23.05.2019 - 11:29 Uhr
AmbergOberpfalz

Autohaus kommt ohne Kreisverkehr

Ein neues Autohaus im Kreuzungsbereich von B85 und AM 30 wollen an sich alle haben. Dieses mit einem Kreisverkehr an die Bundesstraße anzubinden, allerdings nicht. Die Oberste Baubehörde ist dagegen.

Im Kreuzungsbereich von B 85 und AM 30 will ein Amberger Autohaus neu bauen. Der Bauausschuss hat generell nichts dagegen.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Über das Vorhaben an sich wird schon länger geredet: Ein großes Amberger Autohaus will seinen Firmensitz verlegen. Das liegt wohl unter anderem daran, so wurde am Mittwoch im Bauausschuss gemunkelt, dass der Premium-Hersteller, den das Unternehmen vertreibt, gewisse Vorgaben zwecks Größe und Lage macht. Neuer Standort soll der Kreuzungsbereich von B 85 und AM 30 in Richtung Gärmersdorf sein - also gegenüber den Franzosenäckern. Dafür notwendig ist die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplanes für diesen Bereich.

Ursprünglich bestand die Absicht, einen nahe gelegenen Baumarkt ebenfalls an diesen Ort zu verpflanzen. Das hat sich nach Auskunft von Baureferent Markus Kühne aber inzwischen zerschlagen. Der Kfz-Händler für gehobene Automobile beabsichtigt laut den Unterlagen des Bauausschusses ein modernes und zukunftsorientiertes Autohaus zu errichten. Das geplante Autohaus wird Neufahrzeuge, Gebrauchtwagen und Nutzfahrzeuge vertreiben. Eine Werkstatt für Reparaturen, Karosseriebau und Lackiererei werde integriert. Das zukünftige Autohaus umfasst circa 3,3 Hektar. Zusätzlich sollen ungefähr 1,85 Hektar für weitere Gewerbeeinheiten planungsrechtlich erschlossen werden.

Besonders hob Baureferent Markus Kühne am Mittwoch die seiner Ansicht nach sehr flächenschonende und umweltfreundliche Bauweise des neuen Autohauses heraus. So soll zum Beispiel das Hauptgebäude mehrgeschossig errichtet werden, die meisten Dachflächen werden mit Photovoltaikanlagen ausgestattet oder begrünt. Außerdem sollen die Heizung des Gebäudes sowie die Warmwasserversorgung über Wärmepumpen und Solarthermie erfolgen. Geparkt wird in einem Parkdeck, nicht auf großer Fläche. Und das neue Autohaus soll im Lauf der Zeit zu einem Schwerpunktzentrum für Elektromobilität werden.

Angebunden wird das Areal, das die städtische Gewerbebau GmbH erschließt, über die B 85 und die AM 30. Wobei an der B 85 ursprünglich ein Kreisverkehr vorgesehen war. Dem hätte diesmal sogar das Staatliche Straßenbauamt zugestimmt, sagte Kühne. "Dieser Kreisverkehr wurde uns von der Obersten Baubehörde untersagt", dämpfte er alle Euphorie. Was nach Einschätzung von Helmut Weigl (CSU) schlicht falsch ist. "Wir machen da sehenden Auges einen Fehler", sagte er am Mittwoch in der Sitzung des Bauausschusses. Ähnlich sah es auch Dieter Amann (SPD), dem es schon sauer aufstößt, dass auch dieser Kreisel nicht genehmigt worden ist. Grundsätzlich, so Klaus Mrasek, habe natürlich auch die ÖDP nichts gegen wirtschaftliche Weiterentwicklung. Trotzdem müsse man jetzt langsam mal aufpassen, den Flächenfraß in den Griff zu bekommen. "Irgendwann müssen wir mit den Gewerbeflächen auskommen, die wir jetzt haben", schaute er in die Zukunft.

Einen Vorstoß in diese Richtung unternahm Aydin Ayten (Amberger Bunt). "Wir haben doch in der Nähe das ehemalige Autohaus Peter. Warum bauen wir dann eigentlich ein neues?" Das, so Bürgermeister Martin Preuß, sei aber nicht Diskussionspunkt bei der Aufstellung des Bebauungsplans. "Das ist eine Was-wäre-wenn-Diskussion", sagte er. Letztendlich gab der Bauausschuss die Empfehlung an den Stadtrat, den entsprechenden Bebauungsplan auf den Weg zu bringen.

Baureferent Markus Kühne
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.