06.11.2020 - 17:28 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberg: Aus Altstadt-Leerstand wird Landkreis-Pop-up-Laden

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Das hat es in Amberg so noch nicht gegeben: Ladenbetreiber aus dem Landkreis mieten sich in einem Leerstand an der Oberen Nabburger Straße ein und bieten bis Weihnachten ihre Produkte an - und bringen neues Leben in die Innenstadt.

So sieht es im Pop-up-Store aus: Johann und Stephanie Weber haben den Laden vor der Eröffnung am 12. November mit eigenen Produkten bestückt.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Pop-up-Stores, so heißen die Läden, die plötzlich auftauchen und nach einer gewissen Zeit wieder schließen, gab es in Amberg schon öfter - zum Beispiel im ehemaligen Forum an der Bahnhofstraße. Diese Variante aber ist neu: In der Vorweihnachtszeit präsentieren sich ab Donnerstag, 12. November, zehn Anbieter aus dem Landkreis in einem ehemaligen Modegeschäft an der Oberen Nabburger Straße. Sieben von ihnen wechseln sich jede Woche ab, drei sind an allen Tagen vor Ort. Geöffnet ist donnerstags und freitags von 11 bis 17 Uhr sowie samstags von 10 bis 16 Uhr. Die Idee dazu hatte Stephanie Weber aus Ammerthal, gelernte Hotelfachfrau und Tochter von Kreishandwerksmeister Johann Weber: "Ich fand es schon immer so schade, dass die Stadt und der Landkreis zusammen so wenig auf die Beine stellen. Ich finde, wir gehören einfach zusammen." Die 38-Jährige, die im elterlichen Betrieb beschäftigt ist, wollte aber nicht extra warten, bis vielleicht irgendetwas passiert.

Wir machen das jetzt einfach. Die Zeit ist jetzt reif dafür.

Initiatorin Stephanie Weber

Initiatorin Stephanie Weber

Passende Räume gefunden

Als dann auch noch die Klösterliche Weihnacht im König-Ruprecht-Saal des Landratsamts, bei dem die Webers mit Produkten aus ihrer Konditorei stets vertreten waren, wegen der Pandemie abgesagt wurde, stand für Stephanie Weber fest: "Wir machen das jetzt einfach. Die Zeit ist jetzt reif dafür." Die Idee blieb nicht lange in der Schublade: Mit ihrer Mutter Rita ging die 38-Jährige eigenen Aussagen zufolge vom Malteser bis zum Bahnhof einmal quer durch die Innenstadt, um nach einem möglichst passenden Leerstand zu suchen. Fündig wurden die Webers im ehemaligen Pelzgeschäft Rohr, in dem später die Boutique "Laden 09" untergebracht war. Der Eigentümer sei sofort von der Idee begeistert und der bis Ende Dezember gültige Mietvertrag im Handumdrehen unterschrieben gewesen. Und auch die ersten Anbieter waren bald gefunden. Stephanie Webers Tante Sabine war sofort mit im Boot. Gleiches gilt für Julia Hier-stetter aus Sulzbach-Rosenberg, die Stephanie Weber ebenso persönlich kennt wie die Ammerthalerin Sina Englhard. Doch die Initiatorin wurde nicht nur in im direkten Umfeld fündig. Der Kontakt zu dem Auerbacher Holzkünstler Jean Schleicher sei über gemeinsame Bekannte aus München zustande gekommen, auf Anne Sophie Vogl aus Poppenricht sei Stephanie Weber auf Instagram aufmerksam geworden: "Der Rest hat sich dann einfach so ergeben." Kunst aus Draht, Blumen und Holz, dazu Porzellan, Gehäkeltes, Genähtes, andere Geschenkideen, Kaffee und Imkerei-Produkte: Gerade dieser Mix ist es, den die Ammerthalerin im Laden haben wollte: "Das Schöne ist doch diese Abwechslung. Langweilig wird's bei uns nicht."

Johann Weber steht nicht nur als Vater, sondern auch als Kreishandwerksmeister hinter der Initiative seiner Tochter: "Es gibt bei uns im Landkreis viele Schätze in vielen kleinen Orten. Ich finde es toll, hier in Amberg mal zu zeigen, dass man nicht in Großstädte fahren muss, sondern, dass viel auch in der näheren Umgebung vorhanden ist." Viele der kleinen Gewerbetreibenden seien in Amberg zudem nicht bekannt.

Es gibt bei uns im Landkreis viele Schätze in vielen kleinen Orten.

Kreishandwerksmeister Johann Weber

Kreishandwerksmeister Johann Weber

Überwiegend junge Leute

Was Johann Weber besonders gefällt: "Das sind überwiegend alles junge Leute. Keine Hobbykünstler, sondern Leute, wo auch ein Gewerbe dahintersteht." Gerade in Corona-Zeiten sei es für sie wichtig, mit Blick auf den Umsatz eine neuartige Plattform zu bekommen, denn: "Bedingt durch die ganzen Absagen von Hochzeiten oder Familienfeiern fehlt natürlich schon gewaltig was."

Sie machen mit:

  • 12. bis 14. November: Stil-Geflüster – Drahtkunst, Sina Englhard (Ammerthal)
  • 19. bis 21. November: Blumenkunst – Advent aus Natur, Carolin Engelhardt (Kastl)
  • 26. bis 28. November: Layer Bears – Holzkunst, Jean Schleicher (Auerbach)
  • 3. bis 5. Dezember: Café B1 – Räder Porzellan, Julia Hierstetter (Sulzbach)
  • 10. bis 12. Dezember: Gehäkeltes und Genähtes, Ramona Niebler (Hohenkemnath)
  • 17. bis 19. Dezember: Das Voglnest – Geschenkideen, Anne Sophie Vogl (Poppenricht)
  • An allen Wochenenden: Kartenkunst und Drucke von Sabine Weber (Rückertshof),
    Magnete und Taschen vom Büro Wilhelm (Amberg),
    Kaffee von Kaffeebar (Kümmersbruck),
    Honig: Roland Singer (Schnaittenbach)

Das waren die ersten Pop-up-Läden in Amberg

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