18.10.2020 - 14:09 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger Bauausschuss legt am Bootshaus an der Vils an

Aus vier mach eins. Es ist kein Hexenwerk, das demnächst an der Vils passiert. Vier Gebäude samt der ehemaligen Tanzschule Winter verwandeln sich in eine Gaststätte mit Fremdenzimmern.

Bootshaus wird das Gasthaus samt Fremdenzimmern heißen, das am Vilssteg bei der Schiffbrückgasse entsteht. Das Lokal ist dann auch vom Wasser her zu erreichen.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Über Generationen hinweg lernten unzählige Amberger Mädchen und auch Buben ihre ersten Tanzschritte in der Ballettschule Winter. Von daher ist der kleine Torbogen von der Schiffbrückgasse her, der Innenhof zur Vils hin ein vertrauter Anblick in der Stadt. Doch seit einigen Monaten schon laufen die ersten Rückbauarbeiten, Vorbereitungen für die Generalsanierung. Wie die aussehen wird, stellte Baureferent Markus Kühne im letzten Bauausschuss vor.

Bauherr Klaus Herdegen und seine Tochter Eva, die das Bootshaus einmal betreiben soll, mussten am Mittwoch im Bauausschuss lange ausharren, bis ihr Projekt vorgestellt wurde. Das Bootshaus wird eine Gaststätte mit einer großen Terrasse zur Vils hin, 19 Fremdenzimmern und einer Ferienwohnung. Weil die ursprüngliche Terrasse aber relativ klein ist, hängt Architekt Georg Zunner einfach zwei Plattformen zusätzlich über die Vils. Diese können bei Hochwasser eingefahren werden. "Es ist toll, dass wir uns hier so zur Vils hin öffnen", lobte Baureferent Markus Kühne das Projekt. Kühne gilt ja seit Beginn seiner Amtszeit als strikter Befürworter einer intensiveren Verbindung der Altstadt mit der Vils.

Hier geht's zum Ortstermin beim Bootshaus

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"Man kommt künftig sogar vom Boot aus zur Gastronomie", nannte Kühne einen der innovativen Pfeiler am Bootshaus. Wichtig sei bei dem ganzen Projekt aber auch gewesen, möglichst wenig von den vorhandenen Gebäuden abzubrechen. Wenn auch in einem Haus durch eine vorherige unsachgemäße "Sanierung" der Denkmalstatus verloren gegangen sei. "Es war bisher ein rechter Verhau dort", so Kühne. "Die eigentliche Leistung ist es ja, aus diesem Konglomerat eine Einheit zu bilden", drückte es CSU-Fraktionsvorsitzender Matthias Schöberl etwas anders aus. "Es ist eines der schönsten Objekte, das wir in der letzten Zeit gehabt haben", verstieg sich Oberbürgermeister Michael Cerny in einen Superlativ.

Man kommt künftig sogar vom Boot aus zur Gastronomie.

Baureferent Markus Kühne

Stadtheimatpflegerin Beate Wolters appellierte trotz aller Euphorie daran, in einem der ältesten Teile unserer Stadt die Bodendenkmalpflege nicht außer Acht zu lassen, entsprechende Voruntersuchung verliefen in der Vergangenheit aber ohne bedeutenden Befund, hatte Bauherr Klaus Herdegen vor einigen Wochen bei einem Ortstermin der CSU gesagt. Leise Kritik kam von Uli Hübner. Der SPD-Stadtrat findet zwar das Bootshaus ebenfalls eine sehr große Bereicherung für die Altstadt, er frage sich aber, was das Thema denn im Bauausschuss zu suchen habe. In ähnlich gelagerten Fällen entscheide die Verwaltung allein, die Baugenehmigung müsse ohnehin die zuständige Behörde erteilen, nicht der Bauausschuss. Da schwang der leise Verdacht mit, das Projekt werde aus Prestigegründen für die regierende Mehrheitspartei instrumentalisiert.

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