Amberg
12.02.2020 - 14:06 Uhr

Amberger Grüne konzentrieren sich auf das Klima-Sorgenkind

Der Kreisverband der Grünen widmet sich bei einem Themenabend einem Amberger "Sorgenkind", wie es Vorsitzender Hans-Jürgen Bumes nennt. Konkret geht es als Beitrag zum Klimaschutz um die Zukunft der Mobilität.

Die städtische Klimaschutzmanagerin Corinna Loewert (links) stand den Grünen Rede und Antwort. Bild: e
Die städtische Klimaschutzmanagerin Corinna Loewert (links) stand den Grünen Rede und Antwort.

Bumes, Vorsitzender des Kreisverbandes Amberg-Stadt von Bündnis 90/Die Grünen, hatte auch in seinen Funktionen als Stadtrat und Oberbürgermeister-Kandidat seiner Partei zu dem Treffen in das Bräuwirtshaus Bruckmüller eingeladen. Als Referentin hatte er Ambergs Klimaschutzmanagerin Corinna Loewert verpflichtet. Mit ihr wolle man Ideen für eine zukunftsfähige Mobilität diskutieren. Denn dieser Bereich ist laut Bumes "das Sorgenkind im Hinblick auf die erforderlichen CO2-Einsparungen". Der Ausstoß sei in Amberg um etwa 18 Prozent gestiegen.

Problem mit 365-Euro-Ticket

Ansätze gibt es viele, Ideen und Vorstellungen auch, aber das wurde ebenfalls deutlich: Die Diskussionsteilnehmer sehen in dem Bereich in Amberg viel Nachholbedarf. Und wenn Konzepte vorhanden sind, würden diese nicht umgesetzt. Ein Beispiel: Die Menschen demonstrieren seit Monaten für ein besseres Radwegenetz. Das Konzept der Stadt warte aber immer noch auf seine komplette Umsetzung. Vor allem die neuralgischen Punkte sind den Grünen ein Dorn im Auge. Die Hauptkritikpunkte aus der Runde: Es sei schwierig, ein Fahrrad im Bus mitzunehmen. Zudem sei die Ampelschaltung kein Freund der Radler. Insgesamt gebe es zu viele Hindernisse. Der derzeitige öffentliche Personennahverkehr sei jedenfalls keine Alternative. Es gelte, das Angebot weiter zu verbessern. Das neue 365-Euro-Ticket habe Lücken. Auch die aus Sicht der Grünen schlechte Auslastung der Busse wurde thematisiert. Auf der Wunschliste stehen kleinere Busse und kleinere Preise. Auch von teils mangelhaften Anbindungen war die Rede. Großen Nachholbedarf sieht die Partei auch in Sachen Solar- und Photovoltaik-Anlagen. Die Stadt Amberg unternehme einfach zu wenig im Hinblick auf die erforderlichen CO2-Einsparungen.

Bis 2030 halbieren

Corinna Loewert, die seit April vergangenen Jahres für das Klimaschutzmanagement der Stadt zuständig ist, ließ wissen, dass der CO2-Ausstoß auch in Amberg bis 2030 um die Hälfte verringert werden soll. "Viel zu warm" sei es auch in Amberg geworden, die durchschnittliche Jahrestemperatur sei seit 1919 um rund zwei Grad gestiegen. Loewert berichtete von 13 Prozent mehr Pkw- beziehungsweise Fahrzeugzulassungen seit 2010. Nur 1,5 Prozent davon seien 2019 emissionsfrei gewesen. Die Stadt wolle die Lösungen verstärkt angehen. In Arbeit seien interkommunale Mobilitätskonzepte und Klimaschutz-Bündnisse. Gleiches gelte für die Neuauflage der Grünen Hausnummer. Außerdem war zu erfahren: Die Radverkehrsanteile in der Stadt wurden laut Verkehrsuntersuchung (1997) mit zwölf Prozent beziffert. Eine Befragung von 3650 Personen bei der Firma Siemens habe 2017 ergeben, dass 2000 Beschäftigte einen maximal fünf Kilometer langen Weg in die Arbeit hätten. Der Anteil der Radfahrer liege aber bei gerade einmal sechs Prozent.

 
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