05.11.2020 - 12:35 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger Künstler Achim Hüttner wird 70

Achim Hüttner wird am Freitag, 6. November, 70 Jahre alt. In Amberg ist er als Maler und Zeichner bekannt sowie als Gründer und Vorsitzender der Bürgerinitiative "Menschengerechte Stadt".

Achim Hüttner feiert am Freitag, 6. November, seinen 70. Geburtstag.
von Peter GeigerProfil

Wenn Achim Hüttner mit seiner Stimme zeichnen könnte? Dann wäre sie wohl ein klar konturierender Bleistiftstrich! Gleichzeitig aber ist da eine zweite, eine nachholende Handbewegung: Mit der er das, was er zunächst erzählt, am Beispiel erläutert. Und damit differenziert, schraffiert und Lücken füllt.

Besucht man ihn, den leidenschaftlichen Radlfahrer, in seinem Holzhaus oben am Berg, so fällt zweierlei auf: Der beeindruckende Panoramablick über die Stadt. Und die Wände, die behängt sind mit lauter echten Hüttners. Hier also ist der Maler ganz bei sich. Dass der Sommer schon lange in die Knie gegangen ist, sieht man an diesem Tag nur an den länger gewordenen Schatten, am reifen Obst und den Spinnweben, die die Lüfte durchschwimmen. Ja, es ist Altweibersommer. So dass sich in dieser Tagesatmosphäre das Bild ewiger Jugend spiegelt.

Auch wenn Achim Hüttner am 6. November 70 wird, er ist und bleibt jener Bursch' aus der Amberger Vorstadt, den er im Gespräch an diesem Nachmittag mit Worten zeichnet und porträtiert! Dem er Farbe verleiht und Fülle. Jene Figur, die abenteuerversessen zeitlebens keiner Gaudi abhold ist. Und die mit einem grandiosen Talent hineinfällt in diese Welt, fünf Jahre nach Ende des großen Kriegs. Und so findet man sich bald in einem Wimmelbild aus lauter Worten.

"Hüttner, Du bist ein Talent!"

Wie er schon als Halbwüchsiger sein Talent entdeckt, fürs Zeichnen. Weil es ihm wie durch ein Wunder gelingt, alle, die ihm über den Weg liefen, so authentisch aufs Papier zu bannen, dass auch strengste Oberrealschullehrer, wenn sie ihn im Unterricht beim Zeichnen erwischen, von einer Strafe absehen. Stattdessen anerkennend nicken und generös zugestehen: "Hüttner, du bist ein Talent!" Natürlich ist das der Grundstein für den späteren GMG-Kunsterzieher Achim Hüttner und Gründer der Gruppe Amberger Künstler.

Auf eine andere Sache ist er besonders stolz: Und zwar auf die Heiligenfigur, die er in seiner Studentenzeit am Pfarrheim in Wutschdorf entwirft. Sein Kompagnon damals ist Wolfgang Dandorfer, der langjährige Oberbürgermeister. Mit dem streitet er sich zwar auch immer wieder, als engagierter Gründer und Vorsitzender der Bürgerinitiative "Menschengerechte Stadt". Aber das ist eine andere Geschichte. Denn um den Heiligen Martin in voller Farbenpracht erstrahlen zu lassen, bedurfte es "mehrjährig eingesumpften Kalks".

Mehrfach spricht er das Wort aus. Wiederholt es immer wieder. Und scheint sich immer mehr dran zu erfreuen. Diese Liebe für ein so kurioses Wort wie den "mehrjährig eingesumpften Kalk", die ist natürlich kein Zufall. Sondern sie offenbart etwas vom Kunstverständnis dieses detailversessenen Realisten und farbverliebten Zeichners und Malers.

Ja, und taugt der Begriff am Ende nicht sogar als Metapher für genau jene Erinnerungskunst, die der ewig junge Achim Hüttner hoffentlich noch sehr lange vorführt?

Zu seinem 70. Geburtstag stellt Achim Hüttner seine "Kunst aus dem Koffer" in der Stadtgalerie Alte Feuerwache aus

Amberg
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