Amberg
25.04.2020 - 17:43 Uhr

Amberg-Sulzbach: Ruhepause in Sachen Corona

Kaum Bewegung zeigen die offiziellen Zahlen zu den Coronainfektionen vom Samstag. Auch wenn das für eine Entwarnung noch nicht reicht: Das Gesundheitsamt sieht positive Zeichen.

Eine Ärztin gibt einen Abstrichstäbchen im Plastikröhrchen in einen Plastikbeutel, nachdem sie einem Patienten in einem Testzentrum einen Abstrich aus dem Rachen entnommen hat. Bild: Felix Kästle/dpa
Eine Ärztin gibt einen Abstrichstäbchen im Plastikröhrchen in einen Plastikbeutel, nachdem sie einem Patienten in einem Testzentrum einen Abstrich aus dem Rachen entnommen hat.

Die Zahlen aus dem Lagebericht der Stadt Amberg geben den Stand von Sonntag, 16.30 Uhr, wieder. Demnach sind im Landkreis vier neue Coronainfektion zu verzeichnen, in der Stadt eine. Im Landkreis liegt die Gesamtzahl jetzt bei 439. In der Stadt Amberg sind es 72. Bei den Todesfällen verzeichnet die Statistik 38 in Amberg-Sulzbach und 3 in Amberg. Von den Verstorbenen lebten 24 in Heimen.

Medizinaldirektor Dr. Roland Brey, der Leiter des Gesundheitsamtes, wies diese Woche gegenüber der AZ darauf hin, dass es mehrere Faktoren gebe, die eine saubere Interpretation dieser Zahlen erschwerten. So bekomme das Gesundheitsamt nicht mitgeteilt, wie viele Tests für die Region insgesamt gemacht würden. Lediglich Corona-positive Testergebnisse gingen an die Behörde. Das geschehe auch am Wochenende, doch gebe es bei den Meldungen häufig Verzögerungen. Dasselbe treffe für die Todesfälle zu. Oft liefen hier nach dem Tod noch Ermittlungen, ob der Verstorbene an Covid-19 gelitten habe. Erst wenn dies bestätigt sei, gehe der Fall in die Corona-Statistik ein.

Grundsätzlich sei es aber so: "Alle positiv an Corona getesteten Personen werden in der Statistik als Corona-Tote gezählt, auch wenn sie an ihren Grunderkrankungen, etwa einer Krebserkrankung, einem schweren Grundleiden oder hohem Alter, verstorben sind."

Eine Pressemitteilung aus dem Landratsamt hatte Anfang dieser Woche zudem erklärt, der Anstieg der Infiziertenzahlen in den vergangenen beiden Wochen sage nicht zwangsläufig etwas über die Verbreitung des Virus in der Bevölkerung aus, sondern darin spiegle sich eher das Testverhalten wider. So seien durch Reihentestungen in Altenheimen und Krankenhäusern hohe Fallzahlen generiert worden.

Was sich aber aus den Zahlen ablesen lasse: Selbst unter Berücksichtigung der Dunkelziffer habe sich bisher nur ein geringer Anteil der Bevölkerung mit dem Coronavirus infiziert. Die jüngsten Zahlen dieser Woche interpretierte Roland Brey am Freitag als Stabilisierung der Lage in der Region Amberg-Sulzbach. "Es gab auch erstmals einen Rückgang der Neuinfektionen." Daran zeige sich, dass die Maßnahmen, die gegen die Ausbreitung des Coronavirus ergriffen worden seien, den erhofften Effekt hätten.

Amberg24.04.2020
Neustadt an der Waldnaab24.04.2020
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