25.11.2020 - 20:00 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberg-Sulzbach: In elf Tagen 365 neue Coronainfektionen

Das Landratsamt Amberg-Sulzbach hat am Dienstag die neuen Coronazahlen, aufgeschlüsselt auf die einzelnen Gemeinden im Landkreis, veröffentlicht. Zwei Kommunen weisen in Relation zu ihrer Einwohnerzahl besonders viele neue Infektionen auf.

Ein Mitarbeiter des mobilen Abstrich-Zentrums zeigt ein nicht benutztes Abstrichstäbchen.
von Markus Müller Kontakt Profil

„Die Entwicklung ist nach wie vor dynamisch“, bemerkt Christine Hollederer, die Pressesprecherin des Landkreises, in der Mitteilung zu den Coronazahlen der einzelnen Gemeinden. In den elf Tagen seit der letzten Übermittlung der Gemeindezahlen hat sich die Zahl der Corona-Fälle in Amberg-Sulzbach um 365 erhöht, auf jetzt insgesamt 1310 (die Werte des Gesundheitsamtes weichen hier leicht von denjenigen des Landesamtes für Gesundheit ab).

Nach absoluten Zahlen liegt für diesen Elf-Tage-Zeitraum Sulzbach-Rosenberg, die mit Abstand größte Stadt im Landkreis, weit vorne: Hier wurden 142 neue Corona-Fälle verzeichnet. Auf 40 kommt Vilseck, auf 30 Auerbach.

Sulzbach-Rosenberg mit höchsten Zahlen

Doch auch wenn man die jüngsten Infektionen ins Verhältnis zur Einwohnerzahl setzt, hält Sulzbach-Rosenberg noch deutlich die Spitzenposition: Auf 1000 Einwohner heruntergerechnet gab es in Sulzbach-Rosenberg seit dem 13. November 7,32 Fälle, in Vilseck 6,34. Die weiteren Kommunen folgen mit großem Abstand.

Laut Dr. Roland Brey, dem Leiter des Gesundheitsamtes Amberg, sind solche Höchstwerte vor allem auf Reihentestungen – etwa in Altenheimen – zurückzuführen, bei denen sich viele positive Befunde ergeben. Nach den Erfahrungen in anderen Regionen ist Brey für die weitere Ausbreitung des Virus pessimistisch: „Ich rechne damit, dass das noch schlimmer wird.“ Auch etliche weitere Todesfälle ließen sich nicht ausschließen, seien im Gegenteil sogar sehr wahrscheinlich, wenn sich viele ältere Menschen ansteckten. Bereits am Donnerstag wird wieder ein Corona-Todesfall aus dem Amberger Stadtgebiet in der Statistik des Landesamtes für Gesundheit auftauchen. Er steht allerdings nicht in Zusammenhang mit einem Altenheim.

Bereits zu Wochenbeginn häuften sich die Todesfälle im Zusammenhang mit Corona

Amberg

"Wir stoßen an unsere Grenzen"

In Bezug auf die Heime versuche das Gesundheitsamt alles an Prävention und Beratung, um die Ansteckungen zu minimieren, so Brey. „Aber wir stoßen an unsere Grenzen, wir halten das nicht auf.“ Häufig erschwere der Personalmangel in den Heimen eine Umsetzung der notwendigen Maßnahmen. „Auch die Mitarbeiter in der Pflege sind da frustriert.“ Derzeit bleibe allein die Hoffnung, dass man das Schadensausmaß begrenzen könne. Niemand wolle Besuchsverbote in Heimen, doch man habe jetzt einen Fall, bei dem der starke Verdacht bestehe, dass ein Bewohner durch eine Angehörige infiziert worden sei und das Virus sich von da aus im Haus verbreitet habe.

Keine Besserung in Sicht

Die Corona-Fallzahlen, die Brey am Mittwoch an das Landesamt für Gesundheit meldete, werden in der Statistik am Donnerstag einen leichten Rückgang der 7-Tage-Inzidenz bringen, allerdings bleibt sie sowohl in Amberg als auch in Amberg-Sulzbach über 200. „Es ist nicht absehbar, wann das besser wird“, wagt Brey keine optimistische Prognose. „Dass wir auf einen Inzidenzwert von 50 zurückfallen, ist derzeit unrealistisch.“

Im Klinikum St. Marien Amberg wurden am Mittwochnachmittag 22 Covid-19-Patienten behandelt, davon 2 auf der Intensivstation (inklusive invasiver Beatmung). Dazu kommen 6 Verdachtsfälle. Im St.-Anna-Krankenhaus in Sulzbach-Rosenberg waren es 21 positiv Geteste auf Normalstation und 2 auf der Intensivstation. Verdachtsfälle sind es hier 2.

Die Coronazahlen für die einzelnen Gemeinden im Landkreis Amberg-Sulzbach.
Hintergrund:

Coronazahlen vom Mittwoch, 25. November

  • Amberg
    neue Fälle: 12
    gesamt: 431
    7-Tage-Inzidenz: 209 (+17)
  • Amberg-Sulzbach
    neue Fälle: 33
    gesamt: 1307
    7-Tage-Inzidenz: 225 (+12)

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