21.08.2019 - 16:38 Uhr
AmbergOberpfalz

Alternative Wohnform für Senioren in Amberg

Auf der einen Seite steht eine moderne Wohnanlage, auf der anderen Seite viel Menschlichkeit und Fürsorge. Möglich macht dies das Seniorenzentrum an der Brentanostraße, das nach eigenen Angaben fünfmal hätte belegt werden können.

Drei Gruppen der CSU-Ortsverbände Sebastian und Gailoh zeigten sich beim Rundgang durchs neue Seniorendienstleistungszentrum von der modernen Einrichtung und den vielfältigen Angeboten beeindruckt.
von Andreas Royer Kontakt Profil

"Eine sehr lange selbstständige und selbstbestimmte Lebensführung soll durch die Wohnformen im Seniorenzentrum für ältere Menschen möglich gemacht werden", machte Heimleiterin Tatjana Richter vom Wallmenich-Haus vor einer vielköpfigen Besuchergruppe eingangs deutlich. Ihre Ausführungen und die Vorstellung der neuen Anlage stieß bei den CSU-Ortsverbänden Gailoh und Sebastian auf überwältigendes Interesse.

Tobias Konrad, Vorsitzender der CSU Gailoh, machte zunächst auf 3,5 Millionen pflegebedürftige Menschen in Deutschland aufmerksam. Er sah darin ein riesiges soziales Thema, für das ein "Gesamtpaket Hilfe im Alter vor Ort" immer wichtiger werde. Ein solches habe das Wohnungsunternehmen Amberg als Bauherr und Eigentümer sowie die Schwesternschaft Wallmenichhaus als Betreiberin mit dem neuen Seniorenzentrum seit 1. Juni realisiert.

Aufgeteilt in drei Gruppen, lernten die Besucher Anlage und Konzept des Neubaus kennen. "Gerade im Alter ist die Gemeinschaft wichtig, niemand soll isoliert leben. Betreut leben heißt deshalb, dass wir täglich schauen und uns fragen, wie geht es meinen Mietern", nennt Emily Hirschmann-Pirzer als Geschäftsleiterin der ambulanten Betriebe ein Grundprinzip im Haus.

Wie weiter zu erfahren war, erlauben die barrierefreien und zum Teil rollstuhlgerechten Wohnungen unterschiedlicher Größe eine eigenständige Haushaltsführung. Bei Pflegebedürftigkeit sei die häusliche Versorgung durch die Sozialstation der Schwesternschaft uneingeschränkt möglich. Vor allem Personen, die auf kein familiäres Umfeld zurückgreifen könnten, würden von dieser individuellen Versorgung profitieren. Auf besonderes Interesse der Gäste stieß die Vorstellung der zwei ambulant betreuten Wohngemeinschaften demenziell erkrankter Menschen mit je zwölf Mietern. Die Pflege und Betreuung werde dort im Sinne der Wohngruppen-Mitglieder möglichst aus einer Hand mit einem konstanten Team angeboten. "Für die Alltagsbegleitung und die Hauswirtschaft sind in der Regel Pflegekräfte als zentrale Bezugspersonen in der Wohngemeinschaft mit aktiv", ergänzte Emily Hirschmann-Pirzer.

Bei einem abschließenden Gespräch standen die enorme Nachfrage nach solchen Wohnformen, der Wunsch nach genügend qualifizierten Pflegekräften und eine angemessene finanzielle Unterstützung der Pflegedienstleistungen durch die öffentliche Hand im Mittelpunkt.

Mit (von links) Birgit Wittmann (Vorsitzende CSU Sebastian), OB Michael Cerny und Tobias Konrad (Vorsitzender CSU Gailoh) waren viele Besucher ins neue Seniorenzentrum an der Brentanostraße gekommen.
Info:

Senioren-Dienstleistungszentrum

Wie das Wohnungsunternehmen Amberg als Eigentümer angibt, begann der Bau des neuen Zentrums für Senioren an der Brentanostraße 1 in Amberg im Jahr 2017. In diesem Sommer folgte die Fertigstellung und der Bezug. Hauptbestandteil des neuen Areals sind 44 Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen mit Wohnflächen von 40 m² bis zu 88 m² (davon 28 Mietwohnungen, 16 Eigentumswohnungen). Alle ermöglichen betreutes Wohnen, eine Leistung der Schwesternschaft Wallmenich-Haus vom BRK, die Betreiberin der Anlage ist. Komplettiert wird das Angebot durch zwei ambulant betreute Wohngruppen mit je zwölf Plätzen für demenziell erkrankte Menschen und einen rund 500 m² großen Bereich zur Tagespflege.

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