16.10.2020 - 13:47 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberg darf beim Klimaschutz nichts verschlafen

In der ersten Vollversammlung des interkommunalen Klimaschutzbündnisses werden viele Themen zum Klimaschutz besprochen. Grundsätzlich seien die Ideen gut, aber Fridays for Future Amberg reicht das noch lange nicht.

Michael Zeitler und Aziza Ernst von Fridays for Future Amberg fordern mehr Transparenz und Verbindlichkeit zum Thema Klimaschutz von der Kommunalpolitik.
von Caroline Keller Kontakt Profil

Mit sieben Mitgliedern war Fridays for Future Amberg bei der ersten Vollversammlung des Klimaschutzbündnisses der Stadt Amberg und des Landkreises Amberg-Sulzbach am Verhandlungstisch dabei. Die Gruppe findet, dass das Bündnis grundsätzlich eine tolle Idee ist, so die Mitglieder gegenüber Oberpfalz-Medien. Dennoch hagelt es für das Klimaschutzbündnis Kritik von den Klimaaktivisten.

"Weichen muss Politik stellen"

Bei der Versammlung wurden vier Einzelthemen diskutiert: Lebensstil und Konsum, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung, Energieeffizienz und erneuerbare Energien sowie Mobilität und kommunale Entwicklung. Jedoch hinterließ die Veranstaltung bei den Klimaschutzaktivisten Aziza Ernst (22) und Michael Zeitler (30) den Eindruck, dass die Verantwortung auf die Bürger abgewälzt werden solle. "Ohne die Bürger geht es nicht, aber die Weichen müssen in der Politik gestellt werden", erklärt Zeitler. Ideen, wie private Obstbäume freiwillig zu kennzeichnen, damit andere Bürger sich bedienen können, werden von Fridays for Future Amberg begrüßt. Dadurch soll der Konsum von überregionalen Produkten reduziert werden.

Ohne die Bürger geht es nicht, aber die Weichen müssen in der Politik gestellt werden.

Michael Zeitler

Michael Zeitler

Dafür steht Fridays for Future in Amberg

"Fridays for Future ist ein bunt zusammengewürfelter Haufen, der auf Wissenschaftler hört", erklärt Zeitler mit einem Lächeln. Als oberstes Ziel hat sich die Gruppe rund um den Klimaschutz die Klimaneutralität bis 2035 gesetzt. "Vor allem muss es eine Energiewende und eine Verkehrswende für Amberg geben", merkt Ernst an. Vor allem in der Kommunalpolitik müsse etwas geschehen, denn dort könne man viel erreichen. Amberg könne als wirtschaftlicher Standort und als Hochschulstandort in Sachen Klimaschutz und Klimaneutralität eine wichtige Rolle einnehmen. "Amberg darf beim Klimaschutz nicht hinterherhängen", sagt die Studentin.

Amberg darf beim Klimaschutz nicht hinterher hängen.

Aziza Ernst

Aziza Ernst

Was die beiden Fridays-for-Future-Aktivisten von der Amberger Kommunalpolitik fordern, ist vor allem mehr Transparenz und Verbindlichkeit. Es müsse klarer kommuniziert werden, wo Amberg derzeit klimapolitisch steht, wo der Weg hinführt, wie die Ziele erreicht werden können und bis wann konkret diese erreicht werden müssen. Die Themen der Vollversammlung des interkommunalen Klimaschutzbündnisses sollen nicht nur besprochen, sondern konkret umgesetzt und mit den Bürgern kommuniziert werden, betonen die Aktivisten. "Der Klimaschutz darf nicht zur Individualdebatte werden, sondern soll zur Debatte in der Politik werden."

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