15.10.2020 - 11:19 Uhr
AmbergOberpfalz

Ausstellung „Ende des Anthropozäns“ in der Galerie Triceartopos

Malerei, Keramik, Assemblage, Fotografie, Objekte, Installationen, Videopräsentation – dies alles ist in einer Ausstellung „Ende des Anthropozäns“ in der Galerie Triceartopos in Amberg zu sehen.

Die Protagonisten der Ausstellung (von links) Gerd Seidel, Monika Stock, Uwe Köhnemann, Uschi Brauner, Siegfried Link und die Galeristin Beatrice Nunold.
von Marielouise ScharfProfil

Neun Künstler beschäftigen sich ganz individuell und mit unterschiedlichsten Mitteln und Materialien mit dem Thema „Ende des Anthropozäns“. Über 40 Exponate sind bis Freitag, 30. Oktober, in Triceartopos - Galerie für Kunst & Design in Amberg zu sehen.

Das Motto hat sich Galeristin Beatrice Nunold ausgedacht. Ihre eigenen, sehr unterschiedlichen Arbeiten bilden auch den Kern der Exposition. Vom „Koma der Vernunft“ erzählt sie bildhaft mittels Acrylfarbe. Mit Sand schreibt sie auf weißen Fliesenboden „Unter dem Pflaster liegt der Strand“ und für ihr Triptychon „Alpha und Omega/Was bleibt“ verwendet sie noch großzügig Blattgold. Den Begriff Anthropozän erläutert sie: Als "Versuch der Benennung des Erdzeitalters, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren geworden ist und verantwortlich ist für biologische, geologische und atmosphärische Veränderungen". In ihrer Einladung schreibt sie weiter: „Ja wir haben die Erde tiefgreifend verändert und waren dabei blind, ignorant und rücksichtslos.“

Mit ihrer Schmetterlings-Menetekel-Installation trifft sie voll ins Schwarze: "Schmetterlinge sterben still" ist auf dem ergänzenden Flyer zu lesen. Auf einer meterlangen Druckfahne sind noch die Namen der bereits verschwundenen oder vom Aussterben bedrohten Insekten vermerkt.

Über 1000 ausgestanzte Papier-Falter schwirren an der Wand, durch den hell ausgeleuchteten Raum und ruhen sich bei anderen Kunstobjekten aus. So bei Echse, Käfern und den berühmten drei Affen „Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen“, die Uschi Brauner als ausdrucksstarke Keramiken gestaltet hat. Klima, Bäume, Botschaften – damit beschäftigen sich die Pappmasche-Rinden-Holz-Assemblagen von Petra Decker-Schimanski, wogegen Wolfgang Decker sich mit grafisch anmutenden Buntstiftzeichnungen präsentiert und das „Stadtchaos“ anprangert. Siegfried Link krönt den Globus mit einer Dornenkrone und nennt die Arbeit „Passion“. Drei Bleistiftzeichnungen nehmen das Thema ebenfalls ins bedrückend-graue Visier. Einen Gipskopf gespickt mit überdimensionierten Nägeln steuern Bärbel und Horst Kießling zur Ausstellung bei und nennen ihre „Büste“ Hirnvernagelt!

Uwe Könemann-Nunold hält das Schicksal der Bäume im großformatigen Waldsterben-Fototableau fest. Gerd Seidel nähert sich mit plakativen Acrylfarben auf Leinwand den beängstigenden globalen Veränderungen und nennt seine Bilder: „Die Pegel steigen“ oder „Global Warning“.

Einen neuen Aspekt untersucht Monica Stock mit ihrer Installation „Wasser - Handel mit Wasser“. Holz, Draht und PET-Flaschen, manchmal auch Kaffeesatz, sind ihre Materialien, um auf das Menschenrecht Wasser für alle und andere Misstände hinzuweisen.

So bedrückend die Botschaften, so belebend die Denkanstöße. Noch zu sehen sind die Werke bis 30. Oktober in Triceartopos - Galerie für Kunst & Design, Georgenstraße 22, in Amberg – Eingang Löwenwirtsgäßchen. Die Öffnungszeiten sind Mittwoch und Donnerstag von 14 bis 19 Uhr, Freitag von 14 bis 18 Uhr, Samstag von 11 bis 14 Uhr. Weiter Informationen unter www.triceartopos.de.

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