt Alexander Eckelt von seinem Zwergdackel Aico. An dieser Stelle wurde er von einem großen Hund tot gebissen.
von Erich Lobenhofer Kontakt Profil

Der jüngste Vorfall datiert vom vergangenen Sonntag. Gegen 19 Uhr war eine junge Familie aus Schnaittenbach vom Lokal am Hockermühlbad zum Parkplatz geschlendert. "Wir haben uns definitiv bedroht gefühlt", erinnerte sich Alex Berger (28) an das folgende Geschehen. Er selbst trug die eineinhalb Jahre junge Tochter auf dem Arm, neben ihm ging seine vier Jahre jüngere Frau Christina.

Plötzlich sei der Familie ein Paar mit einem angeleinten Hund begegnet - eine Boxer-Labrador-Mischung, wie er amtlicherseits nach einem früheren Vorfall geführt wird. Das Tier sei hochgestiegen und ihnen aggressiv bellend auf den Hinterläufen gegenüber gestanden, ehe ihn das Herrchen zurück riss.

Außer Rand und Band

Gut eine Woche zuvor war die Angelegenheit noch weit ernster. "Es war ziemlich heiß", schilderte Alexander Eckelt sein Erlebnis vom Freitag, 27. Juli, beim Gassigehen am Haager Weg mit Zwergdackel "Aico". Als er in der Nähe den relativ großen Hund ohne Leine laufen sah - "die trug dessen Herrchen in der Hand" - versteckte er sich samt "Aico" hinter einem Gebüsch. "Dann vergingen nicht mal zehn Sekunden, als der Mischling völlig außer Rand und Band von hinten angriff. Vier bis fünf Mal biss er im Kopf- und Halsbereich gegen ,Aico' zu, ließ sich auch nicht bremsen, als sein Herrchen sich auf ihn warf." Danach war der Zwergdackel tot und der Hundehalter sperrte den Angreifer in eine nahe gelegene Blechgarage. Angetan war Alexander Eckelt von der spontanen Hilfsbereitschaft von Passanten. "Sie haben mir zu trinken gegeben, "Aico" verbunden und in eine Decke eingewickelt. Wie sich später herausstellte, war dem Ganzen an besagtem Freitagvormittag noch ein anderes Geschehen wiederum mit dem größeren Mischlingshund vorausgegangen: Nahe der früheren Sparkassenfiliale am Haager Weg "riss der sich plötzlich aus dem Halsband los und wollte einen älteren Mann attackieren", beobachtete Günter Holler als Zeuge. Das rasche Eingreifen seines Herrchens habe dies gerade noch verhindert.

Weiteres Vorgehen:

Mischlingshund wird untersucht

Nach dem tödlichen Biss hat die Polizei erst das Veterinäramt eingeschaltet. „Wir sind dafür eigentlich nicht zuständig“, versicherte dessen Leiter Dr. Werner Pilz. Dessen ungeachtet habe sich eine Mitarbeiterin das Tier unmittelbar nach der Attacke angesehen und zunächst nicht den Eindruck gewonnen, dass der Vierbeiner aggressiv gegen Menschen auftrete. Seither kümmert sich das Ordnungsamt der Stadt um die Angelegenheit. Dort kam es am Dienstag zur Vorführung mit der Hundehalterin. Dabei wurde, so Polizeisprecher Achim Kuchenbecker, mit Nachdruck auf die ohnehin gegebene Anleinpflicht verwiesen und die Verpflichtung zum Tragen eines Maulkorbs angeordnet. Binnen 14 Tagen steht nun ein Wesenstest an. Er soll Aufschluss darüber geben, ob besagtes Tier der Kampfhundeklasse I zuzuordnen ist. Wäre dies der Fall, müsste sich die Halterin – „sie ist sehr kooperativ und arbeitet an der Lösung der Probleme mit“, versicherte Kuchenbecker – von ihm trennen. (ben)

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