09.06.2020 - 09:03 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger Spitzenforschung für Energiewende

Energiewende, Ausstieg aus Kernkraft und Kohle, CO2-Reduzierung, Klimaschutz, Smart-Meter-Rollout und Digitalisierung - die Energiebranche befindet sich in einem gewaltigen Umwandlungsprozess - mittendrin die OTH Amberg-Weiden.

Finanz- und Heimatminister Albert Füracker erhält Einblicke in die aktuelle Forschung für Nachhaltige und effiziente Energiegewinnung
von Externer BeitragProfil

Das Kompetenzzentrum Kraft-Wärme-Kopplung der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden erforscht seit 2012 nachhaltige und effiziente Formen der Energiegewinnung und -nutzung. Albert Füracker, Staatsminister für Finanzen und Heimat, nahm dies laut einer Pressemitteilung zum Anlass, sich über die Entwicklungen am Kompetenzzentrum zu informieren.

"Wir wollen unsere schöne Heimat Bayern erhalten und fortentwickeln. Nachhaltige und effiziente Energiegewinnung ist dafür ein wichtiger Baustein", wird der Minister in einer Pressemitteilung zitiert, in der auch steht: "Es freut mich besonders, dass wir in der Oberpfalz mit der OTH Amberg-Weiden einen Wissenschaftsleuchtturm haben, der sich diesem wichtigen Zukunftsthema widmet."

"Hervorragendes Beispiel"

Die Forschung am Kompetenzzentrum sei "ein hervorragendes Beispiel für die gute Zusammenarbeit von Wissenschaft, öffentlicher Hand und Wirtschaft in Ostbayern". Auf dem Gebiet der Kraft-Wärme-Kopplung betreibe das Kompetenzzentrum in Amberg seit Jahren Spitzenforschung. Durch die Kooperationen mit Kommunen und mit Partnern aus der Industrie könnten die Forschungsergebnisse schnell in die Praxis umgesetzt werden. Die Kraft-Wärme-Kopplung ermögliche durch die Verknüpfung des Strom- und Wärmesektors eine hohe Effizienz in der Energiewandlung. Der nächste Schritt sei nun die Wasserstofftechnologie. Andrea Klug, die Präsidentin der OTH, ergänzt in dem Schreiben: "Die Forschung zur nachhaltigen Energieversorgung und zur Steigerung der Energieeffizienz ist einer unserer Schwerpunkte und gehört zu den Kernkompetenzen der OTH." Bei dem Besuch mit dabei war auch Professor Markus Brautsch, der geistige Vater und wissenschaftlicher Leiter des Kompetenzzentrums. Er sagte mit Blick auf die Forschung: "Wasserstoff ermöglicht die Umwandlung von Strom in einen speicherfähigen Energieträger und ist damit das Bindeglied zwischen den Sektoren, das wir für die Energiewende dringend brauchen. Wir registrieren ein starkes Interesse, die Technologie in die Anwendung zu bringen. Dazu stehen wir in engem Kontakt mit Kommunen und Stadtwerken in Bayern". Ein innovatives Projekt auf diesem Gebiet sei das Energy Lab in Haßfurt, über das Raphael Lechner, der Geschäftsführer des Kompetenzzentrum Kraft-Wärme-Kopplung informierte: "Das Stadtwerk Haßfurt ist bundesweit einer der Vorreiter in der Energiewende und betreibt eine Power-to-Gas-Anlage zur Erzeugung von grünem Wasserstoff aus Windenergie. Wir haben die Anlage in einem Forschungsprojekt jetzt mit einem innovativen Wasserstoff-Blockheizkraftwerk ausgestattet, über das sich der gespeicherte Wasserstoff bei Bedarf hocheffizient wieder in Strom und Wärme zurückwandeln lässt."

Live-Schaltung nach Haßfurt

Das Projekt in Haßfurt sei als Blockheizkraftwerk des Jahres 2019 ausgezeichnet worden. Bei einer Live-Schaltung nach Haßfurt ließ sich Albert Füracker zudem von Norbert Zösch, dem Geschäftsführer des Stadtwerks Haßfurt, über die Besonderheiten und Vorteile der Anlage ausführlich informieren.

Welche Versuche aktuell im Kompetenzzentrum Amberg gemacht werden, zeigte wissenschaftliche Mitarbeiterin Laura Weber. Im Fokus stehe derzeit der Betrieb von Blockheizkraftwerken verschiedener Leistungsgrößen mit Wasserstoffbeimischungen bis etwa 25 Prozent, wie sie in den nächsten Jahren im Erdgasnetz zu erwarten seien. Schrittweise soll dann der Wasserstoffanteil bis auf 100 Prozent erhöht werden. Weber: "Hierfür soll auch die Infrastruktur im Technikum mitwachsen."

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