27.02.2020 - 16:15 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger CSU beklagt Zickenkrieg von Fruth und Netta

Zur Leistungsschau dessen, was laut CSU unter OB Michael Cerny bisher geleistet wurde, avanciert der Politische Aschermittwoch der Partei. Verbale Haue bekommen Birgit Fruth (SPD) und Brigitte Netta (Die Liste) für ihren "Zickenkrieg".

„Wir spielen auf Sieg“, gab CSU-Kreisvorsitzende Michaela Frauendorfer (rechts am Rednerpult) vor den gut 130 Zuhörern beim Politischen Aschermittwoch im ACC aus. Die Gäste ließen sich den Fisch genauso schmecken wie die politische Kost.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Die nahende Kommunalwahl beherrschte auch den Politischen Aschermittwoch der Amberger CSU im ACC. Sowohl Kreisvorsitzende Michaela Frauendorfer als auch Fraktionsvorsitzender Dieter Mußemann machten deutlich, warum aus ihrer Sicht OB Michael Cerny die erste und beste Wahl für das Amt des Oberbürgermeisters sei. Frauendorfer prognostizierte angesichts von acht Listen für die Stadtratswahl "eine Zersplitterung".

"Respektlos vor dem Amt"

Massiv kritisierte sie das Verhalten von SPD-Fraktionsvorsitzender Birgit Fruth und Bürgermeisterin Brigitte Netta (früher SPD, jetzt Die Liste Amberg). Beim Neujahrsempfang der Stadt hätten die Frauen es vermieden, sich die Hand zum Gruß zu geben. "Das gehört sich nicht und ist respektlos vor dem Amt." CSU-Fraktionschef Dieter Mußemann sprach gar von einem Zickenkrieg zwischen "der Oberbürgermeisterkandidatin der SPD-Liste 1 und der Bürgermeisterin der SPD-Liste 2". Es könne nicht angehen, dass die Arbeit für unsere Stadt "unter dem ganz persönlichen Scharmützel der Damen Fruth und Netta leidet".

CSU-Fraktionschef Dieter Mußemann und die Amberger Kreisvorsitzende der Partei, Michaela Frauendorfer, betonten beim Politischen Aschermittwoch im ACC, man spiele bei der Kommunalwahl auf Sieg. Cerny habe Vereine nach jahrelanger Trennung wieder zusammengebracht, setze sich mit Händlern und Akteuren der Innenstadt regelmäßig an einen runden Tisch, schaffe den Konsens zu einem gemeinsamen Sportpark, beende den Stillstand am Forum-Areal mit dem Kompromiss zu den „Drei Höfen“, binde Bürger stärker in Planungen ein und reagiere besonnen und klug, „wenn überregionale Medien versuchen, unsere Stadt bundesweit in ein schlechtes Licht zu rücken“, so Mußemann.

"Ein Verwalter, kein Gestalter"

Amberg

Frauendorfer ging auf das Gesamtpaket in der Lokalpolitik ein: bezahlbares Wohnen, Sicherung und Bildung, Gesundheitsvorsorge, gute und regionale Arbeitsplätze, aber auch Umwelt und Nachhaltigkeit sowie Mobilität. Den Grünen und den Freien Wählern bescheinigte sie, Schlagworte, aber nichts Konkretes im Wahlprogramm zu haben. Der Liste Amberg sagte sie voraus, ein Misserfolg im Stadtrat zu werden. Deren Kandidaten seien Einzelkämpfer, zusammengewürfelt, die innere Struktur einer Partei, in der sie mit bestimmten Werten verbunden seien, fehle ihnen.Oberbürgermeister Michael Cerny legte dar, für welche Politik er steht, und zeigte sich in diesem Zusammenhang froh, dass Amberg bei der Kommunalwahl keine Liste der AfD und der Linken habe. Es brauche eine klare Abgrenzung, dass "wir als CSU keinerlei Schnittmenge mit diesen Parteien haben". Die SPD mit ihren sieben bis neun Prozent in Bayern hat für Cerny ihren Titel als Volkspartei verspielt. Der OB kam auf Ein-Themen-Parteien ebenso zu sprechen wie auf den Klimaschutz, der seiner Meinung nach eine besondere Rolle bei der Wahlentscheidung spielen werde.

