20.11.2020 - 08:57 Uhr
AmbergOberpfalz

In Amberg entsteht ein Generationen-Wald

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Bäume sind wichtig für unser Klima. Das weiß mittlerweile fast jedes Kind. In Amberg entsteht jetzt ein Projekt, das schon den Neugeborenen zeigen soll, dass ohne den Wald in Zukunft nichts läuft.

Auf dieser Fläche entsteht in den kommenden zehn Jahren ein Generationen-Wald. Heuer pflanzen die Mitarbeiter des Forstamts die Flatterulme. Sie war der Baum des Jahres 2019.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

365 Babys sind im Jahr 2019 in Amberg auf die Welt gekommen. In diesen Tagen macht sich das städtische Forstamt daran, genau 365 neue Bäume auf einer Brache zu pflanzen. Für jedes Kind in einem Jahr ein gepflanzter Baum, so lautet für die kommenden zehn Jahre das Motto, das sich die Stadt Amberg nach einem entsprechenden CSU-Antrag gegeben hat. "Am Ende haben wir einen Generationen-Wald", ist Martin Seits begeistert.

Der Leiter des städtischen Forstamts liebt schon von Berufs wegen den Wald. Doch zählt er auch Gründe auf, warum gerade jetzt der Mensch den Wald so dringend braucht. Dieser sei fast so etwas wie ein Perpetuum mobile. "Der Wald entzieht der Natur CO2, bringt Sauerstoff hervor." Der Kohlenstoffdioxid sei wiederum dauerhaft im Holz gespeichert. "Zudem ist es ein wunderbarer Rohstoff." Verbaue man das Holz, verbaue man damit auch das CO2. "Verwenden wir mehr Holz und pflanzen erneut junge Bäume, brauchen die wiederum weiteres Kohlenstoffdioxid zum Wachsen." Für Seits ist Waldpflege und der Umgang mit Holz und Wald Zukunftsarbeit.

Flatterulme wird als erstes geplanzt

Zukunft. Die ist vor allem für die Neugeborenen in Amberg von Bedeutung. Das dachte sich die CSU-Stadtratsfraktion 2019 und schlug als Beitrag zum Klimaschutz eben einen solchen Generationen-Wald vor. Ab diesem Herbst wird nun jeweils der Baum des Jahres im Jahr darauf gepflanzt. Für die 2019-er Babys ist es die Flatterulme. Die Eltern bekommen laut Seits in den kommenden Wochen ein Zertifikat zugeschickt. "Dabei ist auch ein Begleitschreiben und ein Lageplan der Fläche, damit man hinfindet", erklärt er.

Forstamtleiter Martin Seits zeigt eine Flatterulme. Diese Art wird nun für die Babys des Jahrgangs 2019 gepflanzt.

2021 beschäftigen sich die Mitarbeiter am Forstamt dann mit der Robinie, also der Falschen Akazie. Eine Baumart, die nicht ganz unumstritten ist. "Wir pflanzen sie trotzdem, weil sie oft Verwendung findet. Etwa für Spielsachen, Bastelzubehör oder Wildschutzzäune." Sie sei sehr robust und könne Dürre gut wegstecken. "Eine Hauptbaumart wird sie bei uns nie. Wir wollen aber sehen, wie sie sich im Oberpfälzer Wald entwickelt und schlägt."

Ein Profiteur des Klimawandels: die Robinie

Amberg

Genau das reizt Seits an dem Projekt: In den kommenden zehn Jahren entsteht so am Ende ein Mischwald, in dem sich ablesen lässt, welche Art gut mit den Oberpfälzer Verhältnissen klar kommt. Seits rechnet damit, dass dann 4000 Bäume jeweils in Pflanzverbänden auf einer Fläche von rund einem Hektar zusammenstehen. Schilder weisen auf den jeweiligen Jahrgang hin.

Robust in unserem Breitengrad

Im Übrigen ist streng kontrolliert und zertifiziert, wo das städtische Forstamt seine Setzlinge kaufen darf. Im Amberger Wald landet demnach keine Billigware aus China. Eine Baumschule aus Hersbruck zieht die Bäumchen auf. "Wir unterliegen dem Saatgutgesetz", sagt der Experte. Das bedeute, dass nur aus gesicherten Beständen gekauft werde und die Setzlinge zu den Bedingungen des Oberpfälzer Breitengrads passen müssen.

Das Forstamt forstet immer wieder Flächen auf. Seits erklärt, dass es zum einen an einigen Stürmen und Unwettern lag, dass Bäume abknickten und weggenommen werden mussten. Aber man müsse auch "in Vorleistung für Industrieflächen" gehen, wenn ein neues Gebiet ausgewiesen werde und Ausgleich benötigt werde. "Es ist beeindruckend, dass sich ein Kommune wie Amberg 2100 Hektar Wald leistet", sagt Seits. Gerade eine Aktion wie die des Generationen-Walds sei da eine besonders schöne und hilfreiche.

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