20.05.2020 - 17:53 Uhr
AmbergOberpfalz

Aktion Büchertürme in und um Amberg

Im Oktober startete die Aktion Büchertürme an den Schulen in Amberg und Amberg-Sulzbach. Schüler haben seitdem meterhoche Stapel an Büchern verschlungen.

Fotograf Steve McCurry hat dem Thema Lesen ein eigenes Bildband gewidmet. Schüler aus der Region tauchen aktuell in die Welt der Bücher ein.
von Externer BeitragProfil

Autorin Ursel Scheffler hat die Aktion "Büchertürme, Türme & Turmschreiber" entwickelt. In Bayern hat Kultusminister Michael Piazolo die Schirmherrschaft übernommen. Schulklassen wählen sich einen Turm oder ein markantes Gebäude ihrer Umgebung aus, ermitteln die Höhe, melden sich auf der Seite an und beginnen, dieses Bauwerk gemeinsam zu "erlesen".

Die Amberger berichtete im Oktober von der Auftaktveranstaltung in der Stadtbibliothek, die Landrat Reisinger und Oberbürgermeister Cerny als Schirmherren eröffnet hatten. Es beteiligten sich viele Schulen in der Stadt Amberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach: Fleißige Leser finden sich in den Schulen in Ammersricht, Auerbach, Hahnbach, Hirschau, Kastl, Kümmersbruck, Schnaittenbach, an der Barbara-, Dreifaltigkeits-, Max-Josef- und Pestalozzischule.

Martinsturm als nächstes Ziel

Was ist nun aus der Aktion "Büchertürme" geworden? Wie viele Meter haben denn die Kinder in Stadt und Land schon gelesen? Am Welttag des Buches Ende April wäre laut einer Pressemitteilung am Amberger Marktplatz in diesem Jahr ein Lese-Flashmob geplant gewesen, um einen Zwischenstand festzustellen. Gleichzeitig sollte ein gemeinschaftliches "Leseerlebnis" für die Kinder ermöglicht und ein Blick auf ein nächstes mögliches Leseziel geworfen werden: auf den Turm der Amberger Martinskirche mit seinen 94 Metern Höhe.

Das haben der Oberbürgermeister, der Kulturreferent und der Pfarrer gerne gelesen

Amberg

Doch Corona setzte den Planungen rund um den Flashmob Mitte März ein Ende: Doch Büchertürme können auch im Verborgenen entstehen und sie wuchsen stetig. Vor allem im Amberger-Sulzbacher Raum sammelten die Kinder eifrig Lesemeter und lasen gemeinsam Bücherstapel, so hoch wie ein von ihnen gewähltes Bauwerk in ihrer Umgebung. Der Turm an der Max-Josef-Schule (30 Meter) wurde bereits erlesen, ebenso der Hirschauer Rathausturm (20 Meter). Der Vesunaturm im LGS-Gelände, das Amberger Tor in Hahnbach, der Stadtturm in Sulzbach-Rosenberg, der Turm der Amberger Erlöserkirche und der Kümmersbrucker Antoniuskirche werden noch erklommen. Der Durchschnitt der gelesenen Meter dürfte an den Schulen gerade um die 20 Meter liegen, auch wenn die Rückmeldungen zurzeit schwieriger zu organisieren sind. Der Kastler Klosterturm, der Schnaittenbacher Kirchturm und die Ammersrichter Kirche sind mit ihren weit über 40 Metern schon ehrgeizige Ziele, aber nachdem dem Vorhaben keine zeitlichen Grenzen gesetzt sind, werden wohl auch diese Turmhöhen erreicht werden und einfach in das nächste Schuljahr mitgenommen.

Für Lehrkräfte ist die Aktion ein passender Anknüpfungspunkt an heimatgeschichtliche Inhalte im Sachunterricht. "Der geschichtsträchtige Klosterturm in Kastl prägt sich anders ein, wenn man versucht, dessen Spitze symbolisch mit Büchern zu erreichen.", findet Ulrike Hampel-Sperlich, die dortige Rektorin. Ein besonderes Objekt suchten sich die Auerbacher Grundschüler mit ihrer Lehrerin Lisamarie Schmidl aus: "Wir wählten uns den Maffai-Förderturm des alten Bergwerkes mit 32 Metern und die Kinder kommen ihrem Ziel immer näher."

Leuchtende Kinderaugen

Helga Haas, die Lesebeauftragte der Schule Hirschau berichtet über die Aktion Büchertürme: "Als die Kinder für jeden Lesemeter ein buntes Band zur Visualisierung an den Bücherturmpfahl im Schulhaus knüpfen durften, leuchteten die Kinderaugen voller Stolz."

Die Aktion "Büchertürme" startete bereits im Oktober

Amberg

Ob das ehrgeizige Ziel, den Amberger Martinsturm zu erlesen, in einem nächsten Schritt gemeinsam in den Schulen umgesetzt werden kann? Ja, meinen die Lehrkräfte des Arbeitskreises Lesens im Schulamtsbezirk und Gabriele Gauder von der Stadtbibliothek. "Gelesen wird immer und ist in diesen Krisenzeiten eine Möglichkeit, sich in andere Welten zu versetzen um dort Abenteuer erleben zu können. Baumaterial dazu in Hülle und Fülle bietet die Stadtbibliothek Amberg. Sobald sie wieder geöffnet hat, kann wieder in die Welt der Bücher eingetaucht werden", freut sich Gauder.

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