Der Klimaschutz sei auch der CSU wichtig, betonte der Rathaus-Chef, schob jedoch ein "aber" hinterher: "Zukunftsorientierte Politik muss daneben auch weiterhin alle Politikfelder abdecken." Cerny zählte auf, was man in der Stadt bereits für den Klimaschutz getan habe: komplette Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED sowie der Stadtverwaltung auf Ökostrom. Außerdem habe Amberg als eine der ersten Städte in Bayern die Verpflichtung für Photovoltaik in neuen Bauplänen beschlossen.

Bildung und Smart-City

Eine klare Abfuhr erteilte er der Forderung, die Dachflächen der Altstadt mit Solaranlagen zu bestücken. Als Argument führte er an, dass sich die Feuerwehr gegen eine generelle Regelung für die Altstadt ausgesprochen habe. Neben Bildung und Breitband, Smart-City und Digitalisierung bekräftigte Cerny auch, dass die Stadt weiterhin kommunaler Träger des Klinikums bleibe. Seine Partei wolle die bestmögliche Gesundheitsversorgung vor Ort sicherstellen. Abschließend schnitt der OB die zwei großen Innenstadtprojekte an: Forum ("Dafür habe wir eine echt super Lösung gefunden") und Bürgerspitalareal, bei dem man noch nicht Vollzug melden könne, was der OB bedauerte. Er hoffe, dass dort bald mit der Baumaßnahme begonnen werden könne. Klar "Nein" sagte er dazu, "alle Gedankenspiele dort nochmals auf Null zu stellen und von vorne zu beginnen". Da war ihm der Beifall sicher.

Info:

Zitate

Gstanzlsänger Bifi: „Eine Frau als Oberbürgermeisterin, des wär in Amberg schon mal gut. Aber wenn ich jetzt so drüber nachdenk’, glaub ich, wäre des verfruth.“

Michaela Frauendorfer über die SPD-Kandidatin Birgit Fruth: „Weniger geeignet für das Amt des Oberbürgermeisters ist jemand, der einer Bürgermeisterin und einer ehemaligen Stadtverbandsvorsitzenden Anlass gegeben hat, nicht nur aus der Fraktion, sondern letztlich auch aus der Partei auszutreten.“

OB Michael Cerny über Klimaschutz: „Wenn wir ehrlich sind, dann gelten gerade bei den jüngeren Wählern hier die Grünen als moderner und hipper – ihr Marketing läuft perfekt und die Ergebnisse jenseits der 20 Prozent sind fast schon normal.“

OB Michael Cerny über die Zerwürfnisse in der SPD: „Heute sind ja alle Parteien grün. Das heißt aber nicht, dass sie sich untereinander grün sind, wie das Verhältnis SPD und 'SPD 2' beziehungsweise Liste und 'Fairer Liste'zeigt.“

Den traditionellen Aschermittwochsfisch gab es im ACC in Form einer Suppe sowie als Brat- und Sahnehering mit Salzkartoffeln.
Hauptredner beim Politischen Aschermittwoch der Amberger CSU war Oberbürgermeister Michael Cerny, der die Kommunalwahl und die Stadtpolitik in Amberg beleuchtete.
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Kommentare

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Ulrich Kreillinger

Es ist interessant, dass in dem Bericht das Thema "Ausbau eines Radwegenetzes in Amberg" nicht auftaucht, obwohl es angesichts der Umwelt- und Verkehrsrelevanz ein besonders wichtiges kommunalpolitisches Vorhaben sein müßte. Das hat zumindest Herr Dr.Schöberl, CSU-Stadtratskandidat, ansatzweise erkannt, indem er Fahrradwege von der Raigeringer Höhe in die Stadt als vordringlich ansieht. Darin allein dürfen sich diese notwendigen Maßnahmen allerdings nicht erschöpfen! Erforderlich ist vielmehr ein konsequenter und kontinuierlicher Ausbau innerstädtischer Radwege, mit dem Ziel der Schaffung eines funktionsfähigen Radwegenetzes in Amberg.

28.02.2020