01.06.2020 - 13:47 Uhr
AmbergOberpfalz

Amtsgerichtsdirektor Ludwig Stich tritt Ruhestand an

Er repräsentierte das Amtsgericht nicht nur durch seinen Führungsstil. In Erinnerung wird auch bleiben, wie straff und präzise Ludwig Stich seine Prozesse führte. Nun ist er in den Ruhestand gegangen - Corona diktierte dabei den Rahmen.

Corona diktierte den Rahmen: Mt gebotenem Abstand versetzte Landgerichtspräsident Harald Riedl (links) den seit elf Jahren amtierenden Amtsgerichtsdirektor Ludwig Stich in den Ruhestand.
von Autor HOUProfil

Die Gäste, bestehend aus Bediensteten des Amtsgerichts, standen mit gebotenem Zwei-Meter-Abstand in einem Sitzungssaal. Diese Entfernung voneinander hielten auch Landgerichtspräsident Harald Riedl und Direktor Ludwig Stich ein. Ein eher trister Rahmen in einer noch immer unnormalen Zeit, die das Feiern in Gesellschaft ausschließt.

Corona schränkt die Justiz ein

Weiden in der Oberpfalz

Der Präsident hatte die Urkunde zur Versetzung in den Ruhestand dabei. Unterzeichnet von Bayerns Justizminister Georg Eisenreich. Er drückte das Dokument dem seit elf Jahren amtierenden Amtsgerichtsdirektor nicht in die Hand, legte es vielmehr auf den Richtertisch. Von dort nahm Ludwig Stich das zum Finale seiner erfolgreichen Karriere ausgestellte Papier und hörte, was Riedl zu sagen hatte. Der oberste Dienstherr im Landgerichtsbezirk zeichnete die Laufbahn des Juristen nach. Dabei verdeutlichte sich: Stich kam 1983 zur bayerischen Justiz, war erst Staatsanwalt, wurde vier Jahre darauf zum Richter am Landgericht Amberg ernannt, arbeitete in Zivil- und Strafkammern. In der folgenden Zeit kam es auch zu einer Abordnung an das Amtsgericht in Schwandorf. Damit verdeutlichte sich in der Gesamtschau: Da war einer, der auf allen Sektoren der Rechtsprechung zum Einsatz kam. Stich war nahezu 20 Jahre am Amberger Amtsgericht. Am 1. Oktober 2000 wurde er ständiger Vertreter des damaligen Behördenleiters, ab 15. Februar 2009 leitete er das Amtsgericht als Nachfolger des zum Landgerichtspräsidenten ernannten Wolfgang Schmalzbauer.

Riedl, im gleichen Alter wie Ludwig Stich, sagte zum Abschied: "Ich spreche Dir unseren Dank aus. Dass Du gehst, ist ein Verlust für die Justiz." Zumal Stich das Amtsgericht in der Stadt und im Landkreis verkörpert habe. Dieser erwiderte: "Es war für mich der richtige Entschluss, zur Justiz zu gehen."

Info:

Stefan Täschner als Nachfolger

Wenn es um die Besetzung von Führungsämtern bei der Justiz geht, dreht sich ein Karussell von Namen. Seiner wurde dabei am häufigsten genannt und er ist es nun auch, bestätigt durch das bayerische Justizministerium: Stefan Täschner (57) wird neuer Direktor des Amtsgerichts Amberg. Er nimmt damit die leitende Position in einem Haus ein, dem er im Lauf seiner Karriere bereits längere Zeit diente.Stefan Täschner stammt aus Vilseck. Er legte das Abitur am Max-Reger-Gymnasium in Amberg ab, studierte anschließend Jura in Bayreuth und kam 1993 zur Staatsanwaltschaft Amberg. Von 2000 bis 2004 war er Richter am Landgericht, wechselte dann bis 2012 zum Amtsgericht und übernahm dort als Strafrichter auch die Position des Schöffengerichts-Vorsitzenden.

Am 1. Juli 2012 ging Stefan Täschner zurück an das Landgericht. Er avancierte zum Vorsitzender Richter zweier Zivilkammern und wurde am 1. Januar 2019 Nachfolger des damals nach Nürnberg wechselnden Oberstaatsanwalts Thomas Strohmeier. Nun, 15 Monate später, kehrt Stefan Täschner zum Amtsgericht zurück. Als dessen Direktor und neuer Chef – und damit als Nachfolger von Ludwig Stich.„Mit ihm bekommt die Behörde einen äußerst erfahrenen und kompetenten Leiter“, hat der Präsident des Oberlandesgerichts (OLG) Nürnberg, Thomas Dickert, in einer Pressemitteilung geschrieben.

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