Auch mit dem langsamen Abklingen der pandemischen Sondersituation sind die Folgen des sozialen Abstandes in dieser Zeit noch deutlich spürbar. Wie Annäherungen in Zeiten der digitalen Möglichkeiten über das Internet geschehen können, war in Daniel Glattauers Briefroman „Gut gegen Nordwind“ allerdings bereits einige Jahre vor der Pandemie ein Thema. Das ist es jetzt auch im Amberger Stadttheater.
Daniel Glattauers Roman wurde 2006 für den Deutschen Buchpreis nominiert und als Bestseller in zahlreiche Sprachen übersetzt. Seitdem gehört er zu den Klassikern der modernen Literatur und erlangt in diesen Zeiten eine ganz neue Aktualität und Brisanz, heißt es in der Pressinfo des Stadttheaters: "Nähe kann weit mehr sein als eine Berührung." Am Freitag, 11. November, ist die spannende Geschichte von Nähe und Distanz im Stadttheater Amberg ab 19.30 Uhr in einer Inszenierung von Carsten Knödler vom Theater Chemnitz zu sehen. Es spielen Lisanne Hirzel und Konstantin Weber. Karten gibt es in der Tourist-Information Amberg, telefonisch (09621/101233), per E-Mail (ticket[at]amberg[dot]de) sowie im im Internet.
Nachdem wegen eines Tippfehlers eine E-Mail von Emmi Rothner versehentlich ins Postfach von Leo Leike rutscht, kommen die beiden – chattend – ins Gespräch. So ergibt es sich, dass die beiden sich ungezwungen, ehrlich und mit viel Witz annähern. Während Leo noch seine Wieder-Einmal-Trennung von seiner Freundin zu verdauen hat, macht Emmi vor allem ihr eintöniger Alltag zu schaffen. Geschützt in der Anonymität des Internets entsteht für beide ein virtueller gemeinsamer Raum voller Sehnsüchte und nicht gelebter Selbstentwürfe. Ein Raum, in dem alles ausgesprochen werden kann. Aus einer harmlosen Zufallsbegegnung wird aufrichtige, gegenseitige Zuneigung. Nur würde so viel digitale Nähe einer realen Begegnung standhalten? Würde damit nicht das Bild zerbrechen, welches im Kopf des jeweils anderen über die Zeit entstanden ist?














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