27.01.2020 - 12:01 Uhr
AmbergOberpfalz

Ansprechpartner für Frauen und Mädchen in Notsituationen

Frauen und Mädchen in Notsituationen können sich rund um die Uhr an eine Hotline des Sozialdiensts katholischer Frauen in Amberg wenden. Nun wird das Angebot um das Thema sexualisierte Gewalt erweitert.

Nach der Unterzeichnung (von links): SkF-Vorsitzende Marianne Gutwein, Oberbürgermeister Michael Cerny, Diplom-Sozialpädagogin Nicole Koppitz, Landrat Richard Reisinger und SkF-Geschäftsführerin Andrea Graf.
von Christine HolledererProfil

Eine Frau wird von ihrem Ehemann geschlagen, ist somit Opfer häuslicher Gewalt. In dieser Notsituation bot der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) seit gut drei Jahrzehnten Hilfe in Form eines Notrufs mit Beratung an (Tel. 09621/22200, rund um die Uhr). Nun wurde dieses Angebot um das Thema sexualisierte Gewalt erweitert und die Beratung personell aufgestockt. Möglich machte dies eine neue Richtlinie des bayerischen Familienministeriums, die zum 1. September 2019 in Kraft getreten ist. Beim SkF hat man darauf reagiert. Seit kurzem gibt es am Studentenplatz für die Stadt und den Landkreis Amberg-Sulzbach eine Fachberatungsstelle, die sowohl vom Freistaat als auch von Stadt und Landkreis unterstützt wird. Eine entsprechende Vereinbarung unterschrieben nun Landrat Richard Reisinger, Oberbürgermeister Michael Cerny und SkF-Vorsitzende Marianne Gutwein.

Notruf für Frauen und Mädchen: Hier gehts zur Webseite des SkF

Seit 1. Januar ist die Fachberatungsstelle beim SkF in Amberg mit Nicole Koppitz besetzt. Die Diplom-Sozialpädagogin hat eine zusätzliche Trauma-Ausbildung, was für diese Stelle ein "absoluter Gewinn" ist, wie es Gutwein formulierte. Koppitz wird beim SkF nicht nur Ansprechpartnerin sein für Frauen und Mädchen in Notsituationen wie häusliche Gewalt, Vergewaltigung oder sexuellen Missbrauch, sondern auch psychosoziale Beratung leisten, über erforderliche ärztliche Untersuchungen, Möglichkeiten der anwaltschaftlichen Hilfe und den Ablauf des Strafverfahrens informieren. Alles streng vertraulich, wie sie zusichert. Ferner sieht die Diplom-Sozialpädagogin ihren Schwerpunkt speziell in der Präventionsarbeit, etwa an Schulen und auch Kindergärten, und als Ansprechpartnerin verschiedener Netzwerke.

Für Landrat Reisinger und OB Cerny geht mit dem Notruf mit der integrierten Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt ein ersehnter Wunsch in Erfüllung. Die Fachberatungsstelle sei enorm wichtig, betonten beide beim Pressetermin. Deshalb hatten sowohl der Stadtrat als auch der Kreistag für die finanziellen Unterstützung ohne große Diskussionen grünes Licht gegeben.

Hintergrund :

Hintergrund Förderung

Grundlage für die staatliche Förderung ist die "Richtlinie für die Förderung von Frauenhäusern, Fachberatungsstellen/Notrufen und angegliederten Interventionsstellen in Bayern". Die Förderung beträgt 50 Prozent, vom Träger SkF ist ein Eigenanteil von mindestens zehn Prozent zu erbringen. Die restlichen 40 Prozent teilen sich der Landkreis und die Stadt. Die Gesamtkosten des Notrufs für Frauen und Mädchen und einer integrierten Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt beziffert der SkF Amberg auf jährlich 160 000 Euro.

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