07.06.2021 - 13:48 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger Schüler: Mit Maske und Test zurück im Klassenzimmer

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180 Tage. Das ist fast ein halbes Jahr. So lange haben sich manche Klassenkameraden nicht mehr gesehen. Seit Montag gehen in Amberg alle Kinder und Jugendlichen wieder zur Schule. Vor dem Unterricht muss aber erstmal die Maske runter.

Die Ethik-Klasse von Florian Häusler ist komplett anwesend. Bevor der Unterricht beginnen kann, muss der Lehrer die Corona-Tests herrichten.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Die Mitteilung kam am Dienstag, 18. Mai, direkt aus dem Kultusministerium: Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 0 und 50 kehren in allen Schulen sämtliche Klassen zum Präsenzunterricht zurück. Ohne Mindestabstand. Das Tragen einer Maske bleibt Pflicht. Da die Stadt Amberg seit Sonntag, 16. Mai, konstant unter dem 50er-Wert liegt, verschickten die Schulleiter am vergangenen Freitag E-Mails an die Eltern. Wie Christian Weiß-Mayer, der neue Leiter des Erasmus-Gymnasiums: "Endlich ist es so weit: Ab Montag, 7. Juni, findet für alle Schülerinnen und Schüler des Erasmus-Gymnasiums wieder Präsenzunterricht statt."

Zuletzt am 9. Dezember zusammen

Zuletzt war das im alten Jahr am 9. Dezember der Fall, danach kamen einige Tage Wechselunterricht, bevor es in den Lockdown und damit in den Distanzunterricht ging. Sofern sie nicht Teil der gleichen Wechselgruppe waren, sahen sich einige Schüler damit am Montag nach 180 Tagen Corona-Zwangspause wieder. "Es ist schon cooler, wenn alle wieder zusammen sind", sagte der 13-jährige Jonas, der am EG die 7. Klasse besucht und am Montag mit weiteren 13 Mitschülern in einem Zimmer saß. "Das ist nicht die volle Klassenstärke", ließ Lehrer Florian Häusler wissen, der die Siebtklässler im Wahlfach Ethik unterrichtet. Aber egal, ob nun 14 oder wie in den Mathe-, Englisch oder Deutschstunden deutlich mehr Schüler, überall waren am Montag zunächst die gleichen Sätze zu hören, wie dieser von Florian Häusler: "Ich freue mich sehr, dass ihr in voller Stärke wieder da seid." Was danach folgte, dürfte in allen anderen Klassen und Schulen exakt so oder zumindest ähnlich geklungen haben: "Dann kommt bitte einzeln nach vorne." Stichwort: Testpflicht.

Zweimal pro Woche müssen sich alle Schüler selbst auf das Virus überprüfen. Am Erasmus-Gymnasium ist das laut Weiß-Mayer jeweils montags und mittwochs der Fall, da die Ergebnisse 48 Stunden lang gültig sind. In der Ethik-Gruppe von Florian Häusler war das am Montag kein Problem. Schon vor 8 Uhr hatte der Lehrer alle 14 Tests vorbereitet, mit dem Gong um 8.05 Uhr ging's auch schon los. Der Pädagoge musste den Teenagern nichts mehr erklären: "Ihr seid ja schon alte Hasen beim Testen." Denn tatsächlich hatten die Siebtklässler in den beiden Wechselunterricht-Wochen vor den Ferien, und damit in kleineren Gruppen als jetzt, ihre ersten Erfahrungen mit den Kontroll-Stäbchen und der Auswertung gemacht.

"Fast schon Selbstläufer"

Das komme der Schule nun zugute, sagte der Direktor am Montag: "Das Testen sind mittlerweile alle gewohnt. Die Lehrer auch. Da sind wir geübt." Extra Kurse habe es folglich nicht mehr gebraucht: "Das ist fast schon ein Selbstläufer geworden." Die Ethik-Klasse von Florian Häusler lieferte den Beweis: Diszipliniert holten sich die Schüler ihre Tests ab, packten sie aus, führten das Stäbchen in die Nase, tauchten es in die Flüssigkeit und parkten es in einer Wäscheklammer, einem Spitzer oder in einem umgedrehten Lego-Stein, damit es nicht umfällt und den Tisch berührt.

Warten auf das Resultat

Danach hieß es: Warten auf das Ergebnis. Zeit, die Florian Häusler dafür nutzte, alle Verpackungen einzusammeln, denn schließlich dauert eine Schulstunde nur 45 Minuten: "So um die zehn Minuten der Unterrichtszeit gehen für die Tests schon drauf." In Ethik sei das eher einfach zu verkraften, in Hauptfächern werde das schon etwas schwieriger. Aber: "Es ist ja nur zweimal pro Woche." Als nach etwa 15 Minuten alle Ergebnisse ausgewertet und ohne Befund waren, konnte der Unterricht beginnen. Eine kurze Corona-bedingte Unterbrechung musste etwas später dennoch sein. Der Schulleiter ging von Klasse zu Klasse und verteilte etwa 400 interne Test-Ausweise, die er übers Wochenende nach einer Vorlage aus dem Ministerium ausgearbeitet und ausgedruckt hatte. Auf acht Feldern können die zwei Test-Ergebnisse pro Woche inklusive Datum eingetragen werden. Der Lehrer bestätigt die Korrektheit mit seiner Unterschrift. Weiß-Mayer: "Wenn alles so bleibt, wie es ist, hält das dann vier Wochen."

Ausweis dokumentiert Ergebnisse

So groß der Aufwand auch ist, so sehr könnten die Schüler davon profitieren, denn in einer Pressemitteilung aus dem Kultusministerium heißt es wörtlich: "Ein solcher Nachweis kann auch im privaten Bereich überall dort verwendet werden, wo die Vorlage eines Testergebnisses erforderlich ist."

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