13.03.2020 - 15:10 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberg baut eine von „1000 Schulen für unsere Welt“

"1000 Schulen für unsere Welt": Unter diesem Motto rufen die kommunalen Spitzenverbände ihre Mitglieder zum Bau von Bildungseinrichtungen im armen Teil der Erde auf. Amberg macht mit und bittet Bürger und Firmen schon mal um Mithilfe.

Die Projekthilfe Dr. Luppa hat in Togo eine Realschule und ein Gymnasium gebaut. Die Stadt hat noch kein konkretes Projekt im Auge, will aber Gleiches tun und hat sich ersten Rat bei der Amberger Entwicklungshilfeorganisation geholt.
von Thomas Amann Kontakt Profil

Die Gemeinschaftsinitiative von Städte- und Landkreistag sowie Städte- und Gemeindebund will durch kommunales Engagement zur Schaffung von Schulen in Entwicklungs- und Schwellenländern beitragen. Den Kommunen kommt dabei die Aufgabe zu, bei Bürgern und lokalen Wirtschaftsunternehmen Spenden für jeweils ein konkretes Projekt zu sammeln. "Auch Amberg hat sich entschlossen, an dieser Initiative teilzunehmen und sich dafür einzusetzen, dass eine Schule gebaut werden kann", sagt Oberbürgermeister Michael Cerny und bittet die Bürger schon mal, die Stadt dabei zu unterstützen. "Ziel dieser Aktion ist es, Bildung in den betroffenen Gebieten zu fördern, um auf diese Weise die Armut zu verringern und den dort lebenden Menschen neue Perspektiven zu eröffnen", schildert der OB.

Nach seiner Auskunft können die Kosten für einen Schulhausbau zwischen 30 000 und 80 000 Euro variieren. Die tatsächliche Höhe hänge von Faktoren ab wie Lage, Bedarf und Größe der Einrichtung. Deshalb hoffen er und die Organisationen auf regen Zuspruch, egal wie viel jeder beitragen kann: "Schon kleinere Summen können viel bewegen", so das Credo. All jene, die sich an der Spendenaktion beteiligen, könnten sicher sein, dass das von ihnen gestiftete Geld zu 100 Prozent in den Bau fließt, denn bei dem Projekt würden keine Verwaltungskosten erhoben.

Wie erfolgreich die Maßnahme ist, hat laut Presseinfo das bisherige Ergebnis der Gemeinschaftsinitiative bewiesen: "So wurden unter ihrem Dach von mehr als 40 Kommunen rund 100 Schulbauprojekte angestoßen, 21 Einrichtungen haben bereits eröffnet. Die Spendensumme beläuft sich zwischenzeitlich auf rund 2,8 Millionen Euro."

Hintergrund:

Eyb soll fairen Handel und Entwicklungsziele festigen

Im November hat Heike Freifrau von Eyb ihre Arbeit als Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik bei der Stadt aufgenommen. Ihre Aufgabe ist es, fairen Handel samt Beschaffung in der Verwaltung zu etablieren, indem sie die nachhaltigen Entwicklungsziele, die insgesamt 17 sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs), immer wieder ins Bewusstsein rückt und sich auf diese Weise dafür engagiert, dass diese als Querschnittsaufgabe gesehen und in das Verwaltungshandeln integriert werden.

Das erläutert eine Pressemitteilung, die Eyb mit den Worten zitiert: „Gleichermaßen möchte ich aber auch die Öffentlichkeit über fairen Handel sowie über nachhaltiges Leben und Wirtschaften in einer global vernetzten Welt informieren und unsere Gesellschaft vor Ort aktiv mit einbinden.“ Dabei lege sie insbesondere Wert darauf, dass ein Fokus auf die frühkindliche Bildung gesetzt und auf diese Weise die Grundlage geschaffen wird, die Themen der SDGs in lebenslangem Lernen zu verankern.

Die Basis für diese Tätigkeit hat die neue Mitarbeiterin laut Presseinfo in ihrem langjährigen Engagement als Sprecherin der Steuerungsgruppe für die Fairtrade-Stadt Amberg gelegt. Zudem konnte sie in der Zukunftsakademie als Multiplikatorin im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung praktische Erfahrungen sammeln. „Dieses ehrenamtliche Engagement hat bei mir letztlich auch zu dem Wunsch geführt, das Bewusstsein für die SDGs auf kommunaler Ebene weiterzuentwickeln und deren Umsetzung nachhaltig zu implementieren“, so von Eyb.

Auch OB Michael Cerny wünsche sich, dass durch diese geförderte Stabsstelle der Fairtradegedanke intensiviert und damit Zug um Zug als selbstverständlicher Aspekt bei der Produktbeschaffung verstanden wird. „Aber auch Bürgern, die sich diesbezüglich beraten lassen möchten, steht Frau von Eyb als Ansprechpartnerin zur Verfügung“, betont Cerny. Ein wichtiges Projekt, das Heike von Eyb im Zuge ihrer Tätigkeit übernommen hat, ist die Beteiligung der Stadt an der Gemeinschaftsinitiative der kommunalen Spitzenverbände „1000 Schulen für unsere Welt“.

OB Michael Cerny (rechts) und die Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik, Heike von Eyb, nehmen von Josef Singer (links) den Erlös von 1100 Euro aus dem Tag der offenen Stadt-Tür entgegen.
Im Blickpunkt:

Stadt stiftet erste 1100 Euro: So geht Spenden

Die Stadt hat für den Bau ihrer Schule im Projekt der kommunalen Spitzenverbände den ersten Grundstock von 1100 Euro gelegt. Das Geld übergab der Leiter der Zentralen Dienste, Josef Singer, OB Cerny und Heike von Eyb bei einer Dankesfeier für die Mitarbeiter, die sich beim Tag der offenen Tür der Stadtverwaltung engagiert hatten und dabei diesen Erlös generierten. Der OB hofft nun, dass viele Firmen und Privatleute diesem Beispiel folgen. Für sie steht Eyb (Tel. 10 20 03, heike.eyb[at]amberg[dot]de) als Ansprechpartnerin bereit. Spenden können auch direkt aufs Konto der Stadt bei der Sparkasse Amberg-Sulzbach (Stichwort „1000 Schulen für unsere Welt“, IBAN: DE72 7525 0000 0200 3587 11) gezahlt werden.

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