25.09.2020 - 13:58 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger Kindergarten und Technikerklasse in Quarantäne

Bereits seit Anfang der Woche ist eine Klasse des Beruflichen Schulzentrums Amberg in Quarantäne. Am Freitag erwischt es auch einen Kindergarten.

Das Staatliche Berufliche Schulzentrum Amberg musste eine 22-köpfige Klasse in Quarantäne schicken.
von Markus Müller Kontakt Profil

Als Dr. Roland Brey, der Leiter des Gesundheitsamtes, am Freitagmittag mit der AZ telefoniert, ist alles noch ganz frisch: die Meldung, dass es einen positiven Corona-Befund bei einer Erzieherin im Amberger Kindergarten St. Martin gegeben habe, und auch die Entscheidung, eine Quarantäne für die gesamte Einrichtung anzuordnen. Betroffen sind davon rund 50 Kinder. Sie waren auf zwei Gruppen verteilt, für die es aber keine strikte Trennung gab.

Das Gesundheitsamt hat zuerst die Situation im Kindergarten geprüft und dann entschieden, so schnell wie möglich eine Quarantäne anzuordnen, also praktisch ab sofort. „Wir machen uns so eine Entscheidung nicht leicht. Es ist jedem bewusst, was das für die Eltern bedeutet, wenn die Kinder nicht in den Kindergarten können“, sagt Brey. Aber nach dem Gesamtbild habe man so handeln müssen.

Am Beruflichen Schulzentrum (BSZ) ist die Vollzeit-Klasse der Technikerschule schon seit Montag in Quarantäne. Auslöser war laut Martin Wurdack, dem Leiter des BSZ, ein Schüler, der sich im privaten Umfeld angesteckt hatte und am Sonntag sein positives Testergebnis mitgeteilt bekam. Das bedeutete für ihn und seine 21 Klassenkameraden, dass sie sich erst einmal in häusliche Quarantäne begeben müssen.

Unterricht über Video

Positive Testungen anderer Schüler hat es nach Wurdacks Informationen bisher nicht gegeben. Womöglich auch, weil die relativ kleine Klasse im Unterricht untereinander viel Abstand wahren konnte. Damit die von der Quarantäne Betroffenen keinen Stoff versäumen, werden sie über Videokonferenzen weiter unterrichtet. „Das sind alles erwachsene Schüler, das funktioniert sehr gut“, ist Wurdack zumindest in dieser Hinsicht erleichtert.

"An einem kritischen Punkt"

Auch hier habe das Gesundheitsamt keine Alternative zur Quarantäne gehabt, sagt Roland Brey. „Berufsschüler sind junge Leute, die die Infektion eventuell viel leichter verbreiten.“ Ohnehin sei man jetzt an einem kritischen Punkt angelangt. Solange man die einzelnen Fälle und die Kontaktpersonen noch nachvollziehen könne, habe man das Infektionsgeschehen noch einigermaßen im Griff. In München und auch in einigen anderen europäischen Ländern könne man das inzwischen nicht mehr. „Wir gehen noch jedem Einzelfall nach“, skizziert Brey die örtliche Linie. Das sei oft sehr mühselig, aber eben auch eine probate Maßnahme, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen.

Vergangene Woche hatte auch eine 18-köpfige Klasse des Beruflichen Schulzentrums Sulzbach-Rosenberg in Quarantäne gehen müssen. Diese ist laut Brey aber inzwischen abgeschlossen. Noch eine Woche länger liegt der Fall des Kindergartens St. Wolfgang in Hirschau zurück, der ebenfalls wegen einer positiv getesteten Erzieherin komplett geschlossen wurde.

Die Corona-Fallzahlen sind derweil in der Region erneut gestiegen. Im Landkreis Amberg-Sulzbach liegen sie laut Meldung des Landesamtes für Gesundheit vom Freitag bei 541 (+ 3 gegenüber dem Donnerstag), in der Stadt Amberg bei 116 (+ 2). Die 7-Tage-Inzidenz in der Stadt beträgt damit 11,9, die im Landkreis 12,6.

Zum Quarantänefall im BSZ Sulzbach-Rosenberg

Sulzbach-Rosenberg

Zur Quarantäne im Hirschauer Kindergarten

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