27.02.2019 - 16:29 Uhr
AmbergOberpfalz

Auer Guss ist verkauft

Der Verkauf von Auer Guss ist in trockenen Tüchern. Stimmt das Kartellamt zu, dann geht das Amberger Traditionsunternehmen an die GH Beteiligungs GmbH mit Sitz in Wien. Alle 230 Arbeitsplätze bleiben erhalten.

Die Firma Auer Guss mit ihren rund 230 Mitarbeitern in Amberg und Asch ist an die gh Beteiligungs GmbH mit Sitz in Wien verkauft worden. Dahinter verbergen sich der österreichische Unternehmer Erhard F. Grossnigg und der Automotive-Manager Günther Heiden.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Insolvenzverwalter Hubert Ampferl hatte es schon angedeutet, dass er Auer Guss an einen Bewerber aus der Branche abgeben will. Mit der GH Beteiligungs GmbH hat er nun seinen Ideal-Kandidaten gefunden. Hinter der Gesellschaft stecken der bekannteste Sanierer Österreichs, Erhard Grossnigg, sowie der Automotive-Manager Günther Heiden. Beide sind laut Ampferl gerade gemeinsam dabei, sich ein Spezialunternehmen im Gießereibereich aufzubauen, das seinen Schwerpunkt im Leichtbau hat. "Diese Strategie hat uns letztendlich überzeugt", so Ampferl, der damit eine langfristige Zukunft für Auer Guss gegeben sieht.

Entlassungen soll es übrigens keine geben. "Das ist nicht notwendig", so Ampferl zur an sich kerngesunden Substanz des Amberger Unternehmens. "Mit dem Erwerb der Auer Guss intensivieren wir das Know-how im Magnesium- und Aluminiumdruckguss. Wir übernehmen alle 170 Mitarbeiter in Amberg sowie die 60 Mitarbeiter in Tschechien und freuen uns bereits auf die gemeinsame Arbeit für unsere Kunden" zeigt sich Erhard Grossnigg über den Kauf erfreut. Er hält wie Günther Heiden auch 50 Prozent an der GH Beteiligungsgesellschaft. Das Unternehmen investiert hauptsächlich in mittelständische Firmen mit einer Umsatzgröße von zehn bis 75 Millionen Euro in den Kernsektoren Automotive, Werkzeugbau und Elektronik. Der Investor ist auf eine langfristige Ausrichtung und Entwicklung der übernommenen Unternehmen fokussiert und unterstützt sie laut Ampferl-Pressemeldung in ihrer Holdingfunktion mit Kompetenz und hilft Synergien zu nutzen.

Der mittlerweile 72-jährige Erhard Grossnigg gilt in Österreich als der bekannteste Wirtschaftssanierer überhaupt. Nach inoffiziellen Zählungen hat er bisher mehr als 100 Firmen saniert - zwar nicht alle erfolgreich, jedoch die allermeisten. Gescheitert ist er unter anderem bei den Praktiker-Baumärkten. Erfolgreich hingegen krempelte er den deutschen Strumpfhersteller Kunert um, er gilt als Begründer der weltweit tätigen Baufirma Strabag, ist Teilhaber des Computer- und IT-Spezialisten S&T, des Traktorenherstellers Deutz und der Großbäckerei Ankerbrot. Laut Branchenschätzungen arbeiten bis zu 7000 Menschen für den Unternehmer und erzielen einen Umsatz von gut einer Milliarde Euro.

Schon vor Jahren hatte Grossnigg angekündigt, sich mit seinem 70. Geburtstag aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen, diese Ankündigung aber bisher noch nicht konsequent umgesetzt. Mit der Gründung der Spezialgießerei rund um Auer Guss fügt er nun seinem Firmenportfolio noch einen weiteren Baustein hinzu. Sein Partner Günther Heiden hatte in der Vergangenheit mehrere Führungspositionen bei Automobilzulieferern inne.

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