10.07.2019 - 16:53 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger Weihnnachtsmarkt: Totale Verwirrung erreicht

Spötter behaupten ja, eigentliche Aufgabe des städtischen Verkehrsausschusses sei es, am Ende für völlige Verwirrung unter den Mitgliedern zu sorgen. Diese Mission hat er am Dienstag erfüllt.

Die Stadträte und die Einzelhändler sind sich einig – der Weihnachtsmarkt soll größer werden. Doch das hätte Konsequenzen für die Verkehrsführung. Vor allem wegen der Lieferanten, die werktags in die Innenstadt müssen, ist noch keine mehrheitsfähige Lösung in Sicht.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Wurzel aller Verwirrung war der Weihnachtsmarkt. Der soll nach Wunsch des Stadtrats sowie der Park- und Werbegemeinschaft (PWG) wachsen. Mehr Stände erfordern mehr Platz, damit wird der Raum vor allem für den Lieferverkehr sehr knapp. Um dieses Dilemma zu lösen, hat die PWG vorgeschlagen, den Lieferverkehr während der Weihnachtszeit von der Bahnhof- über die Herrnstraße und durch die Gasse zwischen Rathaus und ehemaliger Sparkasse bis zum Marktplatz zu lotsen. Dafür müsste aber die Herrnstraße hier zeitweise im Gegenverkehr befahren werden.

"Das Straßenverkehrsamt hat daraufhin den Antrag in Zusammenarbeit mit der Polizei auf die Möglichkeit der Verwirklichung geprüft und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die von der PWG beantragte Verkehrsführung nicht funktioniert und daher nicht zu verwirklichen ist", teilte Verkehrsreferent Bernhard Mitko im Ausschuss mit. Ein Zweirichtungsverkehr am Hallplatz zwischen Kleiner und Großer Rathausstraße sei aufgrund der Engstelle beim Rathaus nicht möglich. Daher habe man an einer umfassenden Lösung gearbeitet und diese auch gefunden.

Einbahn umdrehen

Demnach sollen unter anderem die An- und Abfahrtswege für den Lieferverkehr für den Bereich zwischen Malteserplatz und Marktplatz künftig durch Umkehrung der Einbahnrichtung in der Georgenstraße entweder vom Malteserplatz, vom Schloßgraben, der Regierungsstraße oder über die Mühlgasse - Schrannenplatz - Weinstraße her erfolgen. Die Abfahrt könne dann entweder über Roßmarkt - Steinhofgasse, Weinstraße - Schrannenplatz - Mühlgasse oder über die Kleine und Große Rathausstraße - Bahnhofstraße oder Untere Nabburger Straße erfolgen.

Im Zuge der noch viel umfangreicheren Umgestaltung könne dann auch noch die Einbahnregelung in der Neustift und der Badgasse umgedreht werden, um ein besseres Ausfahren über den Schlossgraben anstelle des steilen Malteserberges zu ermöglichen, schlug Mitko weiter vor. Die Maßnahmen sollen nach dem Willen der Verwaltung dauerhaft angelegt werden, um die Bürger nicht unnötig zu verwirren. Mitko schränkte aber ein, es könne durchaus sein, dass es bei der Ausweitung des Weihnachtsmarktes zu Problemen komme, die Maßnahme also für dieses Jahr nicht mehr nötig sei.

Spätestens an dieser Stelle neigte der eine oder andere Stadtrat zur Schnappatmung. Martin Seibert (SPD) erinnert sich mit einem gewissen Grauen daran, wie es gewesen ist, als man vor Jahrzehnten die jetzigen Regelungen eingeführt habe. Inzwischen hätten sich die Menschen ja einigermaßen daran gewöhnt. Er jedenfalls fühle sich durch den Vorstoß ein bisschen überrumpelt. Seibert plädierte dafür, die Maßnahme zurückzustellen, um den Fraktionen die Gelegenheit zu geben, eingehender darüber zu beraten.

Einstimmig vertagt

Das sah übrigens auch die CSU so, deren Vertreter sich stellenweise ebenso schwer mit der Diskussion taten wie die der Sozialdemokraten. "Kommt der Lieferverkehr dann von oben oder doch von unten?", brachte Dieter Amann (SPD) irgendwann die Verwirrung auf einen unklaren Punkt. "Es ist auch nicht klar, ob wir das alles so brauchen", warf Rupert Natter (CSU) ein und Bürgermeister Martin Preuß stellte fest: "Es könnte zu einem kleinen Chaos führen." Und so fiel die Abstimmung für eine Vertagung sehr eindeutig aus - nämlich einstimmig.

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