20.01.2019 - 15:49 Uhr
AmbergOberpfalz

Die Basis für eine gute Kindheit

"Die Familie als Keimzelle der Gesellschaft" - so lautete der Titel des Vortrags, den Diplom-Psychologe Sebastian Sonntag hielt. Der Familientherapeut erklärt, warum eine stabile Partnerschaft elementar für das Wohl des Kindes ist.

"Die Familie als Keimzelle der Gesellschaft"
von Autor RPEProfil

Diese Veranstaltung der Katholischen Erwachsenen-Bildung (KEB) in Kooperation mit den Dr.-Johanna-Decker-Schulen im Gerhardinger Saal war gleichzeitig die erste in einer ganzen Reihe zum Thema Familie.

Der Psychologe und Familientherapeut begann mit seiner eigenen Erfahrung als Kind in einer Familie mit acht Geschwistern: Kinder bemühen sich immer, ihre Eltern glücklich zu machen. Auch vermeintlich störendes oder unverständliches Verhalten habe oft seinen Grund darin, dass das Kind die Eltern zu schützen versuche. Deshalb sei es nie sinnvoll, ein Kind alleine zu therapieren. Sonntag betonte: "Das Kind ist Teil eines Systems, der Familie. Wenn sich ein Element ändert, ändert sich alles."

Der Stellenwert einer intakten Familie für das eigene Wohlbefinden sei in den vergangenen Jahren eher gestiegen. Bei jungen Leuten sogar von etwa 50 auf 80 Prozent. Dahinter stehe wohl auch die Sehnsucht nach Harmonie in der Familie. Mit einem Modell aus Holzbausteinen veranschaulichte Sonntag die Stabilitätsstruktur von Familien.

Unter dem Dach der Familie sind die Kinder geborgen, ihre Basis ist der Baustein "Eltern" - der wiederum auf dem Baustein "Paar" liegt. "Wenn die Paarbeziehung wackelt, dann wackelt die ganze Familie", erläuterte Sonntag. Doch das "Paar" ist noch nicht das Fundament des Hauses - es geht noch tiefer, denn die Paarbeziehung wiederum baut auf den Einzelpersonen auf.

Die Partner müssten akzeptieren, dass beide eine eigene Geschichte mitbringen - und dass beide auch unterschiedliche Bedürfnisse haben. Es sei nicht die vorderste Aufgabe des einen, seinen Partner glücklich zu machen, sondern jeder sei zunächst einmal für sein eigenes Glück zuständig. Der Aspekt der Selbstannahme wurde noch weiter vertieft, unter anderem mit dem Aphorismus: "Für eine glückliche Kindheit ist es nie zu spät", womit der Psychologe meinte, dass jemand auch im Nachhinein in Erinnerungen an eine schwierige Kindheit positive Elemente finden und so gestärkt in die Zukunft schauen könne.

Eine wichtige Rolle spiele auch die Kommunikation zwischen den Partnern. Wenn diese zu lange ausbleibt und Missverständnisse und Verletzungen entstanden seien, müsse die Entfremdung aber nicht automatisch zur Scheidung führen. Oft sei es sehr heilsam, voneinander im Wortsinn "Abstand zu nehmen", auch in getrennten Wohnungen, um sich dann in dieser Zeit neu auf sich selbst und auf die Partnerschaft zu besinnen und einzulassen.

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