21.02.2020 - 19:17 Uhr
AmbergOberpfalz

AZ-Podiumsdiskussion: Platzangst beim Thema Gewerbe

An den Gewerbeflächen scheiden sich die Geister. Während sich die OB-Kandidaten von ÖDP und Grünen vehement gegen Neuausweisungen aussprechen, plädieren Amtsinhaber Michael Cerny und Birgit Fruth von der SPD dafür.

Für die Bundeswehr ist die Uhr in der Leopoldkaserne abgelaufen. Doch die Kommunalpolitik denkt auf dem zehn Hektar großen Areal über einen Neustart nach, zum Beispiel mit einem Mix aus Gewerbe und Wohnen.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

"Wir müssen dafür sorgen, dass der Flächenbedarf, den das Gewerbe hat, gedeckt wird", diese Richtung gab Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU) bei der Podiumsdiskussion mit drei seiner vier Herausforderer im Ring-Theater vor.

Thema Wohnen in Amberg bleibt brisant

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Franz Badura (ÖDP) und Hans-Jürgen Bumes (Grüne) stimmten zwar grundsätzlich zu, allerdings gibt es für sie noch andere Lösungen als die Ausweisung von neuen Gewerbegebieten. Badura führt die mehr als 65 Hektar ins Feld, die das Integrierte städtische Entwicklungskonzept (ISEK) an Lücken und Brachen in der Stadt identifiziert. "Diese Flächen können in Amberg bebaut werden", sagte er und schob noch hinterher: "Die Notwendigkeit der maximalen Ausweisung sehen wir von der ÖDP so nicht." Cerny brachte das Industriegebiet Nord ins Spiel. Dort habe man mit weiteren Flächen Firmen helfen können. "Aber wir haben einen weiteren Bedarf", bekräftigte der Rathauschef.

Hier gibt's einen kurzen Video-Überblick von der Podiumsdiskussion

Bumes hielt mit dem Hinweis auf den zunehmenden Flächenfraß dagegen. Man müsse den Flächenverbrauch von den Nutzflächen trennen, erklärte er. Wenn man einen Hektar Fläche versiegle und drei Hektar in die Höhe schaffe, erreiche man eine effizientere Bebauung, argumentierte der Grünen-Kandidat.

Sie ist das Herzstück Ambergs: die Innenstadt

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Auch Bumes nannte das Industriegebiet Nord, in dem er selbst arbeite, als Beispiel. Dort seien 40 Prozent der Fläche Parkplätze. "Ist das sinnvoll?", fragte er. Besser sei es doch, Parkdecks zu errichten und somit Flächen zu sparen. Oder den ÖPNV zu stärken, damit viel mehr Beschäftigte mit dem Bus zur Arbeit fahren können. "Wir sitzen seit 30 Jahren da draußen und haben keine Anbindung - das ist ein Unding", bemängelte der Oberbürgermeister-Kandidat der Grünen und erhielt dafür Szenenapplaus.

Birgit Fruth (SPD) setzt dagegen immer noch auf eine Kooperation mit der Gemeinde Ursensollen, um Flächen für Betriebe zu gewinnen. Als Oberbürgermeisterin würde sie einen neuen Anlauf für ein interkommunales Gewerbegebiet starten, sagte sie.

Die Fotos von der Podiumsdiskussion

Bei der Diskussion wurde aber auch klar, dass nicht nur die Wirtschaft Flächen braucht - die Kandidaten kamen sehr schnell auf das Thema Wohnbebauung zu sprechen. Dabei ging es vor allem um Geschosswohnungen. "Die Leute suchen in Amberg händeringend Wohnungen", sagte Fruth und richtete das Augenmerk auf die derzeit leerstehende Leopoldkaserne.

Die dort zur Verfügung stehenden zehn Hektar hatte auch Cerny im Blick - mit einem Mix aus Gewerbe und Wohnen. "Hinten raus", Richtung Bergsteig, könne er sich noch ein Mischgebiet vorstellen für "nicht störendes Gewerbe", verdeutlichte der Amtsinhaber. Insgesamt wäre die Leopoldkaserne ein "tolles Gebiet, wo man Wohnen und Arbeiten zusammenbringen kann". Cerny: "Der einzige Nachteil ist, dass die Erschließung raus auf die Leopoldstraße relativ schwierig ist."

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