Amberg
14.05.2021 - 16:48 Uhr

Basilika Sankt Martin soll in bunten Farben erstrahlen

Vor 600 Jahren wurde der Grundstein der Basilika Sankt Martin in Amberg gelegt. Pünktlich zum Jubiläum sollen die Fenster der Kirche nachts leuchten. Die Stadt hat der Kirche eine Lichtanlage geschenkt - nicht ganz ohne Eigennutz.

So könnte die Basilika Sankt Martin in Zukunft häufiger aussehen. Die Stadt Amberg hat der Gemeinde eine Lichtanlage geschenkt. Bild: Wolfgang Steinbacher
So könnte die Basilika Sankt Martin in Zukunft häufiger aussehen. Die Stadt Amberg hat der Gemeinde eine Lichtanlage geschenkt.

Oberbürgermeister Michael Cerny sagte es ganz unverblümt: "Die schönsten Geschenke sind doch die, von denen man selber auch was hat." Nachdem der Grundstein zur Basilika Sankt Martin heuer vor 600 Jahre gelegt wurde, hat die Stadt der Kirchengemeinde zum Jubiläum einen Teil der Fensterbeleuchtung geschenkt, damit das Gotteshaus, wie es Stadtpfarrer Thomas Helm sagt, von "innen nach außen leuchtet".

So geistlich die Worte auch klingen mögen, um eine ganz weltlich pragmatische Vertragsunterzeichnung für die Nutzung der Lichtanlage gab es keinen Weg herum. Dafür trafen sich der Stadtpfarrer und der Rathauschef am Dienstag im Großen Rathaussaal. Wie Helm mitteilte, war er anfangs etwas skeptisch, was eine nächtliche Beleuchtung der Kirchenfenster angeht: "Ich dachte, man verkehrt das ganze doch von innen nach außen. Die Fenster leben doch davon, dass das Licht von außen in die Kirche fällt und der Betrachter so die leuchtenden Farben sieht."

Nur für besondere Anlässe

Stadt und Kirche hätten sich aber schließlich darauf geeinigt, die von der Stadt bezahlte, rund 19 000 Euro teuere Beleuchtung nur zu speziellen Anlässen einzusetzen. Helm "Wenn das ganze Jahr über Altstadtfest wäre, dann wäre das langweilig. Ich glaube, so ist es auch mit der Beleuchtung." Stadt und Kirche hätten eine Liste erstellt, zu welchen Terminen es sich anbieten würde, das Licht an der Basilika einzuschalten.

Ist eine bunt beleuchtete Kirche nicht irgendwie zu viel des Guten? Nein, keineswegs, meint Cerny. "Man muss es einmal sehen, damit man sagen kann, das ist jetzt nichts Kitschiges, sondern was Wertiges", erklärte er. Auch in Sachen Denkmalschutz ist laut dem Oberbürgermeister alles im grünen Bereich. Ihm zufolge beeinträchtigt die Lichtanlage das Gebäude nicht, da sie im Notfall auch so zurückgebaut werden könne, dass keine Schäden zurückbleiben. Am Pfingstsonntag soll die Basilika zum ersten Mal offiziell in der Nacht leuchten. Zwei Tage später, am 25. Mai, zum Tag der Grundsteinlegung der Kirche, wird die Basilika ein zweites Mal von innen heraus strahlen.

Steuerung per App

Alle anderen Termine stehen laut Cerny noch nicht genau fest. Die Leiterin des Tourismus-Amts in Amberg, Heike Kober, wird sich mit der Pfarrei darüber erst noch abstimmen. Cerny kam nicht umhin, das Thema Smart-City mit in das Gespräch einzubauen. Laut dem Oberbürgermeister wird Kober die Beleuchtung per App steuern können. Cerny: "Was nicht heißt, dass sie auf Abruf ein und ausschalten wird, wenn es jemand von ihr möchte." Auch Helm ist mittlerweile von seiner leuchtenden Basilika begeistert. "Die Kirche kann nach außen wirken und ein richtiger Eyecatcher für die Leute sein, die von außen vorbeigehen. Was ich bei einem Testlauf gesehen habe, sieht doch ganz gigantisch aus."

Amberg15.04.2021
 
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