13.09.2020 - 16:11 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger CSU-Fraktion will mutiger entscheiden

Corona ist eine Herausforderung für die Kommunen. Das Virus hat aber auch Entscheidungsprozesse zum Teil erheblich und positiv beschleunigt. "Mutig entscheiden" will die CSU-Stadtratsfraktion daher weiterhin. Was gar nicht so einfach ist.

Die unbürokratischen Entscheidungen während der Corona-Pandemie haben dem Marktplatz sichtlich gut getan. Zentral-Eigentümer Herbert Hottner (von links), CSU-Fraktionsvorsitzender Matthias Schöberl und Oberbürgermeister Michael Cerny sind davon angetan.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Einen umfangreichen Innenstadtrundgang hatte CSU-Fraktionsvorsitzender Matthias Schöberl für Freitagnachmittag zusammengestellt. Er wollte aufzeigen, dass die Corona-Pandemie die Entscheidungen der Verwaltung und des Stadtrats teilweise sehr positiv beeinflusst hat. "Nicht Begründungen suchen, wieso etwas nicht geht, sondern Dinge ermöglichen", sei die Devise der CSU, so Schöberl.

Erste Station und ein Paradebeispiel für gutes unbürokratisches Handeln war gleich der Marktplatz. Dort ist es innerhalb kürzester Zeit gelungen, die Bestuhlung ohne Probleme in der Fläche auszudehnen, so dass die Gastronomen jetzt genauso viele Tische haben wie vor Corona. Herbert Hottner, der Eigentümer des Café Zentral, lobte die Verwaltung dafür in den höchsten Tönen. Und er plädierte - wie die CSU-Fraktion auch - für die Beibehaltung dieses "neuen" Marktplatzkonzepts.

Vor allem freute sich Hottner darüber, dass es mit den Marktbeschickern überhaupt keinen Zoff gab, dass alle Schwierigkeiten im einvernehmlichen Gespräch geklärt werden konnten. "Und es schaut so gut aus", geriet Hottner förmlich ins Schwärmen. Aufgabe des Stadtrats wird es sein, die entsprechende Satzung für die Nach-Coronazeit anzupassen, um aus dem Provisorium eine dauerhafte Lösung machen zu können. "Es soll aber nicht so sein, dass wir die Fläche vergrößern und dann ist es wieder so eng wie vorher", machte Oberbürgermeister Michael Cerny deutlich. Der jetzige Abstand soll weitgehend schon so bleiben.

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Station Nummer Zwei war dann das ehemalige Ochmann-Haus am Viehmarkt. Eigentümer Markus Schmalzl ärgert sich vor allem darüber, dass ihm die Altstadtsatzung bei seinen Renovierungsarbeiten fast keinen Spielraum lässt. Neue Fenster müssten exakt den peniblen Vorgaben der Satzung entsprechen, der große Firmen-Zoigl am Haus dürfe nach einer eventuellen Sanierung nicht mehr daran angebracht werden. "Und für eine Seite des Hauses bekomme ich eine Förderung, für die andere nicht."

Vor Ort forderte Stadtrat Dieter Mußemann den "Ermessensspielraum in der Satzung" ein, um Investoren wie Markus Schmalzl besser gerecht werden zu können. Doch der Oberbürgermeister bremste die Euphorie. Denn die Ausnahme schafft die Regel, gab Michael Cerny zu bedenken. "Ab der dritten Ausnahme kannst du die ganze Satzung vergessen." Ähnlich verhält es sich seiner Auffassung nach auch mit dem Café Rossi am Rossmarkt.

Markise ist wohl nicht drin

Die Eigentümerin hätte gerne eine Markise an der Fassade angebracht, um die Gäste vor der Sonne zu schützen. Markisen sind laut Altstadtsatzung aber nur dort erlaubt, wo Waren in Schaufenstern geschützt werden müssen - nicht an Gaststätten. Der einzige Kompromiss, den sich der OB in solchen Fällen vorstellen kann, ist es, bei einem Hausumbau oder einer Renovierung das Gesamtkonzept unter die Lupe zu nehmen und darüber zu befinden. Das sei im konkreten Fall ja nicht mehr möglich. Ausdrücklich warnte Cerny davor, dass der Stadtrat darüber entscheiden müsse, was schön ist oder was nicht.

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Schön wird in jedem Fall das neue Hotel, das Klaus und Eva Herdegen am Ufer der Vils errichten wollen. Klaus Herdegen hat dazu vier Häuser inklusive der ehemaligen Ballettschule Winter gekauft und wandelt sie in einen Beherbergungsbetrieb mit 19 Doppelzimmern und einer Ferienwohnung um. Die alten Häuser bleiben erhalten, die Umbauten finden vor allem in Innern statt. "Das war der Lebenstraum meiner Tochter", sagte Klaus Herdegen, der für dessen Erfüllung sehr, sehr tief in die eigene Tasche greifen wird. "Das ist ein sensationelles Projekt", lobte OB Michael Cerny Vater und Tochter Herdegen für diesen Investorenmut. Heißen soll das neue Hotel übrigens "Bootshaus".

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