Amberg
23.07.2025 - 14:11 Uhr
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Amberger Bauernmarkt feiert Jubiläum mit besonderem Programm

Besucher können sich Müsli selbst "basteln", Häppchen probieren, Bayerns Milchprinzessin treffen: Der Amberger Bauernmarkt feiert am 25. Juli ein Jubiläum. Angelika Hüttner ist von Anfang an dabei. Und erzählt, was 1500 Markttage bedeuten.

Der Bauernmarktverein hat ganz genau mitgezählt. Deshalb weiß Vorsitzende Angelika Hüttner: Der Amberger Bauernmarkt auf dem Marktplatz findet an diesem Freitag, 25. Juli, von 8 bis 13 Uhr schon zum 1500. Mal statt. Und natürlich will das der Verein mit einem besonderen Programm für die Marktbesucher und auch ein bisschen für die Beschicker feiern: Es gibt besondere Kostproben, Ambergs Oberbürgermeister als "Bedienung" und hoheitlichen Besuch.

„1992 hatten wir unseren ersten Markt“, erinnert sich Bauernmarkt-Vorsitzende Angelika Hüttner. Seither gibt es den Bauernmarkt immer freitags auf dem Marktplatz, aktuell mit zehn Fieranten, die hier ihre Erzeugnisse aus der Region verkaufen. Fünf von ihnen sind von Anfang an dabei. Hüttner zählt auf: Alois Luber aus Kemnath (Wurst), Brigitte Trummer aus Hahnbach (Kartoffeln), Angelika Hüttner aus Lengenloh (Eier, süßes Gebäck und Gemüse), Willi Schmidl aus Hiltersdorf (Geflügel) und Donatus Lorenz jun. aus Allersburg (Getreide, Mehl, Backwaren). Lorenz’ Vater, der ebenfalls Donatus heißt, war laut Hüttner einst einer der Initiatoren dieses Marktes, zusammen mit Hüttners Vorgängerin als Vereinsvorsitzende, Agnes Graf.

Besonderes Miteinander

Wenn Angelika Hüttner über den Bauernmarkt spricht, dann klingt deutlich durch, was ihn, abgesehen von den Produkten, besonders macht: Das Miteinander. "Das ist immer ganz schön", schwärmt Hüttner. Das gelte nicht nur für die Marktleute, sondern auch für die Einkäufer. "Ich habe jetzt noch Kunden, die meine drei Schwangerschaften ,mitgemacht‘ haben. Die sind jetzt um die 80 Jahre alt", so fasst es Hüttner lachend zusammen. Als Vorsitzende spricht sie auch für ihre Kollegen, wenn sie sagt: "1500 Mal Bauernmarkt hätten wir ohne unsere Stammkunden nicht durchgehalten."

Für Kunden der ersten Stunde haben sich die Standlbetreiber etwas ausgedacht: Sie bekommen gegen eine kleine Spende eine Einkaufstasche aus Filz mit Amberg-Schriftzug und Rathaus-Logo, die die Stadt Amberg sonst in der Tourist Information verkauft und zum Jubiläum dem Verein sponsert. Die Spende kommt dann dem Marienheim zugute.

Milchprinzessin feiert mit

Im Seniorenheim leben inzwischen einige der langjährigen Kunden. Sie kommen deshalb nicht mehr regelmäßig jede Woche – aber zu speziellen Anlässen, zu denen sie der Verein einlädt. Mit dem Marienheim, dem Seniorenheim mitten in der Altstadt, und nicht weit entfernt vom Marktplatz, pflegen die Marktleute besonders enge Kontakte – unter anderem mit einem eigenen Erntedankfest mit den Senioren, mit Kaffee, Kuchen und Musik.

Nun, zur Feier des 1500. Bauernmarkts am 25. Juli, wollen Hüttner und ihre Kollegen allen Marktbesuchern etwas Besonderes bieten. Dazu gehört ein "Stand", organisiert von den Milchbauern, der schon optisch aus dem Rahmen fällt – eine XXL-Milchkanne, 2,50 Meter hoch und ausklappbar, mit einer "eingebauten" Küche. Hier werden Probierhäppchen zubereitet, die dann von einem prominenten "Servierer" verteilt werden. Oberbürgermeister Michael Cerny will in diese Rolle schlüpfen und Kostproben mit Frischkäseaufstrich aus Kuh- und Ziegenmilch auf Baguette auf dem Bauernmarkt verteilen. "Für die Kunden, zum Probieren, wie's schmeckt." Dazu gesellt sich zwischen 9 und 10 Uhr auch prominente Unterstützung in Person der bayerischen Milchprinzessin Verena Wagner.

Müsli, Eis und Milchmixgetränke

Auch Milchmixgetränke soll es geben – und zwar mit heimischen Früchten: Also keine Bananenshakes, sagt Hüttner, sondern Milchmix mit Johannisbeeren oder Kirschen. Ebenfalls wahlweise aus Kuh- oder Ziegenmilch oder als veganes Fruchtsorbet, wird diesmal Eis auf dem Bauernmarkt angeboten – nur zur Feier des Tages, betont Hüttner, denn "wir wollen den Eisdielen keine Konkurrenz machen".

Der Bauernverband informiert über verschiedene Getreidearten, zeigt auch deren Ähren und Körner. Die Familie Walz aus Schäflohe ergänzt das mit ihrer Expertise zu Urgetreide und zeigt unter anderem, wie daraus ein Reis-Ersatz wird. Bäuerinnen erklären zudem, wie man sich aus solch heimischen Zutaten von Dinkel bis Leinsamen selbst ein gesundes, zuckerarmes Müsli machen kann: Das können sich Besucher an einer Quetsche selber zusammenmischen und gratis "kleine Tütchen zum Probieren" mitnehmen. Erstmals präsentiert sich laut Hüttner auch ein Linsenbauer auf dem Markt – gut möglich, dass er künftig regelmäßig vorbeikommt.

Tatsächlich wäre laut Angelika Hüttner noch Platz für "zwei, drei weitere Stände". Die Vorsitzende würde sich dafür noch einen Anbieter von "mehr Gemüse" wünschen. "Und jemanden, der kocht": Das komme nämlich immer besonders gut an, lässt sich von den aktuellen Anbietern aber "nebenbei" im regulären Betrieb nicht stemmen. Hüttner denkt dabei vor allem an regionale Gerichte nach "alten Rezepten, die es sonst kaum noch gibt"

